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Personalroulette
im Rathaus
Singen
(li). Die Singener Personalprobleme im Rathaus haben
offenbar eine linke Schlagseite. Am 1. Januar 1999 kehrt der frühere
Kulturamtsleiter Dr. Alfred G. Frei zurück. Er war an das
Land ausgeliehen, um die Revolution von 1848 aufzubereiten. Doch
er wird seine alte Stelle nicht mehr vorfinden. In BAT 1b findet
sich er im Hauptamtspool wieder. Was er tun wird, weiß keiner.
Etwas anderes als bisher tun, soll auch Thomas Wittenmaier. Er
war zuletzt Chef des Stadtplanungsamts als Nachfolger von Laga-Chefin
Gesine von Eberstein. Doch da wollte man ihn auch nicht mehr.
Das Vermessungs-und Liegenschaftsamt wollte in Singen auch keiner
mehr, voran Oberbürgermeister Andreas Renner. Doch Wittenmaier
soll dort nun Stellvertreter von Amtschef Berger werden. Doch
den will man inzwischen auch nicht mehr in der ersten Riege. Die
Spiele nehmen extreme Dimensionen an: Die Stadt muß sparen,
an Personalstellen allemal. Also sparn wir mal! Sparen könnte
man eine Bürgermeisterstelle. Rüdiger Neef hat noch
Luft, denn seine zweite Wiederwahl steht erst 2001 an. Da muß
sich Manfred Schlegel schon mehr Sorgen machen. Er ist im kommenden
Jahr dran. Vor acht Jahren war er der Mann, durch den die CDU
in Singen an der Rathausmacht beteiligt werden könnte. Heute
gibt es keinen Grund mehr dafür. Die CDU dominierte bis zur
Bundestagswahl die Stadt. Schlegel ist über das Baurechtsamt
Widersacher von Rüdiger Neef, dem immer wieder Fehler im
Planungsrecht nachgesagt werden. Schlegel ist auch Sozialdezernent,
der keinen Alarm geschlagen hat, als der Landkreis keine Schlußrechnung
für die Jahre 1996 und 1997 vorgelegt hat. Das hat aber auch
Klaus Kupprion verpennt, der erst Kämmerer, dann Rechnungsprüfungsamtsleiter
wurde. So wollte es Renner. Das fehlende Geld hat auch der nicht
bemerkt. So ist das eben in Singen. Lucke schließt die Lücke
bei der Kämmerei. Aber 2001 steht Gesine von Eberstein wieder
auf der Matte. Bis dahin ist sie zur Laga 2000 ausgeliehen. Ob
es ihr dann auch so geht wie jetzt Dr. Frei? Nein: Sie könnte
dann Bürgermeisterin werden. Immerhin etwas Neues. Schließlich
braucht Renner immer wieder einmal Retter. Und wenn es nur solche
für Rochaden sind.

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