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Mittwoch, den 7. Mai 2008
Lebendiger Glaube nötig 1. Mai hat in Singen besondere Tradition
Singen (li). Der 1. Mai beginnt auch für die Gewerkschafter in Singen mit einem ökumenischen Gottesdienst. Das hat Tradition und knüpft auch durch den Platz hinter der Lutherkirche an die ganz große Ökumene an. Muslime dürfen christliche Kirchen nicht betreten, doch hier sind sie zumindest für Augenblicke dabei. Am Himmelfahrtstag haben auch die Katholiken ihre Probleme, denn ihre Geistlichen sind alle nötig, um ihrerseits Himmelfahrt zu feiern. Heiner Holl, der Betriebsratsvorsitzende von Alcan, übernahm als Laie den Part. Pfarrer Bernd Karcher sagte in seiner Predigt, der lebendige Glaube sichere die Zukunft. Es gehe darum, die Gerechtigkeit wieder auf die Spur zu bringen. Der Pfarrer hatte das Gleichnis vom Weinberg in den Mittelpunkt der Predigt gestellt. Alle bekämen gleich viel Lohn, weil sie alle die letztlich gleiche Familie zu versorgen hätten. Anleihen nahm Karcher auch am Lukas-Evangelium, wo ausgesagt sei, dass Christus die Mächtigen in Trauer stoße. Die Familien brauchten die Tariflöhne, wenn sie den Kindern Bildung und Gutes übergeben wollten. Eindrucksvoll hatte am Abend zuvor Udo Engelhardt vom Tafel-Verein Die Szenerie umrissen: Kinder würden oft ihre Eltern nur im Streit um das Geld noch kennen. Für DGB-Vorsitzende Ursula Hanser war bei der Begrüßung auf dem Rathausplatz am 1. Mai wichtig, dass genau an diesem Ort der Widerstand gegen die Neonazis begonnen hätte. Attac-Geschäftsführerin Sabine Seibel rief an diesem Morgen in Singen die Revolution auch nicht aus. Der Mythos der steigenden Produktivität sei vorbei. 1965 sei nur jedes 75. Kind von Armut betroffen gewesen, jetzt jedes sechste. Sie meinte, eine andere Wirtschaftswelt sei möglich, doch ihre Forderung mündete wieder in mehr Personal für die Steuerfahndung. Privatisierungen der öffentlichen Hand müssten rückgängig gemacht werden. Nokia und die Bosse ließen grüßen. Lebendiger Glaube nötig 1. Mai hat in Singen besondere Tradition Singen (li). Der 1. Mai beginnt auch für die Gewerkschafter in Singen mit einem ökumenischen Gottesdienst. Das hat Tradition und knüpft auch durch den Platz hinter der Lutherkirche an die ganz große Ökumene an. Muslime dürfen christliche Kirchen nicht betreten, doch hier sind sie zumindest für Augenblicke dabei. Am Himmelfahrtstag haben auch die Katholiken ihre Probleme, denn ihre Geistlichen sind alle nötig, um ihrerseits Himmelfahrt zu feiern. Heiner Holl, der Betriebsratsvorsitzende von Alcan, übernahm als Laie den Part. Pfarrer Bernd Karcher sagte in seiner Predigt, der lebendige Glaube sichere die Zukunft. Es gehe darum, die Gerechtigkeit wieder auf die Spur zu bringen. Der Pfarrer hatte das Gleichnis vom Weinberg in den Mittelpunkt der Predigt gestellt. Alle bekämen gleich viel Lohn, weil sie alle die letztlich gleiche Familie zu versorgen hätten. Anleihen nahm Karcher auch am Lukas-Evangelium, wo ausgesagt sei, dass Christus die Mächtigen in Trauer stoße. Die Familien brauchten die Tariflöhne, wenn sie den Kindern Bildung und Gutes übergeben wollten. Eindrucksvoll hatte am Abend zuvor Udo Engelhardt vom Tafel-Verein Die Szenerie umrissen: Kinder würden oft ihre Eltern nur im Streit um das Geld noch kennen. Für DGB-Vorsitzende Ursula Hanser war bei der Begrüßung auf dem Rathausplatz am 1. Mai wichtig, dass genau an diesem Ort der Widerstand gegen die Neonazis begonnen hätte. Attac-Geschäftsführerin Sabine Seibel rief an diesem Morgen in Singen die Revolution auch nicht aus. Der Mythos der steigenden Produktivität sei vorbei. 1965 sei nur jedes 75. Kind von Armut betroffen gewesen, jetzt jedes sechste. Sie meinte, eine andere Wirtschaftswelt sei möglich, doch ihre Forderung mündete wieder in mehr Personal für die Steuerfahndung. Privatisierungen der öffentlichen Hand müssten rückgängig gemacht werden. Nokia und die Bosse ließen grüßen.
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