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Mittwoch, den 7. Mai 2008
Hotelentscheidung vertagt Familienhotel im Herzen: zu viele Fragen offen
Radolfzell (aj). Am Ende ging es aus wie das Hornberger Schießen. Der Gemeinderat sollte gestern einen Aufstellungsbeschluss für einen vorhabenbezogenen Bebauungsplan "Jugend- und Familienhotel" fassen und zugleich die Fortschreibung des Flächennutzungsplans (FNP) einleiten - und schien zunächst willig dies zu tun. Der OB appellierte, beide Beschlüsse benötige man als Basis für weitere Diskussion. Er wollte damit möglichen Investoren und der gemeinnützigen GmbH als Hotelbetreiber ein Signal geben, dass es endlich losgeht und aus der "Unverbindlichkeit" herauskommen. Im Flächennutzungsplan sollte der Bereich Streuhau in ein Sondergebiet Hotel umgewandelt werden. Als Ausgleich bot der OB in der Sitzung an, das Areal Bodenseereiter zum Landschaftsschutzgebiet zu machen bei gleichzeitigem Bestandschutz der Anlagen. Das war den Naturschutzverbänden zu wenig. Sie hatten sich in der Vergangenheit kompromissbereit gezeigt und das Gebiet Streuhau als Hotelstandort ´angeboten´ - bei entsprechenden Ausgleichsmaßnahmen, die einen sanften extensiv genutzten Übergang zum international bedeutsamen Naturschutzgebiet "Radolfzeller Aach" schaffen sollten. Weil sich diese in der Ratsvorlage nicht wiederfanden, hatten NABU; BUND und Bodenseestiftung (letztere ist Mitglied der Betreibergesellschaft) am Freitag eine Pressemitteilung verschickt, in dem sich die Verbände gegen den Streuhau als Hotelstandort aussprachen, "weil es keine verbindlichen Aussagen über ökologische Ausgleichsmaßnahmen gibt". Die Verbände befürchten, dass dies der Anfang für eine vollständige Überbauung des Streuhaus und des Areals des Bodenseereiters ist. Letzteres ist im FNP als Sondernutzungsfläche für Sport und Freizeit vorgehalten. Die Verbände fordern die Stadt auf, gemeinsam ein "ökologisch verträgliches Gesamtpaket" zu schnüren. Die Pressemitteilung nahm die Freie Grüne Liste zum Anlass, die Vertagung der Beschlüsse zu beantragen - ohne Erfolg. Die FGL sah vor der Entscheidung noch Diskussionsbedarf. Der OB wollte abstimmen und hinterher am Runden Tisch diskutieren. Dann folgte die Diskussion im Rat, die zeigte: der Wille zum Projekt ist quer durch die Fraktionen da, doch es gibt jede Menge offene Fragen. Zu viele, um auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Zu unterschiedlich waren die Ansichten über den ökologischen Ausgleich, über Standort, Betriebsform, Folgekosten, Finanzierung, Form der Bebauung, Regelung des Grundstückverbleibs und die Notwendigkeit eines sofortigen Bebauungsplans. Nach anderthalb Stunden Diskussion war der Rat weiter von einen Konsens entfernt als am Anfang. Klaus Ohnacker empfahl dem OB den Beschluss zu verschieben, mit Fraktionen und Verbänden Gespräche zu führen und dann wieder zu kommen. Das griff Cornelia Bambini-Adam auf, die das Projekt nicht durch "schnell gefasste Beschlüsse gefährden" wollte. Sie forderte einen Runden Tisch mit Verbänden, Fraktionen und Vereinen, darunter der Bodenseereiter und eine Standortdiskussion, bevor der Rat weitere Beschlüsse fast. Dem geschah so. 
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