Singen
und das Aluminium. Das ist eine besondere Erfolgsgeschichte, die
auch die Bedeutung der Stadt als Jobmotor für eine ganze
Region dokumentiert, auch wenn die Zahl der Arbeitsplätze
seit Anfang der 90er Jahre aufgrund der Globalisierung zurückgehen
musste.
Rund
4.000 Mitarbeiter zählte die »Alu«, wie sie trotz
aller Namensänderungen in den folgenden Jahren noch immer
für ihre Mitarbeiter heißt, als das Wochenblatt im
Jahr 1967 das Licht der Welt erblickte. Die »Alu«
produzierte schon seit Mitte der 50er Jahre Arzneimittelverpackungen
aus Aluminium und verfügte seit den 50er Jahren über
die größte Rohr- und Strangpresse des Kontinents. Zahlreiche
Werkswohnungen aus den 60er Jahren in Singen und ab 1974 sogar
eine Siedlung aus Einfamilienhäusern in Mühlhausen machen
deutlich, dass die »Alu« damals mehr als nur Arbeitgeber
für eine ganze Region war. 1985 wurde die »Alu«
mit 4.500 Mitarbeitern größter Arbeitgeber in Südbaden,
1997 konnte eine neue Walzstraße für Folien mit Spezialflächen
in Betrieb genommen werden.

Das
Werk der »Alu«, heute Alcan Singen und Alcan Packaging
gehört zur
Stadtansicht in Singen einfach dazu. Seit 1912 ist Singen eine
Alu-Stadt,
und sie wird es auch in Zukunft bleiben.
1988
wird aus den Aluminiumwalzwerken Singen das »Alusingen«,
noch immer von der Alusuisse getragen. Ab den 90er Jahren des
letzten Jahrhunderts setzen umfangreiche Umstrukturierungen ein,
die nötig sind, um das Unternehmen im immer schärferen
globalen Wettbewerb fit zu machen, und dieser Prozess hat sich
bis in die Gegenwart fortgesetzt. 1992 wird der Verpackungsbereich
selbstständig und firmiert erst mal unter Alusingen-Verpackungen,
dann ab 1994 unter »Lawson Mardon Singen«. Mit Programmen
zur Arbeitszeitflexibilisierung übernimmt Alusingen damals
eine bundesweite Vorreiterrolle, gleichzeitig werden allerdings
auch alle Werkswohnungen veräußert, weil sich das Industrieunternehmen
auf seine Kernaufgaben konzentrieren muss. Ab 1994 wird auch der
Start in die Automobilzulieferung im großen Stil begonnen,
dieser Bereich hat sich inzwischen mit zwei Standorten im Industriepark
Gottmadingen ab 2002 verselbstständigt, weil auf dem angestammten
Areal in Singen keine Flächen mehr dafür vorhanden waren
und auch der Industriepark Gottmadingen als Investor auftrat.
Ab
1997 wird Alusingen zur Alusiusse Singen, bereits 1999 scheitert
eine Fusion zwischen Alusuisse und der VIAG, doch dann kommt Alcan:
Im Jahr 2000 schließen sich die Kanadier und die Schweizer
Algroup (ehemals Alusiusse) zusammen, seit 2001 gibt es in Singen
nun die Alcan Singen und das Alcan Packaging Singen. In zwei Wellen
mussten massiv Mitarbeiter eingespart werden, zuletzt musste die
örtliche Geschäftsführung, mit Peter Hutsch und
Thomas Sigi (bis 2006 Personaldirektor in Singen) über 300
Arbeitsplätze abbauen um »Fit for Future« zu
werden, sprich in den Genuss von Investitionen von über 35
Millionen Euro zu kommen, die das Werk zur weiteren Verbesserung
seiner Kostenstruktur wie auch zur Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit
dringend brauchte. Diese Anlagen, wie etwa eine hochmoderne Barrenfräse
oder ein neues Werk zur Folienverarbeitung, sind inzwischen auch
schon in Betrieb. Nach heftigen Demonstrationen der Mitglieder
der IG-Metall wurde versucht, die Zahl der Kündigungen möglichst
gering zu halten: am Ende wurden 300 Arbeitsplätze abgebaut
und es mussten lediglich 14 betriebsbedingte Kündigungen
ausgesprochen werden. Heute hat Alcan Singen 2.000 Mitarbeiter,
die in den Bereichen Walzprodukte und Pressdrodukte für verschiedene
Bereiche arbeiten, Alcan Packaging hat 1.100 Mitarbeiter und der
Bereich Automotive in Gottmadingen rund 300 Mitarbeiter.
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