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Zeit war
reif fürs Wochenblatt
Aber aller Anfang ist schwer: Staunend
entnahmen die Singener im September 1967 ihrem Briefkasten das neue Medium, das
sofort mit einem kleinen redaktionellen Teil begann. Das war die Handschrift des
jungen Verlegers, der schon damals den journalistischen Anspruch des Blattes im
Blick hatte. Frese brauchte Partner. Er brauchte Finanziers, eine Druckerei und
einen eigenen Vertrieb. Als er die technischen Herausforderungen im Griff hatte,
eine Einbindung dieses Singener Wochenblatts in sonstige Verlagsstrukturen aber
nicht möglich war, startete er allein durch. Es sollte die Erfolgsstory in
der südwestdeutschen Medienlandschaft werden!
Partner
war der Handel. Und dieser Partner formierte sich 1969 mit dem Singener
City-Ring. Da herrschte Aufbruchstimmung in der Stadt. Singen positionierte sich
erstmals als Einkaufstadt mit einem weltoffenen Sortiment. Und das Wochenblatt
transportierte immer mehr diesen aktiven Geist. Ein Beispiel war 1977 das
City-Fest: Zum Zehnjährigen des Wochenblatts holte Frese den berühmten
Wim Toelke nach Singen auf eine riesige Bühne vor Heikorn. Der Talkmeister
der Nation zu Gast in Singen, das gab dem Fest den Pfiff. Das Singener
Wochenblatt wuchs in den Kreis. Es folgte das Hegauer Wochenblatt ebenso wie das
Radolfzeller und Stockacher Wochenblatt. Das Besondere: Alle Lokalausgaben haben
auch ihren eigenen Lokalteil. Die Redaktion wuchs wie der ganze Verlag. 1987 kam
noch die eigene Technik im Hause der früheren Bäckerei Hall hinzu.
Hans-Joachim Frese hat beispielhaft gezeigt, wie unternehmerische
Kontinuität gesichert werden kann. Bereits 1991 übernahm seine Tochter
Carmen Frese-Kroll die Leitung des Verlags. 1992 konnte im Konstanzer Konzil das
25Jährige des Wochenblatts gefeiert werden. Einig waren sich die hochkarätigen
Gäste, dass diese Region ohne das Wochenblatt nicht diese dynamische
Entwicklung genommen hätte. "Der Kunde muss den Nutzen haben,"
ist eine Devise der Verlegerin. Information und Dienstleistung stehen oben an.
Und natürlich ist kritischer Geist gefordert. Schließlich war der
Verlagsgründer, der zum Bilderbuchunternehmer wurde, am Anfang ein
streitbarer Juso. Ein richtiger 68er!
Hans Paul Lichtwald
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Die 60er Jahre waren Jahre des Umbruchs
- auch in der Medienlandschaft. Kritisch wurden auch die Zeitungen hinterfragt.
Während Studenten 1967 in Esslingen die Auslieferung der Bild-Zeitung
blockierten, gründete in Singen ein richtiger Jungsozialist einen Verlag:
Das Singener Wochenblatt. Hans-Joachim Frese hatte erkannt, dass die Zeit reif für
so ein Produkt war. Die Singener Geschäftsleute suchten nach einer neuen Bühne
für ihre Produkte. Hier konnten sie diese finden.

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