Jahresrückblick 1998
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* Dienstag 29. Dezember 1998

Tief hinunter - hoch hinaus

Stockach (bie). Tief hinunter hieß es an vielen Stellen in Stockach im vergangenen Jahr. Das „Josefsloch" ist heute noch ein Symbol. Wo bis zu diesem Jahr das Josefsheim stand, harrt Bauland künftiger Bebauung. Das Konstanzer Software-Unternehmen Nissen und Velten will Arbeitsplätze in Stockach schaffen. Heftig voran geht es derweil am Hägerweg. 1998 war Spatenstich zum Großprojekt Parkhaus Innenstadt. Und die Parkdecks wachsen schon aufeinander. Im vergangenen Jahr hat Stockach Fundamente geschaffen, auf denen in den nächsten Jahren aufgebaut werden wird. Mit dem Parkhaus soll 1999 auch die Umgestaltung der Pfarrstraße kommen. Und dann die Hauptstraße. Für bundesweite Aufmerksamkeit hat die Stockacher Idee eines Parkvereins gesorgt. Um Parkbewirtschaftung in Stockach zu vermeiden, denn die öffentlichen Fördermittel für den Parkhausbau bedingen die Bewirtschaftung, hat sich der Verein gegründet. Stockacher Geschäftsleute wollen den Verein unterstützen, der der Stadt die entgangenen Einnahmen ersetzen soll. Noch vor Ablauf des Jahres ist der „Verein kostenloses Parken"" ins Vereinsregister eingetragen worden. Das Stichwort bleibt weiterhin Verkehr. Nach dem Lindekreisel, der den Verkehrsfluß erheblich verbessert hat, soll nicht nur die Oberstadt durchlässiger werden. An der Meßkircher Straße wird ein weiterer Kreisel entstehen. Auf Grund solcher Bauvorhaben blickt der Stockacher Kämmerer jetzt auf ein Haushaltsloch. Kreditaufnahmen über 5,8 Millionen Mark sollen 1999 das Defizit ausgleichen. Auch im Jahr 2000 wird die Stadt nicht um neue Kredite umhinkommen, prophezeit Kessler. Aber dann sei das Gröbste überstanden. Ein juristisches Loch ist noch die Entscheidung um die Betriebserweiterung des Stockacher Modellbauunternehmens Baumann. Dort ist die Erweiterung über die Gaswerkstraße hinweg geplant. Die Entwidmung dieser öffentlichen Verkehrsfläche stößt auf den erbitterten Widerstand der Anwohner, die Mehrverkehr befürchten. Eine Entscheidung steht noch aus. Allenthalben haben sich die Stadtvorderen Wirtschaftsförderung auf die Fahnen geschrieben. Mit der Ansiedlung von Nissen und Velten auf dem ehemaligen Josefsareal ist Bürgermeister Rainer Stolz ein Coup geglückt. Denn es ist nicht leicht produzierendes - also Arbeitsplätze schaffendes Gewerbe zu locken. Nach dem letztjährigen Ärger um einen städtischen Wirtschaftsförderer, war die Wirtschaftsförderung 1998 kein Personalthema. Doch zum Jahresschluß hat Bürgermeister Stolz angedeutet, daß neue Planungen angedacht werden. Angedacht wurde im Stockacher Rathaus auch die Neuorientierung in Richtung Pfullendorf und Meßkirch, was daraus erwachsen wird und kann liegt in der Zukunft.

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