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Als
Schaffhausen noch die "Hauptstadt" des Hegau war
Im Mittelalter und in der frühen
Neuzeit war die Burg Hohentwiel oftmals Schauplatz der grossen Politik, während
Singen als unscheinbares Dorf am Fusse der Festung höchstens Zeuge und
oftmals Leidtragende der Machtkämpfe war. Die engsten Berater König
Sigmunds stammten aus dem Hegau: Graf Eberhard von Nellenburg, Graf Hans von
Lupfen auf Hohenhöwen, Kaspar von Klingenberg auf Hohentwiel, Hans
Konrad von Bodman und Hans von Heudorf. Schaffhausen, dessen Stadtadel einen
grossen Einfluss auf die städtische Politik hatte, war Zentrum des
Salzhandels und grösste Stadt in unmittelbarer Umgebung.
Die
Stadt versorgte den Hegau mit wichtigen Handelsgütern. Der politisch
einflussreiche Adel der Stadt und der Hegauadel standen sich in vielem sehr
nahe, was durch gegenseitige Heiraten immer wieder unterstrichen wurde. So war
zum Beispiel Götz von Randenburg, der Schaffhauser Schultheiss, mit
Kunigunde von Friedingen, Barbara von Fulach aus Schaffhausen mit Hans von
Lupfen auf Hohenhöwen verheiratet. Es lag deshalb nahe, dass Schaffhausen
mit den Rittern des Hegauadels mehrere Bündnisse abschloss, bei denen sich
beide Seiten zur gemeinsame Verbrechensverfolgung und militärischer Unterstützung
verpflichteten. Die Stadt bemühte sich - wie viele Reichsstädte
damals - ihr Territorium zu vergrössern. Von der Topographie her lag es auf
der Hand, nach Erwerbungen im Klettgau und Hegau zu anzustreben.
Schon im 14. Jahrhundert waren die Adligen von Fulach Bürger von
Schaffhausen und spielten in den nächsten zwei Jahrhunderten eine
hervorragende Rolle in der städtischen Politik. Konrad von Fulach war nach
der Einführung der Zunftverfassung 1411 der vierte Bürgermeister. Es
gelang der Familie, durch Kauf oder Belehnung innerhalb kurzer Zeit einen
beachtlichen Besitz zu erwerben. Neben zahlreichen Dörfern im Zürcher
Weinland und im heutigen Kanton Schaffhausen besassen sie auch das Schloss
Laufen am Rheinfall.
Den wenigsten Adligen ging es am Ausgang des
Mittelalters so gut. Die Familie von Friedingen nämlich, die das Dorf
Singen seit dem 12. Jahrhundert in ihrem Besitz hatte, geriet seit Mitte des 15.
Jahrhunderts immer mehr in Finanznöte und verkaufte zu Beginn der 1460er
Jahre das Dorf und das Wenige, das ihr in der Gegend noch gehörte an die Brüder
Hans und Konrad von Fulach, die mit den Friedingern verwandt waren. Über
die Tätigkeit der Herren von Fulach als Besitzer von Singen erfahren wir
leider kaum etwas. Es ist jedoch diesen neuen Besitzverhältnissen zu
verdanken, dass 1499 die Eidgenossen im Schweizer- oder Schwabenkrieg das Dorf
Singen wie auch den Hohentwiel verschonten. Mehr als 50 Jahre gehörte
Singen zu Schaffhausen. Aber auch nachher, als die Familie Fulach ihre
Herrschaft 1518 an die Klingenberger als Herren von Hohentwiel verkauften, blieb
Singen indirekt im Einflussbereich der Stadt.
Hans Heinrich von
Klingenberg hatte nämlich 1516 für sich und den Hohentwiel das Bürgerrecht
Schaffhausens erworben. Auch der klingenbergische Vogt zu Singen war
Schaffhauser Bürger. Erst mit dem Übergang des Hohentwiels an Herzog
Ulrich von Württemberg im Jahre 1521 (siehe "Bauernkrieg") und
der Verkauf Singens 1530 an die Herren von Bodman, welche wenig später den
Besitz an König Ferdinand veräusserten, wurde der Stadt Schaffhausen
definitiv die Grundlage entzogen, ihr Territorium im Hegau auszubauen. Lange
Verhandlungen mit den Verkäufern nützten nichts. Die Grenze zwischen
dem Reich und der Eidgenossenschaft war damit für alle Zeiten festgelegt.
Dazu hatte auch die Entscheidung der Schaffhauser beigetragen, sich schon Ende
des 15. Jahrhunderts in Richtung Eidgenossenschaft zu orientieren.
Peter Scheck
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Im Mittelalter und in der frühen
Neuzeit war die Burg Hohentwiel oftmals Schauplatz der grossen Politik, während
Singen als unscheinbares Dorf am Fusse der Festung höchstens Zeuge und
oftmals Leidtragende der Machtkämpfe war. Die engsten Berater König
Sigmunds stammten aus dem Hegau: Graf Eberhard von Nellenburg, Graf Hans von
Lupfen auf Hohenhöwen, Kaspar von Klingenberg auf Hohentwiel, Hans
Konrad von Bodman und Hans von Heudorf. Schaffhausen, dessen Stadtadel einen
grossen Einfluss auf die städtische Politik hatte, war Zentrum des
Salzhandels und grösste Stadt in unmittelbarer Umgebung. Die Stadt
versorgte den Hegau mit wichtigen Handelsgütern. Der politisch
einflussreiche Adel der Stadt und der Hegauadel standen sich in vielem sehr
nahe, was durch gegenseitige Heiraten immer wieder unterstrichen wurde. So war
zum Beispiel Götz von Randenburg, der Schaffhauser Schultheiss, mit
Kunigunde von Friedingen, Barbara von Fulach aus Schaffhausen mit Hans von
Lupfen auf Hohenhöwen verheiratet. Es lag deshalb nahe, dass Schaffhausen
mit den Rittern des Hegauadels mehrere Bündnisse abschloss, bei denen sich
beide Seiten zur gemeinsame Verbrechensverfolgung und militärischer Unterstützung
verpflichteten. Die Stadt bemühte sich - wie viele Reichsstädte
damals - ihr Territorium zu vergrössern. Von der Topographie her lag es auf
der Hand, nach Erwerbungen im Klettgau und Hegau zu anzustreben.

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