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Sportspots
1998
In
Sachen Handball verspricht das Jahr 1999 noch spannender zu werden
als 1998: Die HSG Singen-Gottmadingen hat sich
selbst ein Weihnachtspaket geschnürt und verdientermaßen
die Tabellenführung übernommen. Die wird sie in der
Rückrunde verteidigen müssen. Ende April nächsten
Jahres könnte die Meisterschaftsfeier steigen!
In der Verbandsliga, die demnächst aufgelöst wird, kämpfen
Ehingen und Steißlingen um Aufstieg statt Abstieg".
Ehingen löste Steißlingen an der Tabellenspitze zuletzt
ab. In der Verbandsliga wird das erste Halbjahr 1999 folglich
ein Handballkrimi. Ein Krimi aus freilich weniger
erfreulichen Gründen ist die Talfahrt der Allensbacher Handballdamen
in der zweiten Bundesliga: Trainer Erich Merk hat Mühen,
überhaupt noch genügend Spielerinnen auf den Platz zu
bringen. Gewonnen hat der SV Allensbach schon
lange nicht mehr. Für 1999 will man erst einmal auf dem Transfermarkt
an neue Spielerinnen kommen. Denn: In Allensbach hat sich 1998
auch erwiesen, daß Oberligaspielerinnen nicht unbedingt
den Anforderungen der zweiten Bundesliga standhalten können.
Der
Radolfzeller Squashclub lehrt derzeit der gesamten
deutschen Konkurrenz das Fürchten: Als Newcomer haben die
Damen in der zweiten Bundesliga 1998 den Spitzenplatz erobert.
Und auch die Singener Herren schlagen sich in der zweiten Bundesliga
wacker. Nicht zuletzt hoffen sie darauf, 1999 wieder im brandgeschädigten
Racketcenter spielen zu können, nachdem sich Radolfzell 1998
als freundlicher Gastgeber erwiesen hat.
Sport
und Geld, darüber redet man nicht gerne. Aber ohne Geld würde
auch der Sport in der Region lange nicht mehr funktionieren. Der
FC Singen, wollte er in die Regionalliga aufsteigen, bräuchte
beispielsweise ein Budget von über einer Million Mark. Und
der FC Singen hatte auch 1998 keine Alno im Hintergrund wie Pfullendorf.
Der FC Singen wie der FC Radolfzell kamen 1998 zwar nicht
ins Trudeln, so aber doch in einen finanziellen Engpaß.
Weit über 100000 Mark Schulden bedeutet
Schuldendienst und das belastet den laufenden Vereinshaushalt,
das mußten die FC-Vorsitzenden Oswald Ammon (FC Singen)
und Willy Kröhle (FC Radolfzell) der Öffentlichkeit
mitteilen. Dem Geld des Radolfzellers Werner Messmer hingegen
ist es zu verdanken, daß die Fußballregion 1999 ein
neues Turnier sehen wird: Das Werner-Messmer-Turnier
wird vom FC Radolfzell ausgerichtet. Teilnehmen sollen Mannschaften
aus Österreich, der Schweiz und Deutschland. Zehn Mannschaften
sollen nächstes Jahr um den Pokal des Radolfzeller Ehrenbürgers
kicken. Der Vorteil für Radolfzell: Das Turnier wird aus
der zwei Millionen Mark schweren Stiftung des Radolfzeller Gründers
der heutigen Firma TRW, Werner Messmer, bezahlt.
Die
Kletterhalle in Schaffhausen, eine der größten
in Europa, ist nah und das wirkt sich aus: Die Hilzingerin Nadine
Ruh wurde im Herbst Vizemeisterin im Jugendsportklettern. Nadine
Ruh ist 13, die Jugendklasse ist eigentlich 14 bis 18 Jahre alt.
Ja,
der Singener Radsport hat noch Bedeutung: Helmut
Baur gewann im August auf der Radrennbahn in Bielefeld den Deutschen
Derny-Titel. Und bei den Senioren und in den jüngeren Jahrgängen
konnten auch der Singener Veloclub und der RMSV Mühlhausen
überzeugen. Die Straßenrennen der Region waren 1998
von ihnen dominiert. Die Freizeitfahrer" sind auch
zur respektablen Größe geworden: Das Wochenblatt stellte
dieses Jahr den Böhringer Dieter Kleiser (41)
vor, der 1998 von 14 internationalen Straßenrennen 13 in
seiner Altersklasse gewann. Der Ötztalradmarathon (238 Kilometer,
5550 Höhenmeter) war der Höhepunkt der Saison.
Thomas
Winkler (Schwimmsportfreunde Singen)
ist das Beispiel des Jahres dafür, was ein motivierter Sportler
und ein ambitionierter Trainer gemeinsam schaffen können:
Mitte Dezember startete Winkler beim ersten Dreiländerkampf
für Deutschland. Und, wenn man den Worten seines Trainers
Norbert Mayer Glauben schenken darf, dann sind Winklers
Leistungen noch ausbaufähig. Das hat man auch beim diesjährigen
Hohentwielschwimmfestival gesehen. Nicht zu vergessen Sandra
Bühler: Sie schwamm über 100 Meter Freistil
der schweizerischen Meisterin Chantal Strasser
davon.
In
der Rückrunde Anfang 1998 wollten die Radolfzeller Tischtennisherren
eigentlich ins Mittelfeld der Oberliga. Jetzt
ist man trotz mustergültiger Vereinsführung in die Badenliga
abgestiegen. Der stärkste Verein der Region bleibt Radolfzell
trotzdem, zumal auch die Damen sich in der Badenliga
halten. Aber: Mühlhausen lauert in der Verbandsliga, könnte
Titelaspirant im nächsten Jahr werden. Etwas schwieriger
haben es die Stockacher in der gleichen Liga: In der Verbandsliga
weht im Tischtennis eben bereits ein scharfer Wind. Ein Radolfzeller
Tischtennisspieler war es dieses Jahr, der die gesamte Weltelite
hinter sich ließ, freilich in einer sehr hohen Altersklasse:
Gustav Rey, der für den TTV Radolfzell startet
und zur Zeit in Konstanz wohnt, feierte vor wenigen Wochen den
Erfolg seines Lebens: Er schaffte auf Anhieb bei den Seniorenweltspielen
(Alterklasse der über 70jährigen) im Tischtennis im
US-Bundesstaat Utha den Einzel- und Doppeltitel. Feiern durfte
Blaugelb Singen dieses Jahr: Zum Jubiläum kam auch die ehemalige
Damenmannschaft, die sich bis in die zweite Bundesliga durchgebissen
hatte. Mit am Erfolg beteiligt war damals die heutige Radolfzeller
Gemeinderätin Lily Müller.
Das
Boxen machte 1998 in der Region einen Boxenstop
zuviel: Beim BC Singen kündigte zum Ende
des Jahres schon wieder ein Vorsitzender, der vierte innerhalb
weniger Jahre. Auch von den neuen Boxhoffnungen aus Radolfzell
hörte die Redaktion nicht viel. Walter Kellmayer,
Singener Boxmanager der ersten Stunde, versuchte mancher in die
Pflicht zu nehmen. Er solle die Boxlandschaft wieder zum Leben
erwecken. Kellmayer verweist allerdings zu Recht darauf, daß
gute Sportler in einer Stadt auch gute Unterstützung brauchen
und er eigentlich nicht zur Verfügung stehe.
Nikolaus
Hautsch, erfolgreicher Radolfzeller Ruderer,
beendete dieses Jahr seine aktive Laufbahn. Björn
Spaeter könnte das Gegenteil tun: Nachdem der Wahlwieser
eigentlich bei der Weltmeisterschaft in Köln starten sollte,
nachdem er Deutscher Meister im Leichtgewichtsvierer wurde, könnte
er ein Aspirant für die Olympiade 2000 in
Sydney sein. Hoffentlich erwischt ihn da dann kein böser
Virus wie in Köln.
Anatol
Hennig

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