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 Eine Zeitung für alle geschaffen

Porträt: Claus Großmann, Anzeigenleiter bis 2001

Das Wochenblatt war wichtig für die Stadt Singen und die umliegende Region, dem es bot den Zeitungslesern eine Alternative genauso wie den werbenden Unternehmen, da es die Zeitung war, die in jeden Haushalt kam. Für das Wochenblatt waren die guten Mitarbeiter wichtig, die den Erfolg des Unternehmens ausmachten. Einer von ihnen war Claus Großmann, der von 1972 bis 2001 für das WOCHENBLATT tätig war, zuletzt als Anzeigenleiter.

Er erinnert sich noch gerne an die Pionierzeiten des Anzeigenblatts, zu dem er damals von der lokalen Tageszeitung »übergelaufen« war. Der Service des WOCHENBLATTs, mit den Kunden zusammen Anzeigen zu entwerfen war damals etwas ganz Neues gewesen. Auch auf diese Kundennähe habe der Gründer des WOCHENBLATT, Hans-Joachim Frese, von Anfang an gesetzt und damit eine neue Ära in der regionalen Zeitungslandschaft begründet. Claus Großmann erinnert sich an die Zeiten, als der Mittagstisch in der »Goldenen Kugel « oder der morgendliche Handwerkertreff bei der Kaffeerösterei Hacker wichtige Börse von Neuigkeiten und auch Marktplatz war. »Es war die beste Kontaktbörse zum Handwerk«, blickt Claus Großmann heute zurück. Und der direkte Kontakt zu den Kunden, das sei von Anfang an die große Stärke des WOCHENBLATTs gewesen, die den Erfolgsweg der heute größten regionalen Zeitung mit Verbreitungsgebiet im Landkreis Konstanz legte.

Die Anfänge des WOCHENBLATTs waren bescheiden. Die erste Geschäftsstelle befand sich in der Hegaustraße, wo heute die Dresdner Bank residiert. Schon nach kurzer Zeit bezog man eine kleine Geschäftsstelle in der Ekkehardstraße 3, neben dem damaligen Café Schrempp. Anna Siegel, die leider bereits 1973 verstarb, war die erste Redakteurin des WOCHENBLATTs. »Ohne die begann damals keine Stadtratsitzung in Singen«, so Claus Großmann. Bald wurden die Räume zu klein, der Verwaltungsbereich zog in zuvor von der Post genutzte Räume in der Scheffelstraße aus. Anfang der 80er entstand bereits das heutige »Wochenblatt-Haus« in der Hadwigstraße 2a in Zusammenarbeit mit dem benachbarten Juwelier Hans Hauk. Mit der Einstellung von Heiner Schmidt konnte eine weitere Professionalisierung der Redaktion ab Mitte der 70er Jahre erreicht werden, was auch durch die Sensation des Jahres 1977, die Verhaftung der Terroristen Sonnenberg und Becker in Singen unterstrichen wurde, von der das Wochenblatt als einzige Zeitung über Fotos vom Abtransport der schwer Verletzten verfügte, die bundesweit publiziert wurden.

Das Wochenblatt wurde ganz am Anfang in der Schweiz bei den Mitbegründern des Schaffhauser Bocks gedruckt, bald aber schon in Waldshut, wo der Albbote hergestellt wurde. Damals, so Claus Großmann, gehörte die Reise am Dienstagabend in die Druckerei nach Waldshut zum wöchentlichen Rhythmus hinzu. Beim Umbruch, der damals noch im traditionellen Bleisatz abgewickelt wurde, gestaltete man die Zeitung gemeinsam und führte die letzten Korrekturen durch. Damals hatte das Wochenblatt noch selbst Autos angemietet, um die fertigen Zeitungen nach Singen und in den Hegau zu den Austrägern zu bekommen, die das Wochenblatt dann ausgetragen hatten. Einige Jahre später wechselte der Druckauftrag an das Druckzentrum VDI nach Schwenningen, dann standen die Fahrten in die dortige Druckerei an. Als dann das Wochenblatt in Oberndorf am Neckar gedruckt werden sollte, hatte sich das WOCHENBLATT schon auf eine neue Technik eingestellt. In den benachbarten Räumen der ehemaligen Bäckerei Hall in Singen wurde eine eigene Technische Abteilung ab 1987 eröffnet, die es fortan erlaubte, die Druckvorstufe selbst in Singen, nahe der Redaktion wie der Anzeigenabteilung herzustellen, erinnert sich Claus Großmann. Das machte schließlich auch den Übergang zum näher gelegenen Druckzentrum in Konstanz möglich, wo das WOCHENBLATT seit Anfang 1992 gedruckt wird. Auch hier habe sich die Weitsicht von Verlagsgründer Hans Joachim Frese gezeigt. »Er hat das Unternehmen Schritt für Schritt mit einem Ziel im Kopf aufgebaut und seine Vision auch Zug um Zug in die Tat umgesetzt«, so Claus Großmann, der Ende 2001 in den wohlverdienten Ruhestand ging. »Wir sind einfach immer besser geworden. « Die Wertschätzung, die ihm zu seiner Verabschiedung in den Ruhestand von seinen Kunden entgegengebracht wurde, machte den Stellenwert von Claus Großmann in seiner Kundennähe deutlich.

Oliver Fiedler

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


Claus Großmann, im Bild bei seiner Verabschiedung mit Volker Riedinger, Geschäftsführer der Malerwerkstätten Kornmayer, kam 1972 zum WOCHENBLATT und war zuletzt Anzeigenleiter