Jahresrückblick 1999
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* Mittwoch 29. Dezember 1999

Unendliche GVV

In Singen war es das Thema des Jahres 1999: die GVV. Stimmen nun die Bilanzen oder nicht? Werden Käufer über den Tisch gezogen? Bedienen sich die Mitarbeiter selbst? Und mit diesen Fragen war Kommunalwahl in Singen. Der Ansatz aller Probleme lag im Remishofer Zelgle. 30 Reihenhäuser hatte die GVV, die städtische Wohnungsbau GmbH, dort innerhalb eines Landesförderprogramms gebaut. Die Fliesen und die Kosten für die Übergabestation der Energieversorgung wurden zum Gerichtsthema. Die GVV hat gegen Käufer verloren. Nicht erheblich, aber doch. Einfach prinzipiell. Das Blockheizkraftwerk der Energieversorgung Singen kam erst später, vielleicht auch zu spät. Umgeplant und vor die Aussicht einiger Käufer gestellt. Keiner wollte schuld haben. Die Änderung des Bebauungsplans lief vor den Kaufverträgen - keinerlei Schuld. Einige Käufer sahen dies anders. Die Lawine war losgetreten. Die erste Berichterstattung über die Probleme im Remishofer-Zelgle stand im WOCHENBLATT. Die erste politische Gruppierung, die sich des Themas annahm, waren die Freien Wähler. Oberbürgermeister Andreas Renner und GVV-Geschäftsführer Roland Grundler diskutierten auf Einladung öffentlich mit den Beteiligten. FDP-Chefideologe Dr. Horst Rieger machte das Thema reif für den Hauptausschuß. Die GVV überlebte auch dies. Nein, keine Bilanzfälschung. Beide Gruppierungen bekamen bei der Gemeinderatswahl keinen Fraktionsstatus. Die GVV baut das neue Polizeigebäude an der Julius-Bührerstraße. Das beschäftigte gar den Petitionsausschuss. Georg Wengert hatte dagegen geschossen: Die Stadt begünstige ihr eigenes Unternehmen. Eine solche Vergabe sei nicht rechtens. Die Bauträger der Region waren in Aufruhr: Die Stadt begünstige die eigene Tochter mit Grundstücken. Die Bauunternehmen würden geknebelt. Dass die GVV Gewinne aus dem Bauträgergeschäft braucht, um die städtischen Sozialwohnungen zu sanieren, ist das Grundkonzept. Saniert wurde in diesem Jahr kräftig. Soziale Kompetenz zeigt die GVV im Lindenhain und auch im Langenrain, wo im kommenden Jahr massiv mit der Sanierung begonnen wird. Inzwischen hat sich die Kette der Prozesse verlängert. Aufsichtsratsvorsitzender Andreas Renner sagt, die GVV habe eine Reihe von Titeln gegen ein Konstanzer Blatt erwirkt. Im Januar wird das Freiburger Oberlandesgericht eine neue Runde einläuten. Die GVV reagiert inzwischen heftig gegen angebliche Verleumdungen. Für Renner und Grundler zählen am Ende des Jahres 1999 Fakten. Der Gemeinderat scheint mit der Arbeit zufrieden, denn die Aufsichtsräte wurden nicht ausgetauscht. Ich hätte es getan, denn die »Stockfehler« dieses Jahres waren auch Fehler der Aufsicht.

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