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Unendliche
GVV
In
Singen war es das Thema des Jahres 1999: die GVV. Stimmen nun
die Bilanzen oder nicht? Werden Käufer über den Tisch
gezogen? Bedienen sich die Mitarbeiter selbst? Und mit diesen
Fragen war Kommunalwahl in Singen. Der Ansatz aller Probleme lag
im Remishofer Zelgle. 30 Reihenhäuser hatte die GVV, die
städtische Wohnungsbau GmbH, dort innerhalb eines Landesförderprogramms
gebaut. Die Fliesen und die Kosten für die Übergabestation
der Energieversorgung wurden zum Gerichtsthema. Die GVV hat gegen
Käufer verloren. Nicht erheblich, aber doch. Einfach prinzipiell.
Das Blockheizkraftwerk der Energieversorgung Singen kam erst später,
vielleicht auch zu spät. Umgeplant und vor die Aussicht einiger
Käufer gestellt. Keiner wollte schuld haben. Die Änderung
des Bebauungsplans lief vor den Kaufverträgen - keinerlei
Schuld. Einige Käufer sahen dies anders. Die Lawine war losgetreten.
Die erste Berichterstattung über die Probleme im Remishofer-Zelgle
stand im WOCHENBLATT. Die erste politische Gruppierung, die sich
des Themas annahm, waren die Freien Wähler. Oberbürgermeister
Andreas Renner und GVV-Geschäftsführer Roland Grundler
diskutierten auf Einladung öffentlich mit den Beteiligten.
FDP-Chefideologe Dr. Horst Rieger machte das Thema reif für
den Hauptausschuß. Die GVV überlebte auch dies. Nein,
keine Bilanzfälschung. Beide Gruppierungen bekamen bei der
Gemeinderatswahl keinen Fraktionsstatus. Die GVV baut das neue
Polizeigebäude an der Julius-Bührerstraße. Das
beschäftigte gar den Petitionsausschuss. Georg Wengert hatte
dagegen geschossen: Die Stadt begünstige ihr eigenes Unternehmen.
Eine solche Vergabe sei nicht rechtens. Die Bauträger der
Region waren in Aufruhr: Die Stadt begünstige die eigene
Tochter mit Grundstücken. Die Bauunternehmen würden
geknebelt. Dass die GVV Gewinne aus dem Bauträgergeschäft
braucht, um die städtischen Sozialwohnungen zu sanieren,
ist das Grundkonzept. Saniert wurde in diesem Jahr kräftig.
Soziale Kompetenz zeigt die GVV im Lindenhain und auch im Langenrain,
wo im kommenden Jahr massiv mit der Sanierung begonnen wird. Inzwischen
hat sich die Kette der Prozesse verlängert. Aufsichtsratsvorsitzender
Andreas Renner sagt, die GVV habe eine Reihe von Titeln gegen
ein Konstanzer Blatt erwirkt. Im Januar wird das Freiburger Oberlandesgericht
eine neue Runde einläuten. Die GVV reagiert inzwischen heftig
gegen angebliche Verleumdungen. Für Renner und Grundler zählen
am Ende des Jahres 1999 Fakten. Der Gemeinderat scheint mit der
Arbeit zufrieden, denn die Aufsichtsräte wurden nicht ausgetauscht.
Ich hätte es getan, denn die »Stockfehler« dieses
Jahres waren auch Fehler der Aufsicht.

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