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Menschen
des Jahres
Anton
Steidle, erster Vorsitzender des
Reitclubs Bodenseereiter und Vater des jährlichen großen
Reitturniers in Radolfzell, feierte 1998 im Kreise seiner Freunde
im Bodenseereiter in Radolfzell seinen 80sten Geburtstag. Das
Reiterjournal, eine Fachzeitschrift für den Reitsport, würdigte
Steidle, ebenso wie das diesjährige Reitturnier in Radolfzell.
Dort war auch Olympiasieger Martin Schaudt und
viele andere Größen des Reitsports wieder zu Gast.
Der
Radolfzeller Stadtmusikdirektor Heinrich Braun
wurde im März beim Galakonzert des 33sten Dirigentenkongresses
für seine 50jährige Tätigkeit im Dienste der Musik
geehrt. Braun bekam auch die Große Goldene Ehrennadel des
Bundes Deutscher Blasorchester.
Peter
Harter und Hans-Peter Hafner waren zusammen mit Elisabeth
Bletscher-Böttinger die Initiatoren der Seestraßenausstellung
in Radolfzell: 14 Kunstwerke im Großformat hingen von Sommer
bis Herbst über der Straße und da war was für
jedes Auge dabei. Für das Radolfzeller Innenstadtflair wurden
mit dieser Aktion 1998 Akzente in Sachen liebenswerte Innenstadt"
gesetzt. Die Ausstellung soll 1999 ihre Fortsetzung finden.
Der
Jazzmusiker und Bandleader Horst Jankowski starb
in Radolfzell Ende Juni im Alter von 62 Jahren an Krebs. Hier
verbrachte er seine letzten Jahre. In den 50er-Jahren ritt Jankowski
ganz oben auf der Glamourwelle mit: Er begleitete Caterina Valente
und spielte 1958 sogar mit Benny Goodman auf der Weltausstellung
in Brüssel. Auch danach war er für viele Jazz-Liebhaber
ein wahrer Ohrenschmaus.
Der
Böhringer Berthold Gruzel in der Bütt
der Böhringer Bengelschiesser, das war eines der herausragendsten
närrischen Ereignisse des Jahres. In Abwandlung eines lateinischen
Sprichwortes beschrieb er das, was an politischen Ereignissen
in Radolfzell 1998 öffentliches Gewicht bekam, schon zu Beginn
des Jahres: Stehen große Dinge Dir ins Haus, reicht
schon das Wollen aus, das ist Radolfzeller Kommunalpolitik."
Gleich
zu Anfang des Jahres stand der Gewerbeverein Höri knapp vor
der Auflösung. Peter Stegmann wollte sein Amt abgeben, wegen
Desinteresses der Mitglieder". Schon im Februar kam
die Lösung in Person der Öhningerin Heide Leitner:
Sie übernahm den Gewerbeverein und kündigte im April
Sacharbeit an. Ihr erster Erfolg: Eine Schau des Gewerbevereins
im Öhninger Gewerbegebiet wurde am Muttertag zum Erfolgsschlager.
20 Handwerksbetriebe und Gewerbetreibende stellten ihre Leistungen
vor, die Musikvereine Öhningen und Schienen übernahmen
die Unterhaltung, die Betriebe ihrerseits sorgten für weitere
Attraktionen, die unverwechselbar waren. Wäre Heide Leitner
1998 nicht gewesen, es hätte dem Gewerbeverein Höri
sogar eine Fusion mit dem Radolfzeller Gewerbeverein gedroht:
Erste Gespräche hatten bereits stattgefunden.
Für
Öhningen war es 1998 ein gewaltiger Schock: Im Alter von
gerade einmal 42 Jahre starb Bürgermeister Herbert
Müller an den Folgen einer heimtückischen Viruserkrankung.
Der Öhninger Bürgermeister war zeitlebens nie Marketingspezialist,
nie politischer Fensterredner. Er war ein Bürgermeister,
der zwar an Fastnacht mit Sprachkursen in Sachen alemannisch""
närrisch konfrontiert wurde (weil er aus dem Schwäbischen
kam), in den restlichen vier Jahreszeiten aber gute, umsetzbare
Politik für Öhningen und seine Ortsteile machte.
Anatol
Hennig

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