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Mittwoch, den 7. Mai 2008
Ortskern "nicht zupflastern"
Güttingen (aj). Das geplante Bauvorhaben des Architekten Nägele im Fliederweg und in der Mauergartenstraße stößt im Ortschaftsrat Güttingen weiterhin auf Ablehnung. Nägele plant zwei mal fünf Reihenhäuser, dazwischen 17 Garagen und fünf Stellplätze. Die Ortschaftsräte hatten das Bauvorhaben schon vier Mal ausführlich diskutiert und konnten auf beim fünften Mal dem Vorhaben nichts abgewinnen. Die einhellige Meinung: das Vorhaben sei zu massiv und füge sich nicht in die Umgebungsbebauung ein. Der Baugebiet nördlich spreche eine andere Sprache. Diesen Siedlungscharakter wolle man erhalten, man sei schließlich "nicht in der Stadt" und wolle seinen "Ortskern nicht zupflastern". Auch wurde befürchtet, dass die geplanten Garagen als zusätzlichen Kellerraum genutzt werden und die Autos dann alle angrenzenden Straßen zuparken. Der Ortschaftsrat hatte deshalb einen Bebauungsplan für den Bereich Mauergarten gefordert. Die Notwendigkeit eines Bebauungsplans sieht das Planungsamt nicht, da es sich um die letzte Baulücke handle. Nach Auffassung des Baurechtsamt fügt sich das Vorhaben nach Paragraph 34 in die Umgebungsbebauung ein. Das Amt zieht allerdings andere Vergleichsobjekte zur Beurteilung heran als die Ortschaftsräte, die mit "gesundem Menschenverstand" und mit dem alten "einfachen Bebauungsplan Hinter Dorf -Mauergarten" aus den 60er Jahren argumentierten. Das wird ihnen wenig nützen, da der Plan nach Aussage von Stadtplaner Martin Grünmüller nur das Baufenster regle und die vorgelegte Planung baurechtlich nicht zu beanstanden sei. Im Bereich "Zum Bünd" hatte der Ortschaftsrat mehr Glück. Hier sah die Stadtverwaltung eine Planungserfordernis. Deshalb soll ein Bebauungsplan aufgestellt werden, der Ortschaftsrat fasste hierzu einstimmig den Beschluss. Mit dem Plan soll der Melap- Gedanke weiterentwickelt und Bauvorhaben, die keiner so will, im Vorfeld verhindert werden. Negativbeispiele gäbe es in Güttingen genügend, erklärte Ortsvorsteher Thomas Will, man sei schon oft genug mit der Bauleitplanung zu spät gekommen. Im Bereich Bünd soll dies nicht passieren.
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