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Taktik
oder Einsicht?
Gaienhofen
(he). Just zum Ende der Bewerbungsfrist
im November 1998 hatte Gaienhofens Bürgermeister Helmut Hensler
(CDU) seine Kandidatur zurückgezogen. Begründung: Er
habe die ständige Kritik des Gemeinderates und vor allem
der ebenfalls als Bewerber gemeldeten Räte Otto Lubach (Die
Unabhängigen) und Thomas Kessinger (CDU) nicht mehr akzeptieren
können. Von der Kritik seiner Gemeinderäte hat sich
Hensler schon lange belästigt, oft sogar verletzt gefühlt.
Er konterte auch dieses Jahr mit weniger Informationen für
die Räte - was wiederum zur Kritik am Bürgermeister
führte. Jetzt ist der frühere Referent des Landrates
Frank Hämmerle, Uwe Eisch, als neuer Bürgermeister in
Gaienhofen gewählt, die kritisierenden Gemeinderäte
Kessinger und Lubach hatten wenig Chancen beim Wähler. Zum
1. März 1999 endet die Amtszeit Henslers und auch bis dahin
wird die entscheidende Frage nicht geklärt sein: Hat Hensler
den Schachzug "erst bewerben und dann im letzten Moment zurückziehen"
geplant oder angeraten bekommen, um Lubach und Kessinger im Wahlkampf
zu schwächen oder hat er im letzten Moment eingesehen, daß
die nächste Legislaturperiode weder für ihn noch für
den Bürger ein Zuckerschlecken geworden wäre?

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