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Kunstmuseum startet mit »Was ist wahr«

Was ist wahr
Museumsleiter Christoph Bauer mit Dr. Katharina Seifert vom Erzbistum Freiburg in der im Aufbau befindlichen Ausstellung "Was ist wahr" - an einem wahren Schreibtisch als Kunstinstallation. swb-Bild: of

Wettbewerb zum Kunstpreis der Erzdiözese Freiburg in 2019

Singen (of).  Sieben eigene Ausstellungen, vier Kataloge, und rund 8.200 Besucher, das ist die Bilanz des Kunstmuseums Singen für 2018. Mit der Resonanz könne man sehr zufrieden sein. Denn viele Museen kämpften inzwischen mit rückläufigen Zahlen, ausgelöst durch Menschen, die die Welt lieber über den Bildschirm ihres Smartphones betrachten wollten.
Museumsleiter Christoph Bauer blickte im Rahmen der Jahrespressekonferenz dann aber eher nach vorne, und das schon über das Jahr 2019 hinaus, denn dann geht die neue Kulturkonzeption der Stadt in ihre Umsetzungsphase. »Wir ruhen uns nicht auf unserem großen Umbau aus, der Wandel in die Zukunft der Museumsarbeit und Kulturvermittlung wird uns dieses Jahr noch ganz schön heftig beschäftigen«, so Bauer.
Der Start ins Museumsjahr 2019 wird schon am kommenden Sonntag vollzogen mit einer Ausstellung zum Kunstpreis des Erzbistums Freiburg. »Die Erzdiözese sieht die Kunst als einen eigenständigen Ausdruck und schreibt aus diesem Grund seit 2008 regelmäßig einen Kunstpreis aus«, so Dr. Katharina Seifert, die  neue Kunstreferentin des Bistums. Im Zeitalter, in dem »Fake News« zusehends für Misstrauen gegenüber medialen Botschaften sorgen, sollen hier unter dem Titel »Was ist wahr« (ohne Fragezeichen!) durch die Kunst Zeichen gesetzt werden. Dazu gab es einen Wettbewerb, bei dem nach bundesweiter Ausschreibung 914 Einreichungen kamen, aus denen 19 Künstler und Künstlergruppen ausgewählt wurden, welche für den Kunstpreis der Erzdiözese in die engste Auswahl gekommen sind. »Dabei geht es ganz gewiss nicht nur um ›fromme Kunst‹« unterstreicht Seifert. Diese Suche kann dabei auch über manche provokative Fragestellung geschehen. »Wir wollen dazu auch über einen Dialog mit dem Publikum aufrufen und bestücken die Ausstellung mit einem sehr umfangreichen Begleitprogramm, das auch durch die Erzdiözese unterstützt wird«, so Christoph Bauer. Sehr gespannt ist er da zum Beispiel auf einen philosophischen Workshop für Kinder am 2. Februar unter dem Titel »Wirklich wahr?« mit Isabell Köster von den »Gedankenfliegern« aus Hamburg oder gleich darauf ein Vortrag über »Kunst und Kirche« mit Dr. Friedhelm Mennekes von der Kunststation Köln, der aktuell für viele Diskussionen sorgt.
Vernissage ist am Sonntag, 27. Januar, 11 Uhr, mit Beiträgen von OB Häusler, Katharina Seifert und der Kuratorin Dr. Isabelle von Marschall. Die Ausstellung war bereits in Freiburg zu sehen und wandert nach Singen noch nach Mannheim, wo dann die Preisträger verkündet werden. Die Entscheidung über die Sieger werde freilich in der Singener Ausstellung von der Jury bei einem Rundgang gefällt.
Die zweite Ausstellung des Jahres wird die im zweijährigen Turnus ausgetragene Schau des Singener Kunstvereins »SingenKunst19« unter dem Titel »Stadt.Berg.Fluss« vom 14. April bis zum 23. Juni sein.
Die Sommerausstellung wird größtenteils aus der Sammlung bestückt mit der Schau »Hier und Heute. Neue Kunst vom See« und vom 14. Juli bis 15. September gezeigt. Ergänzt wird sie durch ein Fotoprojekt von Florian Schwarz, der weit in die Sterne blickt.
»Schätze heben« wollen Christoph Bauer und seine Mitarbeiter in der Herbstausstellung ab 13. Oktober, die ganz dem Jubiläum »50 Jahre Hohentwiel auf Singener Gemarkung« gewidmet ist. Sie wird zusammen mit dem Stadtarchiv aufgebaut und soll noch zusätzliche Exponate aus privaten Sammlungen beinhalten. »Wir wollen hier ja schließlich nicht immer die selben Bilder und Graphiken zeigen«, so Christoph Bauer. Außerdem soll ein Buch zum Thema »Kunst für die Heimat« erscheinen, das einerseits wissenschaftlichen Ansprüchen genügt, aber auch der Region das Thema Kunst und Heimat vermitteln will. Mehr: www.kunstmuseum-singen.de

Wochenblatt Redakteur @: Oliver Fiedler