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 Wafös alemannische Dialektik

Walter Fröhlich gratuliert zum Geburtstag

Mer sotts it fir meglich halte, etz isch mei WOCHENBLATT scho vierzg Johr alt, s isch also halbe so alt wie i. Do wäred etz glei wieder ä paar sage, wieso „mei“ WOCHENBLATT und genau fir selle isch des Ufsätzle gschriebe. Nadierlich bin i it de Inhaber vu dere Zeitung, sie ghört also it mir, des ka sich jo jeder denke, wenn’er denke ka. Wie soll au i de Inhaber vunere Zeitung sei. Des hot vor vierzg Johr au niemerd fir meglich ghalte, daß dem Hans-Joachim Frese mol ä Zeitung ghört. De HJ, wie mir gsagt hond, isch it als Verleger uf d Welt kumme und a sinere Wiege hot au ko guete Fee gsunge, dass er mol Verleger sei wird und ä eigene Zeitung hot. Anschtatt Frese schreib i etz eifach au „HJ“ weil des vill familiärer klingt, als de Nochname. Also de HJ kummt vu ganz unde. Der hot alles megliche gmacht, aber wie gsagt, do hett doch kon Mensch dra glaubt, dass der mol ä eigene Zeitung hot. Aber ebbes hot’ er ghet, wa no lang it alle hond, nämlich ä unglaublich schlau’s Köpfle und en riesige Bolle Fantasie i sim Hirn. Dezue ane no so ebbes wie en eiserne Willä und mit dere Usrüschtung vermag en Mensch vill, wenner richtig demit umgoht und de HJ hot sich vu unde noch obe gschauflet und hot des SINGENER WOCHENBLATT gründet und alle hond gset, lond’en nu mache, der macht it lang, no goht des Blättle wieder ei. S isch aber it eigange, ganz im Gegeteil, s isch zu om vu de angesähenschte und bedeitendschte Wocheblätter i de Bundesrepublik wore und etz isches vierzg Johr alt.

Etz wa hot des dodemit z’tued, dass des au „mei“ WOCHENBLATT isch? Langsam ihr Lüt, s kummt scho no. I war domols i de ALU und hon näbeher am „Schwarzwälder Bote“ mei Kolumne gschriebe, „Wafrö’s würziges Wochenragout“. Iber fufzeh Johr lang isch die Schpalte im „Schwabo“ gloffe, weil mi min wunderbare Freund und Lokalschefredakteur Herbert Baier, also de „hb“ hot schriibe loo, ohne Zensur. Des war fir en Schornalischt de Himmel, schriibe der fe ohne Zensur. De Schwabo isch denn us Singe verschwunde, weil er en Deal gmacht hot, gege ä anders Gebiet, mit dem Südkurier. Domols war de Heiner Schmid de Schefredakteur am WOCHENBLATT. Seller Heiner war en ganz prima Kerle und der hot gwisst, dass i ä Schwäche fir unsere Mundart hon. Etz hond mir zwei ä Experiment gmacht und under dem Pseudonym „Urban Klingele“ hon i ä Fortsetzungs-ABC gschriebe, under dem Titel, „Alemannisch fir Anfänger.“ Des war so en Erfolg, dass de HJ do drus ä Büechle gmacht hot, weil de HJ fir alls ufgschlosse gsi isch, wa neu war und wo er denkt hot, des kännt ebbes wäre.

Dezwische bin i mordsmässig krank wore. Ä firchtige Depression hot me verdwischt und i bi abgschiege i d Höll. I war nume i, i war nint meh als nint, war läbendig dot und mer hot me invalidisiert mit siebenefufzge. S isch denn ganz langsam wieder hell worre i de Seel und im Hirn und de Heiner hot zu dem „alleweil no Würschtle“ gseit, „kumm mir mached wieder ebbes mitenand.“ Denn hon i denkt, des mit dem Urban Klingele war doch garit so lätz und hon agfange mit mine Mundartgschichtle under de Iberschrift: „Urban Klingeles saudumme Gosch.“ Vu dert a isches mit mir wieder schteil berguf gange, wa mei Gsundheit betrifft, i hon wieder Fuess gfasst i de Schreiberei, i hon gmerkt, dass des Hirn no funkzioniert und dass es no Mensche giit, wo au dra glaubed, wo mir wieder ä Ufgab gäbed. Des WOCHENBLATT isch immer meh „mei“ WOCHENBLATT wore. Nu war denn de Heiner Schmid nume do und wenn de kon Freund hosch, wo weng sei Hand iber di hebt, no kas sei, dass de leicht under d Räder kunnsch, bsunders ufere Zeitung. Do sind denn nochnand ä Reihe vu Schefredakteur kumme, a die denk i nume so gern. Erschtens wared se no jung und hond mi vu vornerei fir en alte Simpel ghalte, wo mer halt no weng mache loot und oft hond se mei „saudumme Gosch“ wochelang liege loo, bis se mol druckt wore isch. Andauernd hond d Lüt gfroget, ischer wieder krank de Klingele? Nei, er war it krank, aber die neue Herre hond denkt, den Scheiss wo der schriibt, den liest doch niemerd. I woss aber vu vill Leit, dass se lieber min Scheiss gläse hetted, als dene Gernegross ihren.

