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Die
Kultur-Fabrik
Singen
(of). Es ist inzwischen ein sehr
wichtiger Bestandteil im kulturellen Alltag unserer Region geworden:
Das jährliche Programm bei Greuter Buch und Kunst in Singen.
Mit einigen Dutzend Lesungen, Buchvorstellungen, Signierstunden
und auch einer ganzen Reihe von Ausstellungen sowie inzwischen
auch der Herausgabe von Büchern wie dem hochinteressanten
Projekt zu 100 Jahre Singen mit Fotograf Otto Kasper ist Michael
Greuter inzwischen ein Faktor für Singen geworden. Manchmal
sogar mehrmals wöchentlich wird in die Räume der Buchhandlung
geladen und es gibt einen höchst interessanten Effekt: Die
Zahl der Veranstaltungen, die hinter den Erwartungen zurückblieben,
ist verschwindend gering. Meist muß kurz vor Beginn einer
Lesung sogar noch mit zusätzlichen Stühlen nachgerüstet
werden. Hier wird ein Nerv der Zeit getroffen, das ist etwas,
was das Publikum will. Und Michael Greuter holt beileibe nicht
nur "Mainstream" nach Singen. Ein im Grunde genommen
kommerzieller Veranstalter wird hier zum Kulturträger. Das
ist auch ein Schritt in eine neue Zeit. Das Kulturamt der Stadt
Singen hat sich da im gewissen Sinn auf eine "Grundversorgung"
zurückgezogen. Akzente setzen inzwischen im kulturellen Bereich
andere. Und das ist eigentlich auch gut so. Kultur muß schließlich
ja nicht immer etwas mit pädagogischen Inhalten zu tun haben.
Kultur kann, und sollte auch "von unten" kommen, Ode
eben von der kommerziellen Seite her. So ergibt sich erst die
Vielfalt, die Kultur interessant macht. Der Nachteil: Die Zahl
kultureller Expermimente hat in Singen in den letzten Jahren drastisch
nachgelassen. Dinge, an denen man sich auseinandersetzen kann,
die den berühmten Streit hervorrufen, was Kultur oder Kunst
sei oder nicht, sind hier schon lange nicht mehr geschehen. Und
so gesehen ist hier doch wieder der Mut einer Stadt gefordert,
solche Prozesse zu unterstützen. Soviel muß sich eine
Gesellschaft leisten können.

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