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Ein kleines Licht am Ende des Tunnels

Bahnhofsunterführung
Am Ende des Tunnels gibt es nun wieder ein Licht: Die Stadt will die Bahnhofsunterführung pünktlich zu den Heimattagen attraktiver gestalten. swb-Montage: Wohlfarth

Noch in diesem Jahr könnte es Verbesserungen für die Radolfzeller Bahnhofsunterführung geben

Radolfzell. Ganz unterschiedlich wurde das »Aus« für die Pläne zur Seetorquerung, das der Gemeinderat dieses Jahr im Mai beschlossen hat, aufgenommen. Bei den einen herrschte bittere Enttäuschung darüber, dass dieses Prestigeprojekt, mit dem eine attraktive Verbindung von der Innenstadt zum See hergestellt werden sollte, nach mehr als 15 Jahren der Planung vom Tisch war, bei den Anderen war das vorherrschende Gefühl die Erleichterung darüber, dass ein Mammutprojekt, dass die Stadt viel Geld gekostet hätte, doch nicht realisiert wird.

Einig waren sich indes die meisten, dass die bestehende Unterführung nicht gerade eine gute Visitenkarte für die Stadt am Bodensee abgibt. Insbesondere, wenn sich Radolfzell im kommenden Jahr an den Baden-Württembergischen Heimattagen dem ganzen Bundesland präsentieren will. Wie die Stadtverwaltung auf Nachfrage des WOCHENBLATTs mitteilte, ist eine Lösung des Problems allerdings mittlerweile schon in Sicht.

Modernisierung soll beginnen

Das Bahnhofsmodernisierungsprogramm II, kurz BMP II, soll noch dieses Jahr mit der ersten Vereinbarung zwischen Stadt und Bahn beginnen. Der erste Schritt wird sein, dass Radolfzell seiner seit 1970 übernommenen Unterhaltsverpflichtung für die Unterführung nachkommt und noch dieses Jahr beginnt, so die Info aus der Stadtverwaltung. So sollen das Abwassersystem, die Wände, die Beleuchtung, und die Bodenbeläge in der Unterführung erneuert werden, konkretisiert Nicole Stadach von der städtischen Pressestelle die geplanten Maßnahmen gegenüber dem WOCHENBLATT.
In jedem Fall werde die Unterführung nach jetzigem Stand noch viele weitere Jahre den Zugang zu den Bahnsteigen und zum See bilden.

Insgesamt liegen die geschätzten Gesamtkosten für das BMP II derzeit bei circa 26,3 Millionen Euro. Daran müssen sich die Kommunen grundsätzlich mit 20 Prozent beteiligen. Das wären für Radolfzell anteilig etwa 5,26 Millionen Euro. Allerdings gibt es eine sogenannte »Härtefallregelung«. Diese sieht vor, dass Kommunen maximal 80 Euro pro Einwohner zu zahlen haben. Bei rund 31.000 Einwohnern kämen hierbei auf die Stadt Radolfzell circa 2,5 Millionen Euro maximale Kostenbelastung zu. Dies sei die gleiche Summe, die bereits seit mehreren Jahren für die Sanierung der Bahnsteige, zusätzlich zur Seetorquerung, im Haushalt vorgesehen sind. Die Finanzierung sei also gesichert, eine Gefahr der Kostenerhöhung, bestehe nicht, denn diese Summe sei fix, so die Information aus der Stadtverwaltung.

Barrierefreiheit

Mit der Vertragsunterzeichnung für die ersten Leistungsphasen beginnt die Bahn ebenfalls noch dieses Jahr mit der Planung für die Modernisierung und Barrierefreiheit der Bahnsteige und des Bahnhofs. Bedingt durch die langen Planungs-, Genehmigungs- und Bauphasen könne die Bahn eine Fertigstellung aber erst für 2028 zusichern. Ob gegebenenfalls noch Verfahrensbeschleunigungen möglich sind, werde derzeit geprüft.
Bereits im Februar hatte Michael Groh, der Leiter Regionalbereich bei DB Station & Service AG, im Rahmen eines Vor-Ort Termins in Radolfzell, deutlich gemacht, dass dies beispielsweise durch den Einbau von Aufzügen in die bestehende Unterführung umgesetzt werden könnte. Als Beispiel hierfür nannte er den Bahnhof in Konstanz. Eigentlich hätte der Radolfzeller Bahnhof bis spätestens 2022 barrierefrei gestaltet sein müssen.

Was noch zu klären ist

Nun muss nur noch ein Gemeinderatsbeschluss zur Vertragsunterzeichnung und zur Sanierung der Unterführung gefasst werden. Ansonsten gebe es, »soweit jetzt erkennbar, keine weiteren Formalitäten, damit die Bürger und die Bahnkunden ab dem Frühjahr 2021 eine ordentliche Unterführung haben«, so die Einschätzung der Stadtverwaltung. An der Sanierung der Unterführung beteiligt sich die Bahn mit einem Zuschuss in Höhe von 250.000 Euro.

Verbesserungen auch auf dem Vorplatz

Auch der Straßenbelag zwischen Seetorplatz und Bahnhof ist dringend sanierungsbedürftig. Auch die Wegeführung mit der Lage der Verkehrsinsel und des Zebrastreifens ist nicht fußgängerfreundlich. Hier verspricht die Verwaltung im Rahmen der Straßenunterhaltung eine andere Lösung zu finden.

Wochenblatt @: Dominique Hahn


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