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30 freie Ausbildungsplätze im Dachdeckerhandwerk

Obermeister Axel Bartholz weiß sich mit Vorstand und Innungsmitgliedern einig in dem hohen Engagement zur Belegung von über 30 freien Ausbildungsplätzen und der Stärkung der vorhandenen Fachkräfte. swb-Bild: Gaby Hotz

Innung startet Initiative / Engagiert zur Integration von Flüchtlingen

Kreis Konstanz. Die professionellen Leistungen des Dachdeckerhandwerks sind sehr gefragt. Daher setzt man sich auf Bundes-, Landes- und Innungsebene für die Sicherung bestens geschulter Fachkräfte ein.

Dass sich das lohnt, zeigt beispielsweise der 1. Kammersieger Sven Zinsdorf aus Konstanz, der beim Landeswettbewerb  2015 den 5. Platz errang. Bei der Winter-Versammlung der gut aufgestellten Innung für die Landkreise Konstanz, Schwarzwald-Baar und Waldshut, stand dieses Thema bei Obermeister Axel Bartholz und dem Vorstandsteam ganz oben.

Allein bei den anwesenden Innungsbetrieben stehen 30 freie Ausbildungsplätze zur Verfügung, insgesamt sind es deutlich mehr. Neben konkreten Erwartungen an die regionalen Partner will man selbst 2016 innovative Ideen umsetzen. Dazu gehört auch die möglichst rasche Integration junger Flüchtlinge. Um die derzeitigen Gesellen und Meister über neue gesetzliche Verordnungsregelungen und anderes mehr zu informieren, will man zudem Fachseminare ins Innungsgebiet holen.

Bei jungen Flüchtlingen will man über Schulen und andere Institutionen die Gelegenheit erhalten, diesen den Dachdecker-Beruf näher zu bringen. Zudem geht die klare Aufforderung an die Politik, sich die intensiv für die Sprachförderung und Lösung bürokratischer Hürden einzusetzen. In Abstimmung mit den Berufsschulen möchte man ergänzend mit eigener Geld- und Manpower junge Flüchtlinge, Lehrer und Übersetzer in verschiedene Betriebe fahren, um vor Ort zu informieren und Praktika anzubieten. Auch das Element Sprache steht auf der Agenda – hier insbesondere die Fachsprache und notwendige Sicherheitsbegriffe. Dazu sollen in Eigeninitiative Sprachlehrer engagiert werden, die beispielsweise Praktikanten verschiedener Betriebe gemeinsam unterrichten.

„Raum- und Fahrt können wir gewährleisten. Dazu kommt die notwendige enge Abstimmung mit allen Verantwortlichen – mit der Kreishandwerkerschaft sind wir da auf einem guten Weg“, so Christoph Rixen von einem der engagierten Betriebe. Trotz aller Eigeninitiative ist die Unterstützung aller regionalen Partner wichtig für das Ziel, zum nächsten Ausbildungsbeginn auch aus diesem Kreis erste Lehrverträge abzuschließen.

Dachdecker sind Spezialisten, die neben körperlicher Fitness und Schwindelfreiheit, großes handwerkliches Geschick beweisen. Zudem haben sie ein breites Fachwissen zu den vielfältigen Materialien und Arbeitstechniken. Auch bei Solarthermie, Energie- und Dämm-Möglichkeiten sowie gesetzlichen Vorgaben und Fördermöglichkeiten kennen sie sich aus. Ein spannender, gut bezahlter Beruf mit vielfältigen Karrierewegen. Dies möchte die Innung jungen Menschen, deren Angehörigen und Lehrern noch stärker vermitteln.

„Wir brauchen die Aktivitäten der Handwerkskammer und der Agentur für Arbeit“, so Axel Bartholz, „aber wir werden auch selbst noch aktiver!“ So wird man in diesem Jahr an verschiedenen Schularten des Innungsgebietes präsent sein – als erster Termin ist der 19. Februar beim Karrieretag des Berufsschulzentrums in Stockach anvisiert.

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler