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Blaue Montur statt weißer Kittel

Inklusives Krankenhaus
Beim ersten Treffen der Projektgruppe Inklusives Krankenhauses (v.l.): Dagmar Hanßler (Projektbeauftragte Caritasverband Singen), Petra Graf (Angehörigenvertretung), Gisela Zoder (Leitung stationäres Wohnen), Manuela Knoll (Bewohnerin Haus St. Klara), Petra Jaschke-Müller (Pflegedirektorin Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz), Martina Feldhaus (stellvertretende Pflegedirektorin, Klinikum Singen), Reinhard Stark (Bewohner von ambulant betreutem Wohnen). swb-Bild: uj

Erstes Treffen der Projektgruppe "Inklusives Krankenhaus"

Singen. Die geistig behinderte Monika befindet sich im Krankenhaus und hat Angst. Nicht etwa vor der bevorstehenden Operation. Sie fürchtet sich einfach nur vor weißen Kitteln. Da ihr das Reden schwerfällt, kann sie das auch niemanden sagen. Ein Betreuer von Monika weiß Rat: Er spricht mit dem Arzt und bittet ihn, einfach die „blaue Montur“ anstatt den weißen Kittel anzuziehen. Das hilft.

So wie Monika geht es vielen. Behinderte Menschen, die etwas Hilfe im Krankenhausalltag benötigen. Monika und die vielen anderen sind Anlass für die Caritas Singen Hegau, das Projekt "Inklusives Krankenhaus" zu starten. Das Projekt will behinderten Menschen und deren Angehörigen im Krankenhaus helfen, sich gut unterstützt zu fühlen.

"Inklusives Krankenhaus" ist eine Initiative in Zusammenarbeit mit dem Gesundheitsverbund Landkreis Konstanz (GLKN). Eine besondere Rolle nehmen die Behindertenbeauftragten der Stadt Singen ein. Ohne deren Unterstützung wäre die Umsetzung der Ziele kaum möglich und sie werden das Projekt komplett begleiten.

Die gebildete Projektgruppe besteht neben der Projektleiterin Gisela Zoder und der Projektbeauftragten Dagmar Hanßler des Caritasverbandes Singen-Hegau aus weiteren Haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern sowie den drei direkt Betroffenen Manuela Knoll, Ines Hüther und Reinhard Stark.

Das Projekt startete bereits im November 2016 und wird bis Ende Dezember 2017 laufen. Bis dahin muss das "Inklusive Krankenhaus" zum Selbstläufer geworden sein. Gefördert wird es durch das Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg.

„Es wichtig, ein großes Netzwerk an ehrenamtlichen Mitarbeitern zu gewinnen“, stellt Gisela Zoder beim ersten Treffen der Arbeitsgruppe am vergangenen Donnerstag fest. „Wir suchen freundliche engagierte Menschen ohne Berührungsängste. Diese lassen wir auch nicht alleine, sondern stehen Ihnen mit Rat und Tat zur Seite.“

Weitere Informationen bei: Gisela Zoder, Tel.: 07731-7975-32 bzw. zoder(at)caritas-singen-Hegau.de oder bei Dagmar Hanßler, Tel.: 07731-7975-37 bzw. hanssler(at)caritas-singen-Hegau.de.

Wochenblatt Redakteur @: Stefan Mohr