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Singen
künftig »ohne zwei«
In
Singen geht es im Rathaus manchmal zu wie beim Skat: Da spielen
OB Andreas Renner und CDU-Fraktionschefin Veronika Netzhammer
plötzlich Personal-Skat »ohne zwei«. »Ohne
zwei« ist nicht ganz korrekt, denn der Kreuz-Bube blieb mit
Renner im Spiel. Doch den Pik-Buben, den schwarzen Manfred Schlegel
eleminierten die anderen Farben-Vertreter über Nacht mit
einem interfraktionellen Antrag. Und dann konterte die CDU-Fraktion
damit, den Herz-Buben, den Bürgermeister Rüdiger Neef,
auch noch aus dem Spiel zu nehmen. Michael Hübner von den
Grünen spielte mit, denn beim Skat gibt es eh nur Schwarz
und Rot! Ist der Karo-Bube künftig Dietmar Johann? Oder sticht
hier künftig die Zählgemeinschaft? Für diese neue
Linie braucht man die »Neue Linie« sowieso nicht! Weg
vom Skat: Singen bekam innerhalb kurzer Zeit ein neues Steuerungssystem
verordnet, bei dem am Ende nur noch fünf Geschäftsbereiche
übrig bleiben, die der OB oder der jeweilige Stellvertreter
in den Ausschüssen leitet. Bis 2001 Mitte darf Bürgermeister
Rüdiger Neef jetzt Herz-Bube spielen, ein Repräsentant
der Stadt, der hinterher nicht mehr ersetzt wird. Lucke, Staab,
Klaiber, Möbius und Kalb, diese Namen stehen für die
neuen Geschäftsbereiche, in denen die Budgetierung Wirklichkeit
werden soll. Lucke ist besonders verwöhnt worden, er ist
Geschäftsführer der Eigenbetriebe und soll die städtischen
GmbHs in den Griff bekommen. Renner will Singen für das nächste
Jahrzehnt fit machen. Und dafür braucht es das neue Steuerungssystem,
für das sich Veronika Netzhammer stundenlang begeistern kann.
Mit Spannung wird die Umsetzung erwartet. Ein Teil dieser Umsetzung
war die Wahl der ehrenamtlichen Beigeordneten, der künftigen
alleinigen Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Johannes
Matern (CDU) hat Wilhelm Grimm abgelöst. Matern ist Finanzfachmann,
könnte den Ausschuss bestens leiten. Matern war CDU-Fraktionschef,
als Renner OB wurde. Das verbindet. Claudia Weber (SPD) blieb
Beigeordnete, sie könnte sich den Sozial-und Schulbereich
mit Dr. Inge Kley teilen, die neu für die CDU ist. Und dann
plumpste Dr. Horst Rieger als vierter Beigeordneter durch. Der
Zählgemeinschaft hatte die CDU den Platz bei Stimmengleichheit
überlassen. Schließlich muss man etwas gegen das Patt,
die Stimmengleichheit zwischen der CDU und dem Rest im Gemeinderat
tun. Überlassen heißt aber noch nicht wählen.
Und dann nahmen einige kräftig Rache am streitbaren Horstle
Rieger. Ob dies nur ein kräftiger Stupser war, wird man sehen.
Dr. Rieger könnte auch einen Werksausschuss leiten. Er hat
Qualitäten. Aber sind die immer gefragt?
Hans Paul Lichtwald

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