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 1837 n. Chr. Reisen ist in: In Bodman hat
die Linde eröffnet, die Dampfschifffahrt auf dem Bodensee ist schon13 Jahre alt.
 1848: Friedrich Hecker, der
deutsche Revolutionär, zieht durch die Lande. Gab es so etwas wie eine
deutsche Revolution überhaupt?
 1887: Schnelles Essen für die
Industriegesellschaft: Schon 22 Maggi-Suppen sind
auf dem Markt
 1895: Das erste Auto im Thurgau
sorgt für
Aufsehen
 1914: Am 1. August mussten die Bürgermeister
aus dem Hegau nach Konstanz: Der erste Weltkrieg
wollte geplant sein.
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Brauerei
Bilger: Der Sohn schuf das Imperium
Sein Sohn Johann Baptist Bilger wahr
ehrgeiziger. Er erkannte damals die Zeichen der Zeit und baute die Brauerei
konsequent aus, nutzte die neue Eisenbahn für den Versand in die ganze
Region. Durch ihn wurde das Bilger-Bier berühmt. Die nächste
Generation unter Albert Bilger baute die Brauerei zum modernen Großbetrieb
aus. Damals wurde sogar überlegt, die Brauerei an einen verkehrsgünstigeren
Ort zu verlegen, etwa nach Basel oder Singen. Nach der Jahrhundertwende
beherrschte die Brauerei durch den neuen Sudhausturm auch als Gebäude den
Ort, erst die nächste Generation führte übrigens 1908 den Namen "Bilger-Bier
ein.
Bis 1914 baute man noch eigenen Hopfen an. Schon in der Zeit des
ersten Weltkriegs begann Bilger, andere Brauereien zu schlucken, landesweit
wurden Abfüllanlagen bis nach Stuttgart gebaut, zu denen von Gottmadingen
aus das frisch gebraute Bier in roten Tankwagen gefahren wurde, die schnell zu
einem der Markenzeichen wurden. Sogar an Bord der Flugzeuge der Lufthansa gab es
in den 60er Jahren Bilger Bier. Auf dem Höhepunkt seiner Entwicklung war
Bilger die viertgrößte Brauerei Südbadens mit 271 Mitarbeitern
und einem Ausstoss von 21,7 Millionen Liter Bier. Doch die Lust am eigenen Geschäft
hielt nicht ewig. Ein Schock war es, als 1968 die Beteiligung der Brauerei Fürstenberg
an Bilger bekannt wurde. Schnell folgten die Konsequenzen. Zug um Zug wurde die
Produktion nach Donaueschingen verlegt. 1976 wurde zum letzten Mal Bilger-Bier
in Gottmadingen gebraut.
Diese Tradition lebt durch die Narrenzunft
Gerstensack mit Zunftbraumeister Charles Binder nur noch an Fastnacht auf. Ein
später Trost für den Brauereistandort kam für die Gemeinde
Gottmadingen, als die Witwe des letzten Bilger-Chefs, Anneliese Bilger verstarb.
Sie vermachte ihr ganzes Vermögen der Gemeinde, die daraus eine Stiftung
machte. Damit konnte die neue Sporthalle zum Teil mitfinanziert werden. Die
damaligen Mitarbeiter von Bilger sollten auch noch ein Teil des Erbes erhalten.
Vor vier Jahren wurde die gesamten Gebäude mit Ausnahme des ortsbildprägenden
Sudhausturms abgerissen. Hier soll ein ortskernnahes Wohngebiet entstehen.
Oliver Fiedler |
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Nicht alle Unternehmensgeschichten
fangen glorreich an. So auch nicht die der Brauerei Bilger, die als "Brauerei
zur Sonne" 1832 das Licht der Welt erblickte. Was Gründer Johann
Nepomuk Bilger wirklich gelernt hat, ist unklar. Jedenfalls nicht das
Brauerhandwerk. Trotzdem braute er Bier in der Sonne, das reichte ihm.
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