Porträt:
Lefo Formenbau seit 1972 in Stockach
Im
Jahr 1972 gründete Hugo Lehmann am Dillplatz in Stockach
sein Unternehmen Lehmann Formenbau, das schon bald als »Lefo«
eine Erfolgsgeschichte antreten sollte und schon 1974 am jetzigen
Standort »Am Herrmannsberg« mit dem Bau von Fabrikationshallen
begann, die ständig erweitert wurden. Doch das Unternehmen
machte nicht immer nur positive Schlagzeilen. 1994 wurde das Unternehmen
an Mitsubishi verkauft, die Japaner hatten nicht immer ein glückliches
Händchen mit ihrem Standort in Deutschland und so kam das
Unternehmen dann 1999 an die Roos & Kübler-Gruppe, die
im Firmenverbund für eine weitere erfolgreiche Entwicklung
im Formenbau für Spritzgussmaschinen legen konnte, weil damit
neue Marktchancen gegeben wurden. Lefo in Stockach hat heute 80
Mitarbeiter und ist einer der aktivsten Ausbildungsbetriebe der
Region. Andreas Weh, kaufmännischer Leiter des Unternehmens
und seit 1992 bei Lefo, stellte sich dem Interview für die
WOCHENBLATT- Geburtstagszeitung.
Frage:
Sie kamen als Mitarbeiter im Jahr 1994 durch den Verkauf des Unternehmens
Lefo an Mitsubishi. Wie haben sie die Zeit damals erlebt.
Andreas Weh: ich kam damals als Kaufmännischer
Allrounder zu Lefo. Es war eine sehr interessante Zeit, wir hatten
sehr viel Kontakt zu unserem japanischen Mutterhaus. Ich habe
ein Stück weit die japanische Mentalität kennen gelernt.
Wir hatten damals auch einen japanischen Mitarbeiter von Mitsubishi
im Haus. Das Ziel damals war, dass Lefo für die japanischen
Firmen in Deutschland als Serviceunternehmen tätig wird.
Frage:
Das funktionierte ganze fünf Jahre
lang.
Weh: Mitsubishi hat sich 1999 entschlossen, sich vom
deutschen Formenbaumarkt zurück zu ziehen. Hintergrund war,
dass die japanische Formenbautochter von Mitsubishi strukturelle
Schwierigkeiten bekam aufgrund der Veränderungen am Markt.
Durch den rasanten Wechsel im Audio- und Videobereich zur CD und
den digitalen Medien war eine Restrukturierung notwendig. Die
japanischen Kunden in Europa haben sich zum Teil zurückgezogen,
und für Mitsubishi gab es auf keinen Grund mehr, uns als
Servicestation aufrecht zu erhalten. Wir wurden auch ein Stück
weit Konkurrenz zum Mutterunternehmen im Bereich Formenbau - die
japanischen Unternehmen begannen Werkzeuge bei uns einzukaufen
und nicht mehr in Japan.
Frage:
der Übergang in die Roos & Kübler
Gruppe hat statt dem befürchteten Niedergang eigentlich viele
neue Chancen für den Standort Stockach eröffnet.
Weh: Es war klar, dass die Mitarbeiter hier Ängste
hatten, als klar wurde, dass sich Mitsubishi hier zurückziehen
wird. Dadurch dass aber die Roos & Kübler Gruppe mit
ihrem Gesellschafter Dr. Rainer Nann mit seiner Frau zeitnah mit
dem Herrn Lehmann zusammen die Mitarbeiter über Pläne
und Ausbaumöglichkeiten informiert hat, gab es eigentlich
nur eine kurze Unsicherheit. Es wurden keinerlei Arbeitsplätze
abgebaut. Im Gegenteil: es wurde ein Programm ausgearbeitet, wo
wir aus der Sicht des Mutterhauses Nachholbedarf hatten. Wir wurden
vom handwerklich geführten zum industriellen Unternehmen.
Wir haben durch die Zugehörigkeit zu Roos & Kübler
die Möglichkeit auf Ingenieursdienstleistungen zurückzugreifen,
wir können gemeinsam am Markt auftreten, profitieren vom
Namen der Gruppe und sind heute in der glücklichen Lage,
gemeinsam Projekte abzuwickeln. Wir können dadurch in der
Gruppe Produkte aus einer Hand abliefern.
Frage:
Das Unternehmen Lefo ist erfolgreich gewachsen
in der Raumschaft Hegau. Wie wohl fühlt sich der Unternehmer
hier?
Weh: wir haben natürlich durch die anderen Standorte
die Möglichkeit hier Vergleichszahlen zu ziehen. Ein Nachteil
sind definitiv die Lohnkosten. Die Nähe zur Schweiz ist ein
Standortnachteil. Andererseits können wir hier auf qualifizierte
Kräfte zurückgreifen.
Frage:
Die sie aber zum Großteil selbst ausbilden.
Weh: Die Ausbildung ist für uns ein Muss. Dadurch
sichern wir auch die Qualität für unsere Kunden.
Frage:
Der Standort Deutschland ist für sie
aber auch ein Wettbewerbsvorteil, was die Nähe zu den Kunden
betrifft.
Weh: viele unserer Kunden verlagern zwar die Produkte
ins Ausland. Aber die Formen werden noch in Deutschland hergestellt
und dann ins Ausland gebracht so dass unsere Werkzeuge weltweit
im Einsatz sind. Unser Vorteil ist, dass wir durch die Nähe
zu den Unternehmen sehr schnell reagieren können, weil hier
auch die Entwickler sind. Wir sind auch im hochpreisigen Bereich
präsent weil wir eine sehr hohe Produktsicherheit bieten
können für automatisierte Fertigungsanlagen.
Frage:
wie sieht die weitere Zukunft aus. Planen
Sie weitere Investitionen über die jetzt geschaffene Probefertigung
und die neue Messtechnik hinaus, die sie in diesem Jahr hier eingeführt
haben?
Weh: Es sind sicherlich noch weitere Investitionen nötig
die auch schon in den Schubladen liegen. Wir werden weiterhin
in moderne Frästechnologie investieren. Wenn wir unsere Fräskapazität
erweitern, müssen wir auch unsere Programmierkapazität
erweitern. Das können wir nur mit eigenen Mitarbeitern machen.
Frage: Sie wollen nun auch ihr Qualitätsmanagement zertifizieren
lassen. Weh: Wir müssen uns bis zum Herbst 2009 nach ISO
9001 zertifizieren, um uns neue Kunden erschließen zu können.
Für uns bedeutet der Schritt auch ein Signal nach außen,
der sagt: wir sind ein Betrieb, der Qualität abliefert.
Oliver
Fiedler
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Andreas
Weh ist kaufmännischer Leiter von Lefo-Formenbau in Stockach,
dass seit 1999 zu Roos & Kübler Gruppe gehört

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