Die
Autobahn über die Grenze. Spätestens seit der Autobahneröffnung
der A81 zwischen Hilzingen und Bietingen 1990 gab es das geflügelte
Wort der Autobahn vom Skagerrak in Dänemark bis nach Reggio
die Calabria, die fast durchgehend als Autobahn und Schnellstraße
befahrbar sei, bis auf das Dorf Bietingen mit seiner Ortsdurchfahrt.
Tatsächlich gab es schon in den 70er Jahren des letzten Jahrhunderts
die entsprechenden Pläne, per Autobahn in die Schweiz in
Richtung Schaffhausen vorzustoßen. Ein Widerspruchsverfahren
hatte jedoch Anfang der 80er Jahre Erfolg und legte eine südliche
Umfahrung erst mal juristisch auf Eis. Die Autobahn kam aber doch,
eben bis vor die Tore von Bietingen ab 1991 und gleichzeitig wurde
die neue Zollanlage zwischen Bietingen und Thayngen ausgebaut,
um dem verstärkten Verkehrsaufkommen Rechnung zu tragen.
Und
damit verschärften sich die Probleme in dem bald durch den
Verkehr zweigeteilten Dorf. Es wurde weiter geplant bis ins Jahr
1997, und dann war erst mal das Geld weg, die Straße aus
dringlichem Bedarf im Bundesverkehrswegeplan verschwunden. 1998
gründete sich im Dorf Bietingen eine Bürgerinitiative,
um auf die schlimmen Zustände aufmerksam zu machen und die
Politik, unterstützt vom damaligen Bürgermeister Hans
Jürgen Schuwerk, unter Druck zu setzen. Erst die Versteigerung
der UMTS-Mobilfunk-Lizenzen Anfang dieses Jahrtausends sorgten
für die finanzielle Lösung und der Bau des B34 Tunnels
konnte begonnen werden, der die vielbefahrende Straße unter
die Erde setzte. Im September 2004 konnte schließlich der
253 Meter lange Tunnel, für den mit den Straßenumbauten
insgesamt 17 Millionen Euro investiert werden mussten, endlich
eingeweiht werden. Das Dorf wird jedoch nur symbolisch über
der Tunneldecke vereint, gigantische Lärmschutzbauten aus
großen Steinen verstärken den Eindruck eines getrennten
Dorfes eher noch.
Oliver
Fiedler
|

|