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 Entscheiden werden die Aktionäre

Der Alu-Chef von 1977 bis 1993

Er war einer der Väter des Transrapid und wer weiß, was mit dem für Deutschland so wichtigen High-Tech- Projekt geschehen wäre, wenn Dietrich H- Boesken sich nicht dazu entschlossen hätte, aus Kassel nach Singen zu Alusingen zu wechseln. Dann führe die Schwebebahn sicher nicht mehr auf Teststrecken. Denn Dietrich H. Boesken war als Macher und Generaldirektor in Singen angetreten im Jahr 1977 und baute das Unternehmen, später als Vorsitzender der Geschäftsführung von 1988 bis 1993 kontinuierlich auf.

»Als ich kam, hatte die Alusingen 4.100 Mitarbeiter, ich 1993 in den Ruhestand bei Alusingen ging, gab es 4.900 Mitarbeiter und Alusingen war der größte Arbeitgeber in Südbaden geworden«, zog Dietrich H. Boesken anlässlich seines 80. Geburtstages im Mai Bilanz. »Ich habe einen Mordsdusel gehabt, ich musste während der Zeit in Singen keinen Mitarbeiter entlassen, auch wenn wir zwischendurch Anfang der 80er Jahre auch kurzfristig Personal reduzieren mussten, weil die Marktlage sich negativ entwickelt hatte.« Und sein Bemühen, als Arbeitgeber für Arbeitsplätze sorgen zu können, krönte sich in der Krise des Lonza-Werks in Rheinfelden, das Anfang der 90er Jahre vor der Schließung stand. Durch einen Management Buy-Out konnte damals das Aus für den Standort abgewendet und eine große Krise in dieser Region verhindert werden.

In den 15 Jahren der Geschäftsführung durch Dietrich H. Boesken wurden im Werk von Alusingen, diesen Titel führte das Werk ab 1988, insgesamt zwei Millionen D-Mark investiert. Das Unternehmen produzierte damals bis zu 180.000 Tonnen Aluminium pro Jahr, wie Dietrich H. Boesken damals sagte, einen Streifen Folie, den man von der Erde um den Mond und wieder zurück legen konnte. Durch Dietrich H. Boesken wurde der Begriff des Aluminianers in der Region geprägt. Doch Dietrich H. Boesken war über ein Amt als Generaldirektor und Geschäfstführer hinaus für den Werkstoff Aluminium aktiv. Im Jahr 1986 stieg er zusammen mit Bruno Maier in der 1972 in Worblingen gegründeten Wefa ein, ab 1994 dem Start in seinen »Ruhestand« wird er über ein Management-Buy-Out geschäftsführender Gesellschafter. Die Wefa, die Werkzeuge für die Profilherstellung von Aluminium herstellt, wurde kontinuierlich ausgebaut, so dass das inzwischen 150 Mitarbeiter zählende Unternehmen mit Standorten in Singen, Thayngen und der Tschechoslowakei zu den in diesem Bereich auf dem Weltmarkt führenden Unternehmen zählt. Diese Position hat Dietrich H. Boesken auch heute noch mit 80 Jahren inne.

Dietrich H. Boesken für 20 Jahre bis 2001 Präsident der IHK Hochrhein- Bodensee, ist seit 1998 Ehrensenator der Universität Konstanz. Zudem war Dietrich H. Boesken auch Vorsitzender des Gesamtverbandes der Aluminiumindustrie in Deutschland gewesen, deren Ehrenpräsident er heute ist. Für seine Verdienste um die Stadt Singen wurde er im Jahr 2002 zum Ehrenbürger der Stadt Singen ernannt.

Sein Nachfolger in der Geschäftsführung von Alusingen, war Dr. Gerd Springe, der bis 1998 im Amt war, seine Dienstzeit endete mit der Übernahme des Konzerns durch Alcan.