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Die
Mettnaukur: Die Lücke früh gefunden
Der nächste Paukenschlag für
die Mettnau dann im Jahr 1966: Radolfzell wird als Kneippkurort anerkannt und
heißt ab sofort "Kneippkurort Radolfzell-Mettnau"; die Zahl der Übernachtungen
übersteigt zum ersten Mal 60000 pro Jahr. Doch das Kurhaus boomte noch
weiter: Nach dem Bau der Herzklinik Anfang der 70er-Jahre , die zum überwiegenden
Teil von Ehrenbürger Werner Messmer finanziert wurde, wuchs die Anzahl der
Betten auf 450.
Werner Messmer beteiligte sich nicht nur finanziell an
der Kur: Er kämpfte regelrecht für sie. Die Mettnaukur ist groß
geworden. Die noch heute vielbeschworene Lücke im bundesweiten Heilangebot
hatte die Kur bereits gefunden. Mit den Investitionen erlangte die Mettnaukur
bundesweit noch mehr Aufsehen, als sie schon hatte: Prominenz weilte seitdem
viel auf der Mettnau, auch politische: Norbert Blüm suchte die Kur genauso
auf wie Gerhard Stoltenberg. Viele auch politische Kontakte wurden hier geknüpft.
1998 feierte die Kur ihren 40. Geburtstag und zählte weit über 5000
Kurgäste, über 200 Menschen finden dort heute Arbeit. Trotz diesem
guten Abschlußergebnis ließen politische Entscheidungen in Bonn die
Zukunft düster erscheinen: Die Seehofersche Gesundheitsreform, wonach Kuren
kaum mehr bezuschusst wurden und die Kurzeiten verkürzt wurden, machte dem
Betrieb zu schaffen.
Die Bundesversicherungsanstalt für
Arbeitgeber (BfA), die ehemals 165 der 200 Betten belegt hatte, zog sich 1997
teilweise aus der Mettnaukur zurück. Grund dafür waren die
Sparvorgaben, nach denen die BfA ihre Ausgaben für Kur- und Rehamaßnahmen
auf das Niveau von 1993 zurückschrauben mußte. Die goldene Losung für
das Unternehmen sind die "Selbstzahler" und Privatpatienten. Die Lücke
fand das Kurteam um Kurdirektor Hans Peter Schmal wieder: Heute sind etwa 50
Prozent der Patienten "Selbstzahler". Mit der neuen Mettnaukur
verbunden ist ein Marketingkonzept. Der Begriff der Pauschalkur war geboren, für
2000 Mark Mettnaukur statt Dominikanische Republik, das ist das Konzept. Man
setzte auf Ausbau statt Abbau, und schuf neue Häuser und
Trainingseinrichtungen. Der exklusive Standort und die idyllischen Lage auf der
Bodenseehalbinsel waren schon immer das Kapital des Kurhauses. : "Unser
Programm stimmt und unsere Lage stimmt", sagt Kurdirektor Hans Peter
Schmal.
we/he
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Sie waren die Urväter der
Mettnaukur: Der damalige Bürgermeister Hermann Albrecht und Olympiasieger
Willi Stadel: im Jahr 1957 kam die Idee "Mettnaukur" vor den
Radolfzeller Gemeinderat. Umgesetzt wurde die Idee schnell: 1958 begrüßte
die neue Anlage bereits die ersten 59 Gäste. Improvisation war gefragt: Die
ersten Gäste der Kur übernachteten im Strandhotel, mehr Platz war
nicht.

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