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Der
Kampf ums Image
Radolfzell
(he). Aktionsgemeinschaft und
Gewerbeverein haben dieses Jahr gemeinsam für mehr Image
der Stadt gekämpft und - gewonnen: Im Juni fand am gleichen
Wochenende der Tag des Rades der Aktionsgemeinschaft und die Handwerksmesse
des Gewerbevereins statt. Und Radolfzell war an diesem Wochenende
die Attraktion im Landkreis. Die Leute kamen nicht nur in die
Innenstadt, sie kauften auch. Die Handwerksmesse war am Samstag
und Sonntag beliebtes Ziel und selbst manch ein Spezialanbieter
stellte Wochen nach der Messe fest, daß er neue Kunden gewonnen
hat. Eine verstärkte Zusammenarbeit zwischen Aktionsgemeinschaft
und Gewerbeverein war es dann auch, was bereits im Mai als Idee
bei einem Gespräch des Wochenblatts mit Vertretern des Radolfzeller
Handels herauskam: Einigkeit macht stark. Auch politisch. Und
so ist es auch zu verstehen, daß der Gemeinderat im Juni
den Weg für generelles kostenloses Parken in der Innenstadt
frei machte. Die Aktionsgemeinschaft war nämlich - zum ersten
Mal seit langem - sieben Frau und Mann hoch bei der Entscheidung
im Sitzungssaal. Was der Handel der Politik 1998 übel genommen
hat, ist die Entscheidung des Gemeinderates für die Vergabe
einer Option auf das Schiesserareal. Entstehen soll dort ein zweigeschossiges
Einkaufszentrum mit 300 Pkw-Stellplätzen für insgesamt
25 Millionen Mark. Seit Jahresbeginn ist allerdings Sendepause:
Wann und ob das Projekt von Coplan und Weiss realisiert wird,
ist ergo zum Jahresende unklar. Der Gerberplatz war vom Oberbürgermeister
versprochen, aber anscheinend nicht realisierbar. Waren die Gründe
nur schwierige Grundstücksverhandlungen? Das Image von Radolfzell
nicht nur als Einkaufsstadt untersuchte Stadtmarketingmoderator
Andreas Grötsch. Der See ist das Kapital, das wußte
man schon vor diesem Jahr. Weitere positive Urteile: Umweltbewußt,
ruhig, sympathisch, gemütlich, sauber und gastfreundlich.
Mit der Umsetzung der Analysen war auch das Stadtmarketing gefordert.
Und dort wurden 1998 Ziele gesteckt: Die größte Vision
wohl ist ein Kai vom Stadtgarten bis in den See. Eine Vision war
einst der Stadtbus, eine teure außerdem. 1998 hat Norbert
Weigl als Chef der Stadtwerke an der wirtschaftlichen Basis des
schönstes Busverkehrs der Region gebastelt. Die Folgen: Böhringen
ist an den Bus angebunden, eine Nachtlinie ist eingeführt,
Anbindungen an Moos und Steißlingen sind nicht aus den Augen
verloren. Markelfingen soll angebunden werden. Und dann ist auch
die Verwaltung 1998 dem Bürger näher gekommen: Ein Bürgerbüro
erlaubt seit Juni schnelle Wege.

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