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28.07.10

»Ambulanz ist keine Lösung«

WOCHENBLATT-Interview mit Bürgermeister Rainer Stolz

Teile der Grund-, Haupt- und Werkrealschule Stockach werden saniert.

Teile der Grund-, Haupt- und Werkrealschule Stockach werden saniert.

Stockach (sw). Seinen Urlaub verbringt Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz in China, wo sich seine Tochter im Rahmen ihres Studiums aufhält. Doch zuvor stellte er sich den Fragen des WOCHENBLATTs.
WOCHENBLATT: Nach dem Gutachten, das die Umwandlung kleiner Häuser in eine Ambulanz empfiehlt: Was wird getan, um das Krankenhaus Stockach zu halten?
Rainer Stolz: Zunächst einmal hat der Kreistag eine Umarbeitung des Gutachtens beschlossen, bei der der Erhalt der kleinen Häuser berücksichtigt wird. Die Ergebnisse werden im Herbst vorliegen. Dann muss ein Gutachten erst einmal umgesetzt werden. Die Frage ist, ob sich die Politik nur an den betriebswirtschaftlichen Fakten orientiert, oder ob Strukturpolitik für den ländlichen Raum nicht auch ein gewichtiges Argument ist. Wir werden jedenfalls alle Alternativen prüfen und Gespräche mit den benachbarten Krankenhäusern führen. Unsere Chancen stehen gut, denn unser Partner, die Spitalstiftung Konstanz, trägt das Defizit auch mit, weil er durch diese Partnerschaft höhere Erträge bekommt. Zudem wollen wir schauen, dass wir den bisher eingeschlagenen Weg der Spezialangebote fortsetzen. Es wird schwierig werden, doch wir tun, was wir können, um die Klinik zu erhalten. Eine Ambulanz wäre keine Lösung und würde von uns nicht mitgetragen.
WOCHENBLATT: Was machen die Pläne für ein Zentrum für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)?
Rainer Stolz: Wir versuchen, Investoren und Betreiber, die das Zentrum privatwirtschaftlich organisieren, mit ins Boot zu holen. Wenn wir einen Investor haben, sind die Chancen für eine Verwirklichung gut. Planung, die Lage am Krankenhaus und das Angebot einer kostengünstigen Alternativmedizin sind stimmig, nur brauchen wir einen Geldgeber.
WOCHENBLATT: Wann ist der Kunstrasenplatz im Osterholz ferig?
Rainer Stolz: Die Arbeiten haben in der letzten Woche begonnen und sollen bis Mitte September abgeschlossen sein. Dann wird über die weitere Nutzung entschieden – der Platz soll dem VfR, dem Schulsport und eventuell auch anderen Vereinen zu Gute kommen.
WOCHENBLATT: Wie weit sind die Arbeiten an der Grund-, Haupt- und Werkrealschule Stockach gediehen?
Rainer Stolz: Das Haus 1 der Hauptschule wird bis zum Sommer 2011 saniert sein. In Bezug auf die Grundschule muss vom Gemeinderat entschieden werden, ob ein Abriss oder eine Sanierung erfolgt. Dazu bedarf es der Zustimmung des Kultusministeriums, welches wir im Herbst hierher holen werden, um über die Varianten zu sprechen.
Fortsetzung auf Seite 7.
Stockach (sw). Vor der Sommerpause stand Stockachs Bürgermeister Rainer Stolz dem WOCHENBLATT im Interview Rede und Antwort.
WOCHENBLATT: Wie ist der Zeitplan für das Dorfgemeinschaftshaus in Espasingen, nachdem Werner Messmer eine Million gespendet hat?
Rainer Stolz: Grundsätzlich entscheidet darüber der Gemeinderat im Rahmen seiner Haushaltsberatungen. Doch 2011 ist nicht mit einem Baubeginn zu rechnen. 2012 wird mit den Hauptmaßnahmen begonnen, und 2013 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Kosten liegen bei 2,3 Millionen Euro ohne Außenanlagen, die noch einmal mit etwa 500.000 Euro zu Buche schlagen können. Abzüglich der Spende von Werner Messmer muss die Stadt für die restlichen 1,8 Millionen Euro aufkommen. Es stehen aber mit dem Kindergarten, dem Feuerwehrhaus und dem alten Schulhaus drei Liegenschaften zur Finanzierung zur Verfügung.
 WOCHENBLATT: Gibt es eine Eröffnung der Quellerlebniswege?
Rainer Stolz: Im Herbst wird es eine offizielle Eröffnung geben.
Bis dahin wird auch die Broschüre fertig sein, die die Stadt dazu erstellt.
WOCHENBLATT: Was machen die Bauarbeiten für das Dorfzentrum in Hoppetenzell?
Rainer Stolz: Die Arbeiten sollen in diesem Jahr abgeschlossen sein. Die Arbeiten sind teilweise fertig, teilweise werden sie in den nächsten Tagen und Wochen durchgeführt.    
WOCHENBLATT: Belasten die Ausgaben in Höhe von 250.000 Euro für den Hochwasserschutz am Schulzentrum den Haushalt zusätzlich?
Rainer Stolz: Natürlich verschlechtert jede Maßnahme, die nicht im Budget steht, den Haushalt. Aber diese Investition wäre auf jeden Fall gekommen. Nun werden lediglich Arbeiten, die erst später vorgesehen waren, aus Kostengründen vorgezogen. Da die Preise auf dem Bausektor gerade niedrig sind, haben wir durch die frühere Erledigung finanzielle Vorteile. Und der Gemeinderat hat dieses Vorgehen einstimmig beschlossen. Generell werden die Nachwirkungen der Wirtschaftskrise unseren Haushalt erst 2011 mit voller Wucht treffen, denn dann machen sich auch die sinkenden Steuereinnahmen bemerkbar. Ich hoffe aber, dass es 2012 wieder aufwärts geht.

Von: Simone Weiß