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 1944: Die große deutsche
Vision bricht in sich zusammen:
Bomben auf Singen
 1945: Der Krieg ist verloren: Die
Franzosen besetzen
die Region
 1945: Der Krieg hat sie
auseindergerissen, nach 50 Jahren lernte eine Frau
ihren Vater kennen
 1949: Wiederaufbau: Werner Messmer
gründet einen Betrieb, der später über 1000 Menschen
Arbeit bieten wird
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Mein
Jahrzehnt: Wilhelm Josef Waibel
Es war für mich und meinen
gleichaltrigen Freund Bernhard.so eine Art "Kriegsspiel". Doch am 25.
Dezember 1944 war es anders. Dieser Tag sollte uns den Schrecken des Kriegs
beibringen. Zum Weihnachtsfest gab es trotz der Lebensmittelknappheit ein
kleines Festessen.
Um 14 Uhr
fingen die Sirenen an ihre Todesmelodie zu singen: Fliegeralarm. Oma schimpfte
noch über die Störung am Heiligen Tag. Sie konnte es nicht begreifen.
Wir runter in den Keller. Vater raste in die Maggi. Die Nachbarn kamen bei uns
vorbei. Und wieder saßen Bernhard und ich im Keller. Wir malten immer mit
Kreide weiße Striche auf den Stützbalken. Auch an diesem Tag, kam ein
Strich dazu.
Es kam immer näher. Gegen 14.30 Uhr, tat sich ein schauriges
Heulen über der Stadt auf: herabstürzende Bomben. Mit jedem Schlag
zitterte der Boden. Dann wurde es auf einmal Dunkel - Stromausfall. Im Keller
herrschte Angst - Todesangst. Ein Gefühl, welches man nie wieder vergessen
kann. Dann die erlösende Entwarnung. Wir öffneten die schwere Panzertüre
und gingen nach oben. Der Christbaum im Wohnzimmer stand noch. Keine der
Glaskugeln wurde zerstört. Auch wir sind alle heil davongekommen. Am
Fabrikzaun, sah ich zum ersten Mal in meinem jungen Leben eine Leiche. Es war
eine polnische Zwangsarbeiterin. Die Bomben hatten ihren Körper völlig
zerfetzt. Die Häuser um die Bahnunterführung bis zur Lindenstraße/Schlachthausstraße
waren völlig zerstört. Und dann, für mich unvergesslich: Ein
Bekannter meines Vaters lief verstört durch die Rielasinger Straße.
Mit Tränen in den Augen und stotternder Stimme schrie er sein ganzes Leid
heraus: "mein Bub ist tot, mein Bub ist tot." Und Schuld? Haben Kinder
Schuld an derartigen Geschehen? Und die Kinder in den von deutschen Soldaten
bombardierten Ländern, hatten die Schuld? "
Aufgezeichnet von Wolfgang Graf
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"Wir wohnten in der Rielasinger
Straße, in der unmittelbaren Nähe des heutigen Parkhauses. In den
Keller waren wir schon oft gegangen. Wir hatten sogar Kriegsspielzeuge. Bis die
ersten Bomben auf Singen flogen, konnte man sich nur in der kindlichen Fantasie
ausmalen, was wirklich passiert. Immer wenn die Sirenen heulten gingen wir
runter. Die Familie, die im gleichen Haus wohnte, kam auch in unseren 15
Quadratmeter großen Keller. Für uns Kinder waren die Fliegeralarme
noch nicht sehr "aufregend" gewesen.

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