Wie
Gerold Czajor mit dem Alemannischen zurecht kam
Der
alemannischen Mentalität auf den Grund gegangen ist Gerold
Czajor schnell. Um in Stockach mit Bildungsangeboten Erfolg haben
zu können, brauchte er aber gute Berater. Die hatte er aber
bald gefunden.

Geburtstagstreffen
der CDU-Größen mit dem jungen CDU-Kreisgeschäftsführer
Gerold Czajor. Unser Bild zeigt (von links) Herrmann Biechele,
Theopont Diez,
Arbeitsminister a.D. Josef Schüttler und Dr. Herbert Berner.
Bild: Lichtwald
Habt
Ihr am Anfang überhaupt hier die Sprache verstehen können?
Für mich war es so. Ich kannte ja Grenze nur so wie die Zonengrenze.
Als ich dann in die Schweiz gefahren bin, war dies plötzlich
eine ganz andere Grenze als in meiner Vorstellung. Als mich dann
der Zöllner an der Grenze fragte, ob ich etwas zu verzollen
hätte, fragte ich nach, denn ich hatte ihn einfach nicht
verstanden. Doch dann hat er erst Recht in seinem breiten Schwitzerdütsch
mit mir geredet. Das waren dann meine ersten Eindrücke. Und
man darf nicht vergessen, dass damals die ganze Gegend noch viel
stärker Mundart gesprochen hat.
Haben
Sie da ein besonderes Erlebnis im Blick?
Ja, den Dr. Glunk. Der hat zwar in der Schule darauf geachtet,
dass alle ein gutes Deutsch gesprochen haben, doch er war natürlich
derjenige, der die Mundart als Altbadener publik gemacht hat.
Und
dann ging es mit der Volkshochschule nach Stockach in die Hochburg
des Narrengerichts, was ja sprachlich noch einmal einer Steigerung
gleichkam . . .
Stockach kam ja erst durch die Kreisreform zum Kreis
Konstanz, gehörte auch vorher nicht zum Bereich der Singener
CDU-Kreisgeschäftsstelle. Aber durch Heinz Martin, Wolfgang
Döber und Heinrich Wagner hatte ich dort wirklich gute Anlaufstellen
gehabt. Heinrich Wagner hat mir unheimlich viel geholfen, wenn
es um die Mentalität dort ging. So gelang es auch recht schnell,
die Zahl der Veranstaltungen hochzudrücken. Damals hatten
wir 120 Veranstaltungen in Stockach im Jahr, heute sind es 700!
Man muss eben auf die Leute zugehen und hören, was sie wollen,
damit man nicht am Markt vorbei geht.
Stockacher
Laufnarr sind Sie sicherlich geworden?
(lacht) . . . natürlich. Und das gleich im ersten Jahr.
Hans-Paul
Lichtwald
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