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Kurz
und Bündig
Die
Landesgartenschau 2000 kommt. Nicht gelungen
ist es trotz langer Terminverkündigungen, dass Ministerpräsident
Erwin Teufel zur Eröffnung kommt. So wird es zwei Eröffnungen
geben. Die Frage ist nur, ob auch der letzte Tag zweimal begangen
wird. Das könnte ja auch dann im Gemeinderat bei der Abrechnung
sein . . .
Die Kommunalwahl hat in Singen personell wenig
Veränderungen gebracht: Drei neue Gesichter gibt es bei der
CDU, die es nun zum Patt gebracht hat. Sie hat jetzt 18 von 38
Sitzen im Gemeinderat. Und OB Renner hat ja auch eine! Elf hat
die SPD, sechs die Zählgemeinschaft, zwei die »Neue
Linie«. Früher wurde im Singener Gemeinderat 17 und
vier gespielt: Die CDU hatte 17 Mandate, die FDP drei - und dann
war Endstation, denn der Rest war der Stimmenbereich von OB Friedhelm
Möhrle. Und dann ging nichts mehr. Bei einem solchen Wahlausgang
kamen durchaus Emotionen hoch: Renner und die CDU haben eine respektable
Gestaltungsmöglichkeit. Ihnen »kegelt« auch niemand
mehr einen Bürgermeister Manfred Schlegel heraus.
Die Wirtschaftskriminalität hat 1999 wenigstens
einmal zu einem Gerichtsverfahren geführt. 100 000 Mark musste
Dr. Karl R., der im Singener Raum tätig geworden war und
sich in Liechtenstein verkrochen hatte, praktisch über Nacht
beschaffen, um vor dem Konstanzer Landgericht freizukommen. Er
hatte einen ostdeutschen Immobilienerben aus Überlingen am
See kräftig über den Tisch gezogen. Das WOCHENBLATT
berichtete mehrfach. Im Dunkeln konnten dank des Schnellverfahrens
einige Helfer und Mitarbeiter im Hegau bleiben. Auch die Singener
Bank, die in Leipzig Finanzierung betrieben hatte, kam glimpflich
davon. Der Fall Dr. R. ist aber noch nicht gelöst. Übrig
bleibt der Verdacht, dass sich Banken angesichts drohender Insolvenzen
weiter solcher Leute bedienen. Offenbar stehen schon Käufer
bereit, wenn ein Immobilienbesitzer in den Konkurs getrieben wird.
Da helfen dann auch keine Gutachten mehr.
Die Weltpolitik schaute auch 1999 in den Raum
Singen hinein: Mladen Naletilic kommt noch immer hier zu Besuch,
obwohl er als kroatischer Kriegsverbrecher angeblich vom Europäischen
Gerichtshof in Den Haag gesucht wird. Nur die Singener Polizei
fand keinen Haftbefehl, als es wieder einmal hieß, das er
hier sei. Nach dem Tod von Franjo Tudjman braucht man ihn in Den
Haag auch nicht mehr als Kronzeugen. Dafür hat ihn Tudjman
zuletzt noch als wahren Patrioten gewürdigt. Gerechtigkeit
verkommt auch hier zur reinen Medien-Show. Naletilic hatte ab
1971 in Singen gelebt, Nachtlokale betrieben, die mobilen Spielkasinos
entwickelt und von Hausen aus eine Privatarmee aufgebaut.
Die neue Kino-Ära hat in Singen begonnen.
Aus dem einstigen Central wird "l;Ihr Platz"l;,
als dem neuen Lokal »Central« unterm Arbeitsamt wurde
neuerdings eine Ruhestätte. Und der »Oscar« boomt
in Singen. Und was macht der klassische Bambi-Besucher? Widersprüche
gibt es überall. Das gehört zur Zeit. Die Ekkehard-Realschule
wird erweitert - wie auch immer. Die Tittisbühl-Schule wurde
aufgelöst und dem Hegau-Gymnasium zugeschlagen. Der neue
Direktor des Friedrich-Wöhler-Gymnasiums ließ in einer
Damen-Toilette die Türen aushängen, um einen pädagogischen
Akzent zu sehen. Das ist Singen 1999 - im Zweifelsfall auch ein
bißchen pathologisch.
-li-

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