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 3900 v. Chr. Bronzezeit: Die
Menschen erfinden das Rad und bauen Bauten auf Pfählen
auch am Bodensee.
 800 v. Chr. Die erste Hochkultur
Kelten besiedeln den Hegau.
 500 n. Chr. Nachdem die Römer den
Germanen unterlagen, wird der Weinbau, von Augustus Soldaten in die Region
gebracht, zum
Wirtschaftsfaktor.
 724 n. Chr. Die Reichenau wird zum
Zentrum der Alten Welt, die Gebeinde des Evangelisten
Markus kommen auf die Insel
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Die
ersten Bauern im Hegau
Bei Hilzingen und Singen wurden während
des Autobahnbaues Bodenverfärbungen dokumentiert, die auf große über
20 m lange Häuser schließen lassen. Es handelte sich um 4-schiffige
Ständerbauten mit lehmverstrichenen Flechtwänden. Bewohnt wurden sie
vermutlich von Großfamilien. Der anfallende Müll - Knochen, Tongefäßscherben
und Feuersteinsplitter, ab und an auch Brandschutt - entsorgte man in die
Lehmentnahmegruben. Im Bereich des neuen Singener Festplatzes, wo sich zwischen
5 000 und 4 500 v. Chr. eine Siedlung befand, warf man Abfälle einfach in
einen unmittelbar vor den Häusern liegenden Altarm der Radolfzeller Aach.
Die Aach diente aber auch der Versorgung von Tier und Mensch. Unzählige
Trittsiegel belegen die Nutzung als Viehtränke für Haustiere. Von großer
Bedeutung war der Fischfang, wie gut erhaltene Fischwirbel und sogar
Fischschuppen zeigen. Sie wurden in großer Zahl nach dem Sieben von
Bodenproben aus den Siebrückständen ausgelesen. Bisher sind Rotauge,
Flußbarsch und Felchen nachgewiesen.
Auf den Fang sehr großer
Fische weist eine fast 20 cm lange Harpune aus Hirschgeweih hin. Da die tiefsten
Bodenschichten bisher im Grundwasser lagen, konnten sich auch unverkohlte
Pflanzenreste erhalten. So detaillierte Einblicke in die Umwelt und Ernährungsgewohnheiten
dieses Zeitabschnittes waren in Mitteleuropa bisher nirgends gegeben.
Zahlreiche Samen und Früchte des Gewöhnlichen Froschlöffels
weisen auf Uferröhricht oder Ried hin. Weiterhin fanden sich Drusch- und
Entspelzungsreste von Nacktweizen und Emmer - einer altertümlichen
Weizenart. Bei der Reinigung des Kornes fielen 16 verschiedene Getreideunkräuter
als Abfall an. Als Reste von Sammelobst sind die Samen von Erdbeere, Himbeere,
Schlehe und Schwarzem Hollunder zu deuten. Vier der nachgewiesenen
Wildpflanzenarten wachsen ausschließlich an warmen trockenen Standorten am
Saum von Wäldern. Auf keinen Fall konnten sie in der Aue wachsen, sondern
sie müssen durch den Menschen hergebracht worden sein. Hierzu zählt
auch der wilde Majoran, der schon in alten Zeiten als Heil- und Zauberpflanze
galt und heute vor allem in der Küche als Gewürzkraut verwendet wird ("Pizzagewürz").
Die Schmuckfreudigkeit der frühen Singener belegen flache Kalksteinperlen,
die am Ort selbst hergestellt wurden, wie zerbrochene Rohstücke und
Halbfabrikate beweisen. Weiterhin fanden sich Bruchstücke von Armringen
aus Ton und Stein sowie Zahnanhänger. Zur Körperbemalung wurde
Roteisenstein - sog. Rötel - verwendet. Daß sich die Fundschichten überhaupt
erhalten konnten, ist die Folge steinzeitlicher Umweltschäden: Im Zuge von
Rodungen und Ackerbau kam es hangaufwärts zur Abschwemmung humosen
Oberbodens, so daß die Überreste am Hangfuß in der Aachaue
immer tiefer eingebettet wurden. Andererseits dürften dem Bodenabtrag, der
sich seit der Steinzeit immer mehr beschleunigte, die eigentlich in Siedlungsnähe
zu erwartenden Gräber längst zum Opfer gefallen sein.
Bisher
kennen wir nur aus Mühlhausen-Ehingen vier Bestattungen dieser Zeit. Ab 4
500 v. Chr. kommt es im Hegau und im übrigen Mitteleuropa zu einem bisher
nicht erklärbaren starken Siedlungsrückgang, der erst mit Beginn der
Pfahlbausiedlungen um 3 900 v. Chr. am Bodensee ein Ende findet. Ob Seuchen,
klimatische oder kriegerische Katastrophen hier eine Rolle spielten? Das Rätsel
dieser "dunklen Jahrhunderte" zu entschlüsseln bleibt Aufgabe zukünftiger
Forschung. Als erster Schritt dazu wird während der Landesgartenschau im
kommenden Jahr eine Fläche im ehemaligen Aachbett geöffnet. Hier wird
dem Besucher ein unmittelbarer Einblick in die Bandbreite der Arbeitsmethoden
und die Aussagemöglichkeiten einer umweltgeschichtlich orientierten Archäologie
und ihrer Nachbarwissenschaften gegeben.
Dr. Bodo Dieckmann
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Mit Steinbeilen und Hirschgeweihhacken
rodeten ab 5300 v. Chr. die ersten Bauern im Hegau den dichten Urwald aus
Eichen, Ulmen und Eschen, um Platz für Häuser und Felder zu schaffen.
Nach der charakteristischen Gefäßverzierung werden sie als
Bandkeramiker bezeichnet. Während bis dahin der Lebensunterhalt allein
durch Jagen und Sammeln bestritten wurde, tritt nun eine grundlegende Neuerung
auf: Der gezielte Anbau von Getreide und die Haustierzucht. Diese "Erfindungen"
erfolgten vor ca. 10 000 Jahren im Vorderen Orient, wo die Vorformen unserer
heutigen Kulturgetreide herstammen. und breiteten sich über Kleinasien, den
Balkan und entlang der Donau bis nach Mitteleuropa aus.

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