|
Gegen
den Sand im Getriebe
Engen
(of). Das Jahr Zwei mit dem "neuen
Besen" in Engen: Auch in 1998 legte Johannes Moser einen
forschen Schritt bei der Umsetzung seiner vielen Wahlversprechen
vor. Doch immer deutlicher kristallisiert aber heraus, daß
die Umsetzung der Visionen zu Engen doch eben in manchen Dingen
Zeit braucht. Wohl wird man Moser die ganze Amtszeit und vielleicht
noch mehr Zeit geben müssen, denn wenn es bei den Visionen
ins Detail geht, tun sich erst die ganzen Probleme auf. Was Johannes
Moser in 1998 mit den Engenern zustandegebracht hat, ist beachtlich:
Bei allen Wehen um die Fusion der Krankenhäuser Engen und
Singen, bei allen Kröten, die die Engener schlucken mußten:
Zunächst ist die Einrichtung vor Ort gesichert! Und: Johannes
Moser kämpfte bis zuletzt darum , daß Kinder weiterhin
in Engen geboren werden können. Und da es im regulären
Krankenhaus nicht geht, muß es nun eine Praxisklinik sein.
Der Knoten für das Parkdeck am Schulplatz ist gelöst.
Immer wieder wurde von Moser der Startschuß angekündigt,
doch die Bewältigung der komplizierten Rechtslage brauchte
einfach Zeit. Und zum Jahresende kristallisiert sich auch ein
Lösung für das Felsenareal heraus. Nun kommt endlich
der Markt, der der Altstadt die Kraft geben kann, die sie zum
Überleben braucht, wenn sie Chancen nutzt. Erste Betriebe
sind bereits im Gründerzentrum Welschingen tätig, die
Planung für die Erweiterung des Schulzentrums "steht",
das Neubaugebiet "Hugenberg" ist auf den Weg gebracht,
und auch die Realisierung für das Bürgerhaus Anselfingen
steht endgültig an. Das hätte sich vor einem Jahr kaum
ein Anselfinger zu träumen gewagt! Der dringend nötige
Kindergarten westlich der Bahnlinie ist bald fertig. Und auch
mit der seit Kriegsende geplanten Abwasserleitung von Biesendorf
ging es los. Ein Arbeitssieg. Und dann noch die Partnerschaft
mit Pannonhalma in Ungarn. Der Vereine "Freunde für
Europa" hatte des Weg geebnet, die Herzlichkeit der Feiern
auf beiden Seiten hat deutlich gemacht, wie wichtig eine solche
Freundschaft ist. Für Engen die Chance, ein Aktivposten im
vereinten Europa zu werden, zumal es nun gleich mit der Besiegelung
der nächsten Partnerschaft mit dem französischen Trilport
geht. Keine Frage: Engen hat gewaltige Schritte nach vorne gemacht,
auch wenn es jetzt erst an die Umsetzung verschiedener Verkehrskonzepte
für die Innenstadt geht. Bei Johannes Moser hat man wirklich
den Eindruck, daß er alles für Engen gibt. Und Engen
hat dadurch neues Selbstbewußtsein gewonnen. Aber da ist
noch eine andere Sache: Am letzten Tag ihrer Probezeit unterschrieb
die damalige Stadtbaumeisterin Elfriede Fischer einen Auflösungsvertrag,
was sie später bitter bereute. Ist das die erste Leiche auf
dem Weg des ehrgeizigen Johannes Moser? Keine der beiden Seiten
legte die Karten je offen auf den Tisch. Aber es war deutlich,
das Elfriede Fischer ihre ganz eigene Art hatte, an Probleme heranzugehen.
Sie konnte auch in Anselfingen einen Lösungsvorschlag aus
dem Ärmel zaubern der die Menschen begeisterte. Er wird zwar
nun nicht gebaut, es war jedoch der emotionale Durchbruch. Und
doch klappte es zwischen der kreativen Baumeisterin und dem Bürgermeister
nicht. Wie es da mit Engen weiter gegangen wäre, bleibt freilich
Spekulation. Seit September ist nun mit Matthias Distler ein erklärter
Städtebauer am Werk auch sein Stil kann viele Probleme
lösen, die nach dem Jahrhundertprojekt Altstadtsanierung
liegen blieben. Um den Engener Gewerbeverein ist es leider sehr
still geworden. Dafür gibt es einen neuen Versuch einer Werbegemeinschaft.
Keine Frage: Engen ist wieder ein Zentrum im Hegau. Doch das will
mit Leben erfüllt sein.

|