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Ein
Lehrberuf ist ausgestorben
1948 entstand das bekannte "Blauband"
mit Hauptsitz in Watterdingen. Das Unternehmen hatte Filialen in Tengen,
Binningen, Riedöschingen, Riedböhringen, Geisingen, Leipferdingen und
später im gesamten Bundesgebiet und beschäftigte über 600
Arbeitskräfte. Der Betrieb wurde 1976 geschlossen. Damals wurden die
Zigarren und Stumpen noch komplett durch Handarbeit hergestellt. Die Tabak-Blätter
mussten zugeschnitten und gewickelt werden. Das Trocknen dauerte ohne
Trockenmaschinen entsprechend länger. So kam es dazu, dass im Winter
produziert und im Sommer verkauft wurde.
Die Tabakindustrie beschäftigte
zum Großteil Frauen und Heimarbeiter aus der Landwirtschaft. Das war für
viele eine geeignete Winter-Tätigkeit. Deswegen siedelte sich die
Tabakindustrie bevorzugt im ländlichen Raum an. 1950 kamen die ersten
Maschinen auf den Markt. Arbeitsplätze konnten so eingespart werden. Doch
wurde der Einsatz von Maschinen nur ungern gesehen. Die Unternehmen mussten sich
den Betrieb der Maschinen vom Landratsamt genehmigen lassen. Die Genehmigung
bekamen sie nur, wenn auszuschließen war, dass Personal deswegen abgebaut
wurde. Ende der 50er Jahre knickte der Wirtschaftszweig der Tabakindustrie nach
unten. Die Leute fingen an, Geschmack an der Zigarette zu finden. Der harte
Preiskampf verschlechterte zudem die Qualität der produzierten Zigarren und
Stumpen. Die Nachfrage nahm ab - das hieß für viele Hersteller das
Aus. 1950 waren im gesamten Bundesgebiet noch 2000 Hersteller tätig. 1970 überlebten
den harten Kampf im Wettbewerb nur knapp 100. Heute sieht die Welt ganz anders
aus: Zehn Tabakhersteller haben in Deutschland überlebt. Davon sind drei
Großkonzerne. Der viertgrößte Tabak-Betrieb ist in
Watterdingen: die Firma "Georg Otto Kruse GmbH" unter der Leitung von
Walter und Karl-Heinz Messmer.
Die Produktionsstätte wurde Ende
der sechziger Jahre von Vater und Sohn gegründet. Heute beschäftigt
das Unternehmen 35 bis 40 Arbeitskräfte: "Früher hat die ältere
Generation die dicken Zigarren geraucht. Heute hingegen sind schlanke Modelle
gefragt, die von jedem Alter konsumiert werden. Die Stumpen haben durch die
Filmindustrie einen etwas schlechten Ruf abbekommen, da sie meist nur von
Ganoven und Gangstern in den Filmen geraucht werden. Wir stellen uns natürlich
auf die Nachfrage ein. Das einst mal so trächtige Weihnachtsgeschäft
gibt es in der einst gewohnten Art auch nicht mehr. Die gesamte Branche hat
schwere Rückschläge erlitten. Auch der Zoll und das Finanzamt langen
kräftig zu, wenn es um die Steuern und Zölle geht. Was einst ein
Lehrberuf gewesen ist, ist ausgestorben", so Karl-Heinz Messmer der
Junior-Chef.
Rohstoff-Vorrat ist in der Branche lebenswichtig. Ist eine Ernte
einmal schlecht ausgefallen, wird der Hersteller sehr schnell vom Lieferanten im
Regen stehen gelassen und kann die entsprechende Sorte mit der individuellen
Mischung nicht mehr produzieren. Auch können die Preise der Lieferanten plötzlich
ansteigen. "Wir können etwa fünf Jahre produzieren ohne
einzukaufen", erklärte Messmer. "So kommt es so gut wie nie vor,
dass die Produktion still steht. Lagerhaltung ist das A und O."
Wolfgang
Graf
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Anfang 1930 gewann die Tabakindustrie
im Hegau zunehmend an Bedeutung. In Watterdingen fand die Firma "Weber
Stumpen" einen geeigneten Standort - nur nicht all zu lang. Danach wurde
daraus eine Filiale von "Kautz & Kompany", welche ihren Hauptsitz
in Engen hatte (im heutigen Noch- Schiesser-Gebäude). Weitere Filialen
hatte das Unternehmen in Welschingen, Emmingen, Liptingen, Eigeltingen und in
Tengen. Nach dieser Ära hieß die Tabakindustrie im Hegau "Gustav
König" mit Sitz in Leipferdingen.

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