Jahresrückblick 1999
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* Mittwoch 29. Dezember 1999

Singen künftig »ohne zwei«

In Singen geht es im Rathaus manchmal zu wie beim Skat: Da spielen OB Andreas Renner und CDU-Fraktionschefin Veronika Netzhammer plötzlich Personal-Skat »ohne zwei«. »Ohne zwei« ist nicht ganz korrekt, denn der Kreuz-Bube blieb mit Renner im Spiel. Doch den Pik-Buben, den schwarzen Manfred Schlegel eleminierten die anderen Farben-Vertreter über Nacht mit einem interfraktionellen Antrag. Und dann konterte die CDU-Fraktion damit, den Herz-Buben, den Bürgermeister Rüdiger Neef, auch noch aus dem Spiel zu nehmen. Michael Hübner von den Grünen spielte mit, denn beim Skat gibt es eh nur Schwarz und Rot! Ist der Karo-Bube künftig Dietmar Johann? Oder sticht hier künftig die Zählgemeinschaft? Für diese neue Linie braucht man die »Neue Linie« sowieso nicht! Weg vom Skat: Singen bekam innerhalb kurzer Zeit ein neues Steuerungssystem verordnet, bei dem am Ende nur noch fünf Geschäftsbereiche übrig bleiben, die der OB oder der jeweilige Stellvertreter in den Ausschüssen leitet. Bis 2001 Mitte darf Bürgermeister Rüdiger Neef jetzt Herz-Bube spielen, ein Repräsentant der Stadt, der hinterher nicht mehr ersetzt wird. Lucke, Staab, Klaiber, Möbius und Kalb, diese Namen stehen für die neuen Geschäftsbereiche, in denen die Budgetierung Wirklichkeit werden soll. Lucke ist besonders verwöhnt worden, er ist Geschäftsführer der Eigenbetriebe und soll die städtischen GmbHs in den Griff bekommen. Renner will Singen für das nächste Jahrzehnt fit machen. Und dafür braucht es das neue Steuerungssystem, für das sich Veronika Netzhammer stundenlang begeistern kann. Mit Spannung wird die Umsetzung erwartet. Ein Teil dieser Umsetzung war die Wahl der ehrenamtlichen Beigeordneten, der künftigen alleinigen Stellvertreter des Oberbürgermeisters. Johannes Matern (CDU) hat Wilhelm Grimm abgelöst. Matern ist Finanzfachmann, könnte den Ausschuss bestens leiten. Matern war CDU-Fraktionschef, als Renner OB wurde. Das verbindet. Claudia Weber (SPD) blieb Beigeordnete, sie könnte sich den Sozial-und Schulbereich mit Dr. Inge Kley teilen, die neu für die CDU ist. Und dann plumpste Dr. Horst Rieger als vierter Beigeordneter durch. Der Zählgemeinschaft hatte die CDU den Platz bei Stimmengleichheit überlassen. Schließlich muss man etwas gegen das Patt, die Stimmengleichheit zwischen der CDU und dem Rest im Gemeinderat tun. Überlassen heißt aber noch nicht wählen. Und dann nahmen einige kräftig Rache am streitbaren Horstle Rieger. Ob dies nur ein kräftiger Stupser war, wird man sehen. Dr. Rieger könnte auch einen Werksausschuss leiten. Er hat Qualitäten. Aber sind die immer gefragt?

Hans Paul Lichtwald

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