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 1895: Das erste Auto im Thurgau
sorgt für
Aufsehen
 1914: Am 1. August mussten die Bürgermeister
aus dem Hegau nach Konstanz: Der erste Weltkrieg
wollte geplant sein.
 1920: Die Welt zwischen
Sozialdemokratie und Konservatismus bricht auseinander. Das kann man auch an den
Singener Vereinen
sehen
 1923: Die Inflation schlägt
zu: Eine Gottmadinger Brücke kostet über eine
Billion Mark
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Eine
Standortsuche fast wie heute
Das in Schaffhausen beheimatete
Unternehmen Georg Fischer fühlte sich im Aufwind. Denn nach und nach wurden
die Wasserversorgungssystem ausgebaut und vor allem die bis dahin gebräuchlichen
Wasserleitungen aus Holzstämmen (so was gab es wirklich) durch Eisenrohre
ersetzt. Und dafür brauchte es Verbindungsstücke, die eben die Firma
Georg Fischer herstellte. Den Boom ab Mitte der 80er Jahre des letzten
Jahrhunderts im Auge, suchte das Unternehmen einen Standort im deutschen
Wirtschaftsgebiet.
Eine Annonce brachte zunächst wenig Erfolg.
Der befreundete Unternehmer Johann Georg Fahr aus Gottmadingen sollte den neuen
Standort finden. Und er wurde schnell fündig. In Rielasingen fand er ein
Grundstück das den drei geforderten Kriterien der Industriellen am besten
entsprach: Nähe zum Stammwerk Schaffhausen, mögliche Nutzung der
Wasserkraft und eine gute Anschlussmöglichkeit an die Bahn. Die Rielasinger
Gemeindeverwaltung stand diesem Projekt 1893 sehr positiv gegenüber. Fast
alle zogen bis auf ein paar "Hetzer" an einem Strang. Letztlich war es
die Aach, die zu dieser Zeit auch schon die die Textilfabrik Troetschler und die
Fabrik der Ten Brinks genutzt wurde, die alles ins Stocken brachte. Schon Ende
1893 waren die Pläne bis zur Baureife gediehen, Genehmigungen angekündigt.
Troetschler und die Gemeinde Singen erhoben Einspruch gegen die Genehmigung.
Das Unternehmen Georg Fischer kam in Druck, denn die Zeit drohte zu
verstreichen, keiner wußte, wie lange der Boom bei Fittings noch anhalten
würde. Und ein Stück vom Kuchen hatte die Giesserei allzugerne gehabt.
Georg Fischer ging aufs ganze: Er bestellte schon mal den Bauunternehmer. Da
spielte Troetschler seine Karten aus. Weil die Abflussgeschwindigkeit der Aach
durch den folgenden Stausee von Georg Fischer verlangsamt werden, würde der
Kanal verkiesen und versanden. Troetschler hatte viele Grundstücke am Ufer
aufgekauft und war so richtig "betroffen". Fischer ging die Zeit aus,
die wollte er nicht in Gerichtsverhandlungen verstreichen lassen. Nach einem
Ortstermin am 17. November 1893 wurde wohl umgepolt: Schon am 25. November hatte
Fischer ein Grundstücksangebot aus Singen. Und kaufte weitere Grundstücke.
In Rielasingen schlug diese Nachricht wie eine Bombe ein. Doch es war zu spät.
Dass Fischer damals auf die Wasserkraft als Energielieferant
verzichtete, war gar nicht falsch. Auch die Ten Brinksche Weberei brauchte bald
eine Hilfsdampfmaschine, weil die Aach nicht mehr die Energie liefern konnte,
die solch ein Fabrik gebraucht hätte. Und die Fischerschen Planungen hatte
die Wasserführung noch höher angesetzt, als sie tatsächlich war.
Es ging dann sehr schnell: Am 2. Februar 1894 behandelte der Singener
Gemeinderat die Baugesuche Fischers. Die Singener Gemeinderäte kannten den
Unternehmer zu diesen Zeitpunkt noch gar nicht und lud ihn deshalb zur
Vorstellung ein. Im August 1895 erfolgte der erste Guss.
Oliver
Fiedler
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Standortentscheidungen waren auch schon
Ende des letzen Jahrhunderts trotz aller Euphorie für die neue Technik eine
nicht unproblematische Sache. In vielen Chroniken von Unternehmen, die sich in
dieser Zeit gründeten ist von ganz anderen Plänen die Rede. Fahr hätte
in Singen sein können, auch das Unternehmen Allweiler. Und Georg Fischer in
Rielasingen. Doch es wurde anders entschieden.

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