Jahresrückblick 1998
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* Dienstag 29. Dezember 1998

Personalroulette im Rathaus

Singen (li). Die Singener Personalprobleme im Rathaus haben offenbar eine linke Schlagseite. Am 1. Januar 1999 kehrt der frühere Kulturamtsleiter Dr. Alfred G. Frei zurück. Er war an das Land ausgeliehen, um die Revolution von 1848 aufzubereiten. Doch er wird seine alte Stelle nicht mehr vorfinden. In BAT 1b findet sich er im Hauptamtspool wieder. Was er tun wird, weiß keiner. Etwas anderes als bisher tun, soll auch Thomas Wittenmaier. Er war zuletzt Chef des Stadtplanungsamts als Nachfolger von Laga-Chefin Gesine von Eberstein. Doch da wollte man ihn auch nicht mehr. Das Vermessungs-und Liegenschaftsamt wollte in Singen auch keiner mehr, voran Oberbürgermeister Andreas Renner. Doch Wittenmaier soll dort nun Stellvertreter von Amtschef Berger werden. Doch den will man inzwischen auch nicht mehr in der ersten Riege. Die Spiele nehmen extreme Dimensionen an: Die Stadt muß sparen, an Personalstellen allemal. Also spar’n wir mal! Sparen könnte man eine Bürgermeisterstelle. Rüdiger Neef hat noch Luft, denn seine zweite Wiederwahl steht erst 2001 an. Da muß sich Manfred Schlegel schon mehr Sorgen machen. Er ist im kommenden Jahr dran. Vor acht Jahren war er der Mann, durch den die CDU in Singen an der Rathausmacht beteiligt werden könnte. Heute gibt es keinen Grund mehr dafür. Die CDU dominierte bis zur Bundestagswahl die Stadt. Schlegel ist über das Baurechtsamt Widersacher von Rüdiger Neef, dem immer wieder Fehler im Planungsrecht nachgesagt werden. Schlegel ist auch Sozialdezernent, der keinen Alarm geschlagen hat, als der Landkreis keine Schlußrechnung für die Jahre 1996 und 1997 vorgelegt hat. Das hat aber auch Klaus Kupprion verpennt, der erst Kämmerer, dann Rechnungsprüfungsamtsleiter wurde. So wollte es Renner. Das fehlende Geld hat auch der nicht bemerkt. So ist das eben in Singen. Lucke schließt die Lücke bei der Kämmerei. Aber 2001 steht Gesine von Eberstein wieder auf der Matte. Bis dahin ist sie zur Laga 2000 ausgeliehen. Ob es ihr dann auch so geht wie jetzt Dr. Frei? Nein: Sie könnte dann Bürgermeisterin werden. Immerhin etwas Neues. Schließlich braucht Renner immer wieder einmal Retter. Und wenn es nur solche für Rochaden sind.

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