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Vor
20 Jahren war Gründerzeit
Singen
(li). Die kulturelle Weichenstellung
fand genau vor 20 Jahren statt: Damals öffneten innerhalb
eines Vierteljahres in Singen die Färbe" und in
Arlen die Gems" ihre Tore. Das entsprach dem Zeitgeist:
Wer 1968 bewußt erlebt hatte, wollte jetzt Träume Wirklichkeit
werden lassen. Begründer der Gems" waren Marburger
Studenten, die alternative Kulturprogramme realisieren wollten.
Sie haben es vielen Unkenrufen zum Trotz geschafft. Und seither
ist der 23. Dezember der Festtag der besonderen Art - auch nach
dem Umzug nach Singen. Die Färbe" hat einen ähnlichen
Ursprung: Peter Simon wollte sich zusammen mit Alexander Tibes,
der früh verstorben ist, ohne Zwänge von außen
selbst verwirklichen. Das gilt bis heute für die Stückauswahl
ebenso wie für die von sich selbst erwartete künstlerische
Qualität. Die späten 70er Jahren waren gerade in Singen
gut für Neuerungen, hatte sich doch die offizielle Kulturpolitik
ganz dem Kunsthallen-Neubau und einem anschließenden Stadthallenneubau
verschrieben, der 1982 dann am Bürgerentscheid scheiterte.
Singen hatte mit Millionen jongliert und dabei vergessen, daß
Kultur eigentlich nur von Inhalten lebt. Gems" und
Färbe" zwangen in den Folgejahren die öffentliche
Kulturarbeit zum Nachdenken und Umdenken. Heute nach 20 Jahren
scheint vielen ein solcher Prozeß schon wieder notwendig
zu sein. Nur gründet jetzt keiner . . .

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