Jahresrückblick 1998
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* Dienstag 29. Dezember 1998

Gegen den Sand im Getriebe

Engen (of). Das Jahr Zwei mit dem "neuen Besen" in Engen: Auch in 1998 legte Johannes Moser einen forschen Schritt bei der Umsetzung seiner vielen Wahlversprechen vor. Doch immer deutlicher kristallisiert aber heraus, daß die Umsetzung der Visionen zu Engen doch eben in manchen Dingen Zeit braucht. Wohl wird man Moser die ganze Amtszeit und vielleicht noch mehr Zeit geben müssen, denn wenn es bei den Visionen ins Detail geht, tun sich erst die ganzen Probleme auf. Was Johannes Moser in 1998 mit den Engenern zustandegebracht hat, ist beachtlich: Bei allen Wehen um die Fusion der Krankenhäuser Engen und Singen, bei allen Kröten, die die Engener schlucken mußten: Zunächst ist die Einrichtung vor Ort gesichert! Und: Johannes Moser kämpfte bis zuletzt darum , daß Kinder weiterhin in Engen geboren werden können. Und da es im regulären Krankenhaus nicht geht, muß es nun eine Praxisklinik sein. Der Knoten für das Parkdeck am Schulplatz ist gelöst. Immer wieder wurde von Moser der Startschuß angekündigt, doch die Bewältigung der komplizierten Rechtslage brauchte einfach Zeit. Und zum Jahresende kristallisiert sich auch ein Lösung für das Felsenareal heraus. Nun kommt endlich der Markt, der der Altstadt die Kraft geben kann, die sie zum Überleben braucht, wenn sie Chancen nutzt. Erste Betriebe sind bereits im Gründerzentrum Welschingen tätig, die Planung für die Erweiterung des Schulzentrums "steht", das Neubaugebiet "Hugenberg" ist auf den Weg gebracht, und auch die Realisierung für das Bürgerhaus Anselfingen steht endgültig an. Das hätte sich vor einem Jahr kaum ein Anselfinger zu träumen gewagt! Der dringend nötige Kindergarten westlich der Bahnlinie ist bald fertig. Und auch mit der seit Kriegsende geplanten Abwasserleitung von Biesendorf ging es los. Ein Arbeitssieg. Und dann noch die Partnerschaft mit Pannonhalma in Ungarn. Der Vereine "Freunde für Europa" hatte des Weg geebnet, die Herzlichkeit der Feiern auf beiden Seiten hat deutlich gemacht, wie wichtig eine solche Freundschaft ist. Für Engen die Chance, ein Aktivposten im vereinten Europa zu werden, zumal es nun gleich mit der Besiegelung der nächsten Partnerschaft mit dem französischen Trilport geht. Keine Frage: Engen hat gewaltige Schritte nach vorne gemacht, auch wenn es jetzt erst an die Umsetzung verschiedener Verkehrskonzepte für die Innenstadt geht. Bei Johannes Moser hat man wirklich den Eindruck, daß er alles für Engen gibt. Und Engen hat dadurch neues Selbstbewußtsein gewonnen. Aber da ist noch eine andere Sache: Am letzten Tag ihrer Probezeit unterschrieb die damalige Stadtbaumeisterin Elfriede Fischer einen Auflösungsvertrag, was sie später bitter bereute. Ist das die erste Leiche auf dem Weg des ehrgeizigen Johannes Moser? Keine der beiden Seiten legte die Karten je offen auf den Tisch. Aber es war deutlich, das Elfriede Fischer ihre ganz eigene Art hatte, an Probleme heranzugehen. Sie konnte auch in Anselfingen einen Lösungsvorschlag aus dem Ärmel zaubern der die Menschen begeisterte. Er wird zwar nun nicht gebaut, es war jedoch der emotionale Durchbruch. Und doch klappte es zwischen der kreativen Baumeisterin und dem Bürgermeister nicht. Wie es da mit Engen weiter gegangen wäre, bleibt freilich Spekulation. Seit September ist nun mit Matthias Distler ein erklärter Städtebauer am Werk – auch sein Stil kann viele Probleme lösen, die nach dem Jahrhundertprojekt Altstadtsanierung liegen blieben. Um den Engener Gewerbeverein ist es leider sehr still geworden. Dafür gibt es einen neuen Versuch einer Werbegemeinschaft. Keine Frage: Engen ist wieder ein Zentrum im Hegau. Doch das will mit Leben erfüllt sein.

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