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 Alle Direktmandate für die CDU

Repniks Motto zum Abtritt: Jungen Menschen eine Chance geben

Der Kreis Konstanz war lange nicht mit dem Bundestagswahlkreis identisch. Erst seit 1976 ist dies nach der Verwaltungsreform der Fall. Zuvor stellte der alte Kreis Konstanz zusammen mit dem Kreis Überlingen einen Abgeordneten in Bonn. Nur einer der vier Nachkriegswahlkreisvertreter, die alle der CDU angehörten, stammte aus Singen: Josef Schüttler, dem jetzt gegenüber dem EKZ auch eine Straße gewidmet wurde. Josef Schüttler kam aus der katholischen Arbeitnehmerbewegung und zählt zu den Vätern der Rentenreform von 1957. So war es kein Wunder, dass er später Sozialminister in Baden-Württemberg wurde.


Bei einem Treffen mit der Friedensnobelpreisträgerin Rigoberta Menchu un Guatemala.
swb-Bild: privat

1961 war somit das Bundestagsmandat vakant. Nach einer hart geführten Vorentscheidung wurde der Gaienhofener Studienrat Hermann Biechele nominiert. Der Lehrer am Radolfzeller Gymnasium setzte sich auch gegen den Linzgauer Bauernführer Artur Raither durch. Da regionale Vorlieben eine große Rolle spielten, kam es während Biecheles weiterer Laufbahn immer wieder zu Gegenkandidaturen speziell aus Konstanz selbst.

In einer großen Kampfabstimmung von rund 1200 CDU-Mitgliedern im Gemeinschaftshaus von Alusingen setzte sich 1980 dann Hans-Peter Repnik gegen Biechele durch. Der junge Mann aus Markelfingen läutete einen kompletten Generationswechsel bei der CDU in der Region ein. Die Junge Union wurde über Nacht zum Träger eines ganzen Wahlkampfes. Repnik war während sieben Wahlperioden im Bundestag unangefochten. Seinen Abschied vom Mandat beriet er nach der Bundestagswahl 2002 allein im Familienkreis. „Jungen Menschen eine Chance zu geben,“ ist seine Devise heute noch. Mit Andreas Jung aus Stockach hat er einen Nachfolger aus der Jungen Union gefunden.

Seit dem Zweiten Weltkrieg gingen hier alle Direktmandate an die CDU. Das beste Ergebnis hatte Repnik 1983 mit über 60 Prozent Erststimmen. Seither ist der Wahlkreis bunter geworden.

Hans Paul Lichtwald