Unsere Zeitung
Im lokalen liegt die Zukunft
Porträts
Beirer, Karl - Pfadfinder auf den Spuren der Bildung
Benz, Hartwig-Michael - "Der Weg zu Gott ist der Mensch"
Bode, Timm & Partner - Ein unverzichtbarer Partner geworden
Graf von Bodman - Spritzen, Spindelbäume und Schutznetze
Braß, Günther - Laufen ist ein Lebensgefühl
Brendle, Werner - Wir konnten gesund und langsam wachsen
Der bunte Hund - Schon lang im Schwabenalter
Dietrich, Mechthild- Nicht nur die Frau an seiner Seite
Edbauer, Josef - der Automobilguss in Singen
Ellensohn, Siegfried - Biogas bringt uns eine Menge
Endres, Siegfried - Die Stadt als Mittelzentrum pflegen
Engelhardt, Udo - Projekt Singener Tafel
Epple, Bruno - Ein Leben für Kunst und Literatur
Fröhlich, Walter - Er machte die Mundart salonfähig
Fröhlich, Walter - gratuliert zum Geburtstag
Gampp, Paul - Nichts wird bleiben, wie es sein wird
Geiger, Walter - Ein Schwimmbad aus Bürgerhand
Glunk, Dr. Karl - Fordern und fördern
Großmann, Claus - Eine Zeitung für alle geschaffen
"Ghostriders" - Still going strong"
Greuter, Michael und Christoph - Im Dienst des Buchs
Gulde, Erwin - Eine Alternative mit Wirkung
Hempel, Ingrid - Als Frau in einer Männerdomäne
Hirt, Daniel - Aus Vernunftehe wurde Erfolgsgeschichte
Hußlein, Raimund - Es gab eben alles unter einem Dach
Johann, Dietmar - Die SPD und ihr Künstler Friedhelm
Kämpf, Andreas und die Geschichte der GEMS
Kenzler, Rainer - Ausbildung wird zur Schicksalsfrage
Klaiber, Alfred - Der Manager des Hegauer Sports
Dr. Klinger - Wir sind auf dem richtigen Weg
Kornmayer, Heinz - Ohne Werbung könnten wir nicht existieren
Kraus, Emmi - Rege, wach und immer streitbar
Porträts L bis Z
Sonstige Porträts
Aus der Welt der Politik
Region Singen damals und heute
Der Hegau damals und heute
Region Radolfzell damals und heute
Region Stockach damals und heute
Aus der Wirtschaft

 Als Frau in einer Männerdomäne

Porträt: Ingrid Hempel, Unternehmerin

Ingrid Hempel leitet nicht nur ein Unternehmen sondern auch in der IHK Text: Die Frau als Unternehmerin an der Spitze des Unternehmens ist natürlich längst kein unbekanntes Wesen mehr. Sie hat noch mehr geschafft: Ingrid Hempel ist heute Stellvertretende Präsidentin der IHK-Hochrhein Bodensee. Als geschäftsführende Gesellschafterin der Singener Okle Unternehmensgruppe begleitete sie in der Vergangenheit zwei Generationswechsel in diesem Unternehmen. Bescheiden weist sie eine Bilderbuch-Karriere zurück: Leistung zählt und darüber hinaus sei sie bei allen Positionen, die sie aktuell einnimmt, immer gerufen worden.


Ingrid Hempels Wort hat bei der IHK Gewicht: Hier stellt sie den neuen
IHK-Hauptgeschäftsführer Dr. Claudius Marx der Presse vor.

»Sich immer weiterentwickeln«, rät Ingrid Hempel, die eine kaufmännische Lehre als Grundlage ihres beruflichen Erfolgs hat. Eine Weiterbildung zur Bilanzbuchhalterin mit Betriebswirtschaft kam hinzu. Eine gute Aus- und Weiterbildung, das ist ihr Tipp auch an heutige junge Frauen, die ihre beruflichen Perspektiven selbst gestalten wollen. »Ins Unternehmen bin ich hineingewachsen«, sagt Ingrid Hempel heute. Die Buchhaltung war ihr erstes bedeutendes Betätigungsfeld und nach und nach wuchs sie in alle anderen Themenfelder des Unternehmens hinein. Damit eine solche Bilderbuchkarriere möglich ist, dazu müssen Person und Unternehmen schon in besonderer Weise zusammenpassen.

1934 wurde das Unternehmen Okle von Josef Okle gegründet. Der erste Generationswechsel stand dann zwischen Firmengründer Josef Okle und Sohn Klaus Okle Ende der 70er Jahre an. 1970 kam Ingrid Hempel als geschäftsführende Gesellschafterin dazu. Zusammen haben beide in der zweiten Generation das am Markt erfolgreiche Unternehmen geführt.

Ingrid Hempel bereitet später den Generationswechsel an die dritte Generation, die durch Hans-Philipp Okle vertreten wird, vor. Hans-Philipp Okle führt als geschäftsführender Gesellschafter heute das Unternehmen.

Und wie kam Ingrid Hempel zur IHK? Ausbildung war ihr erstes Thema, zumal das Unternehmen hier stark engagiert war und ist. Dafür setzte sie sich auch in den Gremien der IHK ein. Der Prüfungsausschuss und der Handelsausschuss folgten. Dann führte der Weg in die Vollversammlung und eben ins Präsidium erst als Vizepräsidentin unter Dietrich H. Boesken und jetzt als stellvertretende Präsidentin an der Seite von Kurt Grieshaber. Sie ist vor allem die Repräsentantin der Wirtschaft in Singen, im Hegau und am See. Ihr Wort hat Gewicht, ohne dass sie laut werden muss.

Wie kommt es zu so einer Laufbahn? »Ich war an allem Neuen immer interessiert «, resümiert Ingrid Hempel. Und diesen Tipp gibt sie auch jenen Frauen, die heute in Unternehmenskarrieren einsteigen wollen.

Wie sieht sich Ingrid Hempel in der »Männerwelt« der IHK? Das ist kein Thema für sie. Sie akzeptiere das andere Geschlecht und stelle die Frauenrolle nie in den Vordergrund. Sie will hier einfach Kollegin sein. Mit dieser Haltung kommt sie in allen Gremien stets bestens zurecht. So wurde sie auch Vizepräsidentin des Deutschen Nahrungsmittelgroßhandels und gehört zur Geschäftsführung verschiedener Handels-Kooperationen.

Was sollen junge Frauen heute machen, wenn sie sich beruflich weiterentwickeln wollen? Ingrid Hempel stellt die Bereitschaft zum Lernen ganz oben an. »Karriere« als Begriff hört sie nicht gerne, es sei schlicht eine berufliche Laufbahn. Es ist nicht so, dass Frauen sich »profilieren« müssten. Allerdings ist es noch oft so, dass Frauen in Führungspositionen ein Mehr an Leistung erbringen müssen. Ingrid Hempel wünscht sich hier mehr wahre Gleichberechtigung für Mann und Frau.

Hans Paul Lichtwald