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 1945: Der Krieg ist verloren: Die
Franzosen besetzen
die Region
 1945: Der Krieg hat sie
auseindergerissen, nach 50 Jahren lernte eine Frau
ihren Vater kennen
 1949: Wiederaufbau: Werner Messmer
gründet einen Betrieb, der später über 1000 Menschen
Arbeit bieten wird
 1950: Der Krieg hatte sie auf die Höri
gebracht, jetzt profitierte die ganze Kunstrgion. Von Otto Dix
und seinen Kollegen
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Die Kunst
des Überlebens
Aus allem alten Holz wurden Hasenställe
gebaut und kein Nagel wurde nicht nochmal verwendet. Das Futter musste freilich
"organisiert" werden. "Wir bekamen damals Feldwege zugeteilt, an
denen wir Gras abschneiden durften. Doch das reichte nicht. Dann ging es in
einigem Abstand in die Wiesen. Immer mit der Angst, erwischt zu werden."
Ausflüge zur Nahrungsbeschaffung waren damals üblich: Oft gingen der
junge Friedhelm Möhrle zu Fuß bis zum Böhringer See oder
Bodensee. Ein Tagesmarsch. Und auch dort die Angst, mit der Angel erwischt zu
werden. "Wir hatte dort Äste deponiert, die wir rauszogen, wenn wir
ein Geräusch hörten. Unsere guten Angeln versteckten wir solange. So
dachten alle, dass wir sowieso nichts fangen können.
Für die
guten Angeln ging es mit dem Fahrrad bis auf die Mainau. Dort gab es Bambus zum
Stibitzen. Auch in die Aach ging es zum Fischen. Die Kinder beherrschten damals
die Technik, die Fischer unterm Seegras hervorzuheben. "Ich kann's heute
noch", so Möhrle stolz. Das war dann vorbei, als die Französischen
Besatzer mit Handgranaten fischten. Doch auch hier mussten die Kinder die toten
Fische aus dem Wasser holen, für die Soldaten freilich. "Wir hatten
schnell den Dreh raus, wie wir Fische unbemerkt unters Seegras schieben konnte,
um sie später zu holen. Die Kinder mussten auch die dringend notwendigen
Kohlen vom Gaswerk holen. Auch das bald eine Tagesreise mit dem Leiterwagen,
wenn man Bezugsmarken hatte. Die Kinder träumten vom Auswandern nach
Alaska. Als Trapper, versteht sich.
Für die Beschaffung des
Arbeitsgeräts wurde ein Forsthütte ausgeräumt und die Dinge im
Wald versteckt. Sogar die Steigeisen von Postarbeitern stibitzen die Kinder,
doch das fiel auf. Und keiner der Erwachsen wollte glauben, dass die Kinder das
"gefunden" hätten. Zu Kriegsende floh die zu dieser Zeit
Vaterlose Familie in die Schweiz bei nach und Nebel. Dort gab es Verwandte. Doch
man musste alsbald zurück, sonst wäre wie Wohnung von anderen besetzt
worden. Friedhelm Möhrle durfte etwas länger bleiben. Er war zu geschwächt.
Und trotzdem: "In all diesem Überlebenskampf hatten wir damals Zeit um
zu spielen und zu träumen."
Oliver Fiedler
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Kriegsjahre -Hungerjahre. Wieviel
musste damals "organisiert" werden. Oft nahm das in der Schlange
stehen fast den ganzen Tag in Anspruch. An diese Zeit erinnert sich auch Singens
Alt-OB Friedhelm Möhrle (Jahrgang 1934), der in dieser Zeit seine frühe
Jugend verbrachte. Die Familie wurde durch den Kriegseinsatz des Vaters
auseinandergerissen. "Ich war über Jahre voll in den täglichen
Lebenskampf eingespannt", erinnert sich Möhrle heute. Und die Not hörte
mit dem Ende des Kriegs keineswegs auf. Der Vater kam 1946 aus der
Gefangenschaft zurück, als Lehrer konnte er vorerst nicht arbeiten. Eine Bäckerei
in Ludwigshafen von der Großmutter bot eine Chance. Der kleine Friedhelm
musste natürlich dort mithelfen, wo es ging. Die Kunst war aber, überhaupt
von Singen nach Ludwigshafen zu kommen. Da waren Kontakte zu den
Lastwagenfahrern gefragt.

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