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Brauereien im Kreis Konstanz
In Allmannsdorf (Konstanz) bot ein
Bierbrauer namens Graf untergäriges Bier an. Die Brauerei Klopfer in Büsslingen
lieferte in die Wirtschaften, August Böhm braute in Ehingen, gleich drei
Brauereien aus Eigeltingen waren im Adressbuch für die gesamte
Brauereiindustrie Europas genannt, vier in Engen und natürlich die
Bodman`sche Gräfliche Brauerei in Espasingen, Bilgers brauten in der
Brauerei zur Sonne in Gottmadingen, wo auch die Bierbrauerei zum Sternen um
Kunden warb, in Heudorf und Honstetten gab es den Gerstensaft aus eigener
Produktion, in Konstanz gab es drei Brauereien.
Die Brauerei Burghof zählte
zu den größeren, die Ruppaner-Brauerei ist die einzige bis heute
verbliebene im Landkreis, die nicht nur für den eigenen Bedarf braut. Die
Liste geht weiter: Friedrich Renner stellte das erfrischende, schäumende
Nass in Mahlspüren im Hegau her, in Mahlspüren im Tal gab es gleich
zwei Gärmeister, August Auer braute in Mühlhausen im Hegau, in
Orsingen waren Stärks und Joos` geschmackangebend, in Radolfzell gab es die
Brauerei zur Hölle, in Riedheim wurde ebenfalls Bier hergestellt. Hugo Kässner
produzierte in Singen seit 1889, in Steißlingen sind zwei Braumeister
gemeldet, in Stockach mit Johann Fritz, Ernst Jäger, Fritz Küchle,
August Messmer, Hermann Messmer (Brauerei zum deutschen Haus) und Karl Messmer
(Inselbrauerei) gleich deren sechs.
Es geht noch weiter: In
Volkertshausen wurde ebenso Bier hergestellt wie in zwei Brauereien in Wahlwies,
einer in Welschingen (das Stammhaus von Mattes und Müller war in
Radolfzell), dreien in Zizenhausen und einer in Zoznegg. Heute ist davon nicht
mehr viel übrig: Die Brauerei Ruppaner in Konstanz (vielen Dank auch für
das Verzeichnis), mittlerweile über 200 Jahre alt, hat sich als einzige
Brauerei im Kreis, die nicht nur an eigene Gäste liefert, gehalten. Zwei
Gaststätten im Landkreis, die Selbstgebrautes anbieten, gibt es, eine (das
Central in Singen) erst seit diesem Jahr. Mehr Bestand als die unzähligen
Brauereien indes hat das Reinheitsgebot: Seit 1516 ist den deutschen
Biertrinkern lieb und teurer.
Anatol Hennig |