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 Schon lang im Schwabenalter

Herzlichen Glückwunsch vom Bunten Hund

Hallo und guten Tag, Ihr bunter Hund ist wieder da. Können Sie sich noch erinnern was 1967 so alles passiert ist, liebe WOCHENBLATT - Leserinnen und - Leser?

Da war schon einiges geboten; Kurt Georg Kiesinger war Bundeskanzler und Willy Brandt Außenminister. In den Niederlanden wurde zum ersten Mal seit 116 Jahren ein Kronprinz geboren und - weil ich gerade beim Adel bin - König Konstantin von Griechenland scheiterte mit dem Versuch die Militärjunta zu stürzen; er floh nach Rom. In Israel wurde Mosche Dajan Verteidigungsminister; im 6-Tage-Krieg schlug Israel seine arabischen Nachbarn und besetzte die Sinaihalbinsel bis zum Suezkanal, Jordanien bis zum Jordan und Alt-Jerusalem. Dr. Christian Barnard gelang 1967 in Kapstadt die erste Herztransplantation.

In Deutschland versuchte der damalige Bundesverkehrsminister Georg Leber schwere Verkehrsgüter von der Straße auf die Bahn zu bringen; der Plan wurde je nach Interessenlage sehr unterschiedlich beurteilt. In der schönen Schweiz wurde der Autostraßentunnel durch den St. Bernhard mit einer Länge von 6,6 Kilometern für den Verkehr freigegeben.

Auch in Sachen Luftverkehr hat sich in diesem Jahr was getan; der Flughafen Amsterdam - Schiphol wurde eröffnet und galt als der modernste Europas. Und in der Filmwelt war einiges geboten. Erinnern Sie sich noch an »Zur Sache Schätzchen« oder »Bonnie und Clyde« mit Warren Beatty und Faye Dunaway. Auch »Rosemaries Baby kam 1967 in die Kinos und nicht zu vergessen der russische Film »Anna Karenina «. Im gleichen Jahr wurde der Schwergewichts- Boxweltmeister Cassius Clay wegen Wehrdienstverweigerung zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt. Bayern München gewann gegen die Glasgow Rangers den Europapokal der Pokalsieger und Eintracht Braunschweig wurde deutscher Fußballmeister.

Die Weltausstellung in Montreal wurde von 50 Millionen Menschen besucht; der deutsche Pavillon wurde von Frei Otto in Zeltform entworfen. Erinnern Sie sich noch an den Umsatz der 10 größten deutschen Unternehmen 1967? Volkswagen war der Spitzenreiter mit 9,3 Milliarden DM, gefolgt von Siemens 7,9, Farbwerke Hoechst 6,6, August-Thyssen- Hütte 6,5, Klöckner-Gruppe 6,4, Farbenfabriken Bayer 6,3, Veba 6,2, Daimler-Benz (damals war der Name noch nicht verhunzt) 5,8, AEG-Telefunken 5,2 und BASF 5,0 Milliarden DM. Existieren die eigentlich noch alle? Das Nullwachstum des Bruttosozialprodukts im gleichen Jahr bedeutete das Ende des deutschen Wirtschaftswunders seit 1949!! In Konstanz nahm die Reformuniversität in diesem besonderen Jahr ihren Betrieb auf.

1967 war hier in der Region noch aus einem anderen Grund ganz wichtig. Schließlich hat in diesem Jahr Ihr, unser, mein WOCHENBLATT das Licht der Medienwelt erblickt; also genau genommen wurde es von Hans Joachim Frese aus der Taufe gehoben. Der kleine Welpe - um in meiner Hundesprache zu bleiben - hat sich zum Alpharüden entwickelt. Ein gestandener Leithund, der auch im 40. Jahr wöchentlich interessante, erfreuliche und manchmal auch traurige Nachrichten liefert. Im Gegensatz zu den Schwaben, die dem Vernehmen nach erst mit Erreichen des 40. Lebensjahres schlau werden, war das WOCHENBLATT ein Frühreifer, will heißen kaum geboren und schon gescheit. Mit viel Engagement arbeiten die Redaktionen auch heute um Ihnen aktuelle Nachrichten zu bieten und Hintergrundwissen zu vermitteln. Ihr, unser und mein WOCHENBLATT wurde zum festen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens dieser Region. Manchmal streitbar - wie es sich für eine anständige Zeitung gehört - und immer engagiert, ist das WOCHENBLATT aus dem Leben in der Region nicht mehr weg zu denken. Es steht für die Menschen und bietet viel. Nehmen Sie das große Kinderfest beim ESV, veranstaltet vom WOCHENBLATT wegen des 40. Geburtstages. Kein Fest für die feine Gesellschaft, nein ein Fest für die Kinder; das WOCHENBLATT braucht keinen ministeriellen Erlass um sich für Kinder zu engagieren, die Macher unser Wochenzeitung sind selbst so schlau. Heute mache ich meine Schnauze ganz weit auf und belle meine Geburtstagsglückwünsche an alle Zweibeiner, die das WOCHENBLATT ermöglichen. Macht weiter so und auf die nächsten 40 Jahre. In diesem Sinn bis zum nächsten Mal, Ihr bunter Hund.