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Das passende Modell für Gottmadingen

Das passende Modell für Gottmadingen
Was soll das Gottmadinger Modell auszeichnen? Diese Frage beantworteten die Teilnehmer des Workshops zur Entwicklung des Quartiers auf dem Areal der alten Eichendorffschule. swb-Bild: mu

Exkursion und Workshop für die Quartiersentwicklung auf dem Areal der Eichendorffschule

Gottmadingen. Reichlich Anregungen brachten die Teilnehmer von der ersten Exkursion zur Neugestaltung des Areals der alten Eichendorffschule mit nach Hause. In einem Workshop wurden die Eindrücke aufgearbeitet und in den Bürgerbeteiligungsprozess des Gottmadinger Projekts eingebracht.

50 interessierte Bürger und Bürgerinnen gingen Anfang Juli auf Tour, um moderne, generationenübergreifende Formen des Wohnens kennenzulernen, das auf dem Eichendorff-Areal entstehen soll, sobald der Schulneubau fertig ist. Die Exkursion führte zu drei gelungenen, unterschiedlichen Wohnbeispielen: zum Anna-Haag-Haus in Stuttgart, zum Annemarie-Griesinger-Haus in Gerlingen und zum Wohnquartier Stadtwerk in Herrenberg. Als Themenfeldern standen Baugemeinschaft, generationenübergreifendes Wohnen, Gemeinschaftsflächen, Wohngemeinschaften für unterschiedlichste Zielgruppen (z.B. Demenzkranke, alleinstehende Senioren), Stadtteilbegegnungshaus, offenes Café und Kindergarten in Verbindung mit Wohnen im Fokus.

Drei Vertreterinnen der Translake GmbH Konstanz begleiten und moderieren den Bürgerbeteiligungsprozess, der »sehr gut voran geht«, wie Bürgermeister Dr. Michael Klinger feststellte. Er ist überzeugt, dass »wir einpassendes Modell für Gottmadingen finden werden«.

Und dies soll entwickelt werden, solange der Schulneubau entsteht. »Diese Zeit müssen wir nutzen«, betonte Klinger. Denn nicht nur die Gestaltung des Areals will wohl überlegt sein, die Bebauung muss auch die künftige Nutzung berücksichtigen. Gerade ein Begegnungsort von Jung und Alt, gehandicapt und gesund erfordert altersgerechte und barrierefreie Ausführungen.

Dazu muss die Finanzierung des Großprojektes geplant werden, betonte der Bürgermeister. Die soll zum Teil über das Spielplatzkonzept und den Verkauf an Investoren gesichert werden. Allerdings müssen Letztere ein Pflichtenheft berücksichtigen, das der Gemeinderat nach Abschluss des Bürgerbeteiligungsprozesses entwickeln wird. Dabei müsse auch klar werden, »was für Gottmadingen realistisch ist und was nicht«, betonte Klinger.

Die Teilnehmer des Workshops jedenfalls sind mit viel Begeisterung und Engagement bei der Sache. Für Ursula Vittali zum Beispiel war klar, dass sie sich einbringt, denn sie plädiere seit Jahren für ein Mehrgenerationenhaus. Wichtig seien dabei eine gute Busanbindung und Einkaufsmöglichkeiten.
Großes Interesse signalisierten auch Stefan Leiber und Judith Wohnfurter von der Caritas Singen-Hegau, die sich ein Wohnprojekt für behinderte Menschen in dem Quartier gut vorstellen könnten, »wo Inklusion gelebt werden kann«.

Für Thomas Sommer ist es spannend, die Entwicklung des Quartiers zu begleiten. Er sieht darin eine gute Chance »das soziale Miteinander zu stärken«. Anja Twardokus von Translake ist beeindruckt von der Bereitschaft der Workshop-Teilnehmer sich einzubringen. »Die Bürger sind die Experten, sie wissen, was Gottmadingen braucht«, ist sie überzeugt.

Wochenblatt @: Graziella Verchio


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