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Weg frei für das Jahrhundertprojekt

SChulneubau Gotttmadingen
Der Gottmadinger Gemeinderat entschied sich einstimmig für den Neubau der Eichendorffschule, der Entwurf stammt vom Architekturbüro Hotz aus Freiburg. Animation: Büro Hotz

Gottmadinger Gemeinderat entscheidet einstimmig für Schul-Neubau

Gottmadingen. Die Bedeutung des Tagesordnungspunktes 7 war den Gottmadingen Gemeinderäten in ihrer Sitzung gestern Abend sehr bewusst: Sie mussten nach intensiver Bürgerbeteiligung und Planung zwischen Neubau oder Sanierung des Eichendorff-Schulverbundes entscheiden. Und damit über ein »Jahrhundertprojekt in Gottmadingen, das die Gemeinde an die Grenze der finanziellen Belastbarkeit bringen wird«, wie es Gemeinderat Dr. Bernd Schöffling ausdrückte. Das Ergebnis nach ausführlicher Aussprache spiegelte Einigkeit wider- einstimmig gab das Gremium grünes Licht für den Neubau der Eichendorffschule.
Bauchschmerzen bereitet allerdings die enorme Kostenbelastung von gut 20 Millionen Euro, die »an der Kante dessen sind, was wir uns leisten können«, stellte Bürgermeister Dr. Michael Klinger klar. Er warnte bereits im Vorfeld, dass der Gemeinderat die Aufgabe habe, die Bremse zu ziehen, sollten die Begehrlichkeiten diese Grenze überschreiten. Doch insgesamt, so Klinger weiter, habe er »keine Angst vor dem Projekt, aber Respekt«.
Seine Entscheidung »pro Neubau« sei durch das eindeutige Stimmungsbild in der Bürgerwerkstatt entstanden, erklärte FWG-Rat Peter Fix zu Beginn der Aussprache. Auch er appellierte eine strenge Kostendisziplin, die bei der Realisierung des Großprojektes erforderlich sei. Noch weiter ging sein Ratskollege Martin Sauter. Er könne ohne eine deutliche Senkung der Gesamtkosten nicht vorbehaltslos zustimmen. Diese sei aber am ehesten bei der Neubauvariante möglich. Großen Spielraum für Einsparungen sah Bernhard Gassner (SPD) allerdings nicht, ohne massiv in den Gesamtentwurf einzugreifen. »Ich fürchte, es ist ein Wunschdenken, das Projekt zu schrumpfen. Zumal der Planung die Baupreise von 2016 zugrunde liegen und Baubeginn erst in 2018 sein wird«, befürchtet Gassner weitere Preissteigerungen. Die Kostendiskussion ging Kirsten Graf (SPD) dann doch zu weit. Mögliche Einsparungen können für sie erst in der Detailplanung erkennbar werden. Argumente gegen eine Sanierung waren für Graf zum einen die lange Bauzeit von vier Jahren im Bestand, verbunden mit hohen Belastungen für Schüler und Lehrer. Zum anderen sah sie weitere finanzielle Unsicherheiten während der Bauphase und schließlich war die Kostendifferenz zwischen Neubau und Sanierung mit rund einer Million Euro zu gering um über eine Sanierung zu diskutieren.
Bürgermeister Klinger sieht mit der Entscheidung pro Neubau das Ende eines intensiven Diskussionsprozesses und gleichzeitig den Anfang eines ebenso intensiven Arbeitsprozesses. »Wir machen Schule gemeinsam möglich«, schloss er nach der Abstimmung ehe Florian Steinbrenner vom Bauamt die weitere Vorgehensweise aufzeigte. Nach der Bildung einer Bauplanungsgruppe für den Neubau werde man mit Lehrern und Schülern erörtern, was notwendig ist, eventuell auch die Fläche reduzieren und die Vorschläge dem Architekturbüro Hotz in Freiburg vorlegen, um dann einen verbesserten Entwurf erneut zu diskutieren. Der Bauantrag soll nach den Sommerferien eingereicht werden, um rechtzeitig notwendige Zuschüsse zu beantragen.
»Wir haben eine lange Liste, die wir abarbeiten müssen«, fasste Michael Klinger zusammen und dankte dem Rat für das einstimmige Votum als Startschuss für das Jahrhundertprojekt der Gemeinde Gottmadingen.

verant. Red. @: Ute Mucha

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