S isch alles anderscht kumme! Als ob en Schutzengel sei Hand iber mi ghebt hett, hot sich z’mol alls klärt. De Peter Peschka war ä zeitlang furt, isch wieder z’ruckkumme und isch de Verlagsleiter wore. Dem sin Bese hot guet kehrt, obwohl mer jo gern weng mit de Auge blinzlet, wemmer des Schprichwort zitiert, „neue Besen kehren gut.“ Der hot ä paar eiserne Borschte i sim Bese ghet und des hot dem WOCHENBLATT guet tue. Uf alle Fäll hond se mein „Klingele“ nume „vergesse!“ Denn isch au no en neie Schefredaktör kumme, de HPLI, de Hans Paul Lichtwald. Der war scho lang lang vorher min Kolleg, wo i bim Schwabo no mei Wocheragout gschriebe hon und etz ware’ mer wieder beinand.

Denn isch der bösartige, blinde Krebs, dem wo’s scheissegal isch woner sich einischtet, denn isch der i de HJ gfahre und hot’en umbrocht. D Familie hot gwisst, dass er’s it so mit de Kirche hot und de Friedhofprediger hot de Witwe und de beide Töcher au it bsunders gfalle. Sie hond denn gfroget, ob i de HJ it beerdige dät. I hon mer ä Grabred fir min Schef iberlegt, meh ussem Herz wie ussem Kopf und die riesige Trauergemeinde isch verschrocke, wo i hinder dem Sarg vorkumme bin. Sie hond denkt, der ghört doch i d Scheffelhalle, aber it ine Einsegnungshalle, aber sie hond sich täuscht, weil i usser minere luschtige au no ä andere Siite hon. Vill hond mir beschtätiget, dass des genau des war, wamer zum Abschied vom HJ hot unbedingt no sage mösse. Des war der Tag, wo des WOCHENBLATT endgültig „mei“ Blatt war, mei endgültige Schornalischte-Hoemet, wer’s verschtoht, der verschtohts. Er de HJ Frese war’s schliesslich au, wo mine erschte „Klingele“ zume Büechle zämmebunde und verlegt hot. In Leine gebunde und mitere Goldprägung hot’er meine Glosse zume Buech gmacht und kon geringere, als de Robert Seyfried hot d Illuschtrazione dezue glieferet. Des Buech giits nume, aber i hon scho feschtgschtellt, dass es im Antiquariat vier mol sovill koscht, wie’s domols im Buechhandel koscht hot.

De Verlagsleiter, mir saged ihm de „Pe- Pe,“ isch denn no weng nöcher mit mir zämmegrutscht, weil s Schicksal uns beide it grad sanft gschtosse hot und do drus isch ä Männerfreundschaft wore, wa mi logischerweis no meh a „mei“ WOCHENBLATT bindet, des ka jo garit andersch sei. Wa mi aber au freit, des isch mei Verhältnis zu mine Redakzionskollegine und Kollege, zu allene, wo im Verlag schaffed, vu de Technik bis zum Hausmeischter. Vu de Verlagsleitung, sellem Dreimäderlhaus, bis zu däne Anzeigemäusle und meine Freundine am Kundeschalter. Ob mer mir des glaube will oder it, do bin i dohom und wenn’s „meim“ WOCHENBLATT guet goht no gohts au mir guet. Drum isches doch au ko Wunder, daß i ihm etz herzlich gratulier z’erscht mol weitere zwanzg Johr winsch, no bin i nämlich hundert, no wellemer wiiter säeh…