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29.12.09

»Ich wollte aufhören«

Interview mit Wolfgang Reuther

Während der letzten Verhandlung wurde scherzhaft ein Nachfolger vorgestellt: Doch bis er in seine Schuhe passt, muss Wolfgang Reuther wohl als Narrenrichter im Amt bleiben.swb-Bild: Archiv

Während der letzten Verhandlung wurde scherzhaft ein Nachfolger vorgestellt: Doch bis er in seine Schuhe passt, muss Wolfgang Reuther wohl als Narrenrichter im Amt bleiben.swb-Bild: Archiv

Stockach (sw). Es geht schon wieder los. Die Fasnet 2010 steht vor der Tür. Ein Interview dazu mit Stockachs Narrenrichter Wolfgang Reuther.

WOCHENBLATT: Machen Sie denn nun als Narrenrichter weiter?
Wolfgang Reuther: Ich wollte eigentlich im März aufhören, doch mein designierter Nachfolger Michael Nadig hat sich beruflich selbstständig gemacht und steht daher aus Zeitgründen nicht mehr zur Verfügung. Daher ist noch alles offen. Im April sind Neuwahlen. Wie gesagt, ich wollte eigentlich 2010 aufhören. Ein Grund dafür ist, dass ich viele Aufgaben in der Kommunalpolitik als Fraktionssprecher der CDU, als Bürgermeister-Stellvertreter und Gemeinderat übernommen habe.

WOCHENBLATT: Gibt es Neuaufnahmen im Narrengericht?
Wolfgang Reuther: Nein, mit 21 Männern haben wir die maximale Anzahl ausgeschöpft und alle wollen in dieser Saison noch weitermachen.

WOCHENBLATT: Gibt es Neues in der Gestaltung der Fasnet?
Wolfgang Reuther: Den »Hemedglonkerball« werden wir in das Bürgerhaus »Adler Post« verlegen. Und die Ehrung für 50 Jahre Laufnarren findet nicht mehr am Freitagabend nach dem »Schmotzigen Dunschdig« statt, sondern wird in den Ordensnachmittag beim Fasnetsverkünden am Sonntag, 10. Januar, integriert. Es sind in diesem Jahr auch nur fünf Personen, die vor 50 Jahren zum Laufnarren geschlagen wurden. Wir werden im neuen Jahr auch schon am Samstagabend, 9. Januar, beim Fasnetseröffnen einige Orden an verdiente Vertreter der Gliederungen verteilen. Und das Essen mit dem Beklagten ist nicht mehr im Bürgerhaus, sondern im »Ochsen«.

WOCHENBLATT: Orden für Frauen gibt es immer noch nicht?
Wolfgang Reuther: Nein, das wird aus Traditionsgründen kategorisch abgelehnt.

WOCHENBLATT: Wie wird der »Schmotzige Dunschdig« gestaltet?
Wolfgang Reuther: Beim Mittelaltermarkt auf dem Gustav-Hammer-Platz wird es keine Händler mehr geben. Der Verkauf von Waren hat sich nicht rentiert. Aber es wird wieder ein Ritterlager aufgebaut, »die Seeburger Wölfe« kommen erneut, und die Gaukler werden einige Aufführungen machen. Es gibt wieder Verpflegungszelte und Stände mit Essbarem.

WOCHENBLATT: Können Sie schon etwas zur Person des Beklagten vor dem Narrengericht sagen, der am »Schmotzigen Dunschdig« abgeurteilt werden soll?
Wolfgang Reuther: Zu Person, Geschlecht oder politischer Richtung möchte ich nichts sagen, denn der Name des Beklagten soll als Überraschung erst auf der Dreikönigssitzung am Mittwoch, 6. Dezember, um 20 Uhr in der »Linde« verkündet werden. Der Beklagte gehört aber auf jeden Fall einer deutschen Partei an - für eine demokratische Legitimierung ist also gesorgt. Ich habe auch bereits die feste Zusage des Fernsehens, dass über die Sitzung berichtet wird. Denn es handelt sich bei unserem Beklagten 2010 um eine illustre Persönlichkeit und eine Reizfigur aus der deutschen Politik.

WOCHENBLATT: Nimmt das Narrengericht am Narrentreffen in Eigeltingen teil?
Wolfgang Reuther: Nein, leider nicht. Wir sind schon bei drei Narrentreffen in Singen, Munderkingen und Haslach. Und das Treffen in Haslach findet zeitgleich mit der Veranstaltung in Eigeltingen statt. Wir haben den Organisatoren dort schon lange zugesagt, für eine Teilnahme kam die Einladung der »Krebsbachputzer« zu spät. Wir waren Paten für die Singener Poppele, als sie in die Vereinigung Schwäbisch-Alemannischer Narrenzünfte (VSAN) aufgenommen wurden. Daher werden wir für sie den Narrenbaum stellen.

WOCHENBLATT: Angela Merkel, Beklagte von 2001, hat ihren Wein erst im Sommer dieses Jahres geliefert. Wie viel ist noch da?
Wolfgang Reuther: Viel ist ehrlich gesagt nicht mehr da. Der Beklagte 2009, Willi Stächele, hat übrigens seinen Wein pünktlich geliefert. Den haben wir schon lange.

Von: Simone Weiß


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