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Neues
Leben für die Stadt
Das
ist eines von den Jahren, bei man immer wieder so richtig den
Kopf gewaschen bekommt. Viele Hiobsbotschaften musste Engen in
diesem Jahr verkraften. Da ist zum einen die Ankündigung,
dass das Werk Engen von Schiesser definitiv geschlossen werden
soll. Da ist die bevorstehende Schließung des Autohauses
Keller durch Übernahme in das Autohauses Emminger und damit
der Abschied der Automarke Ford vom Standort Engen dem auch in
nicht allzuferner Zukunft der Abschied der Marke Mazda folgen
wird. Und da ist das Vorzeigestück Engens - die Altstadt
- die trotz aller Bemühungen über Jahrzehnte hinweg,
als Einzelhandelsstandort auch für Nischenprodukte immer
weiter an Bedeutung verliert. Eine regelrechte Schließungs-
und Abwanderungswelle hat sich in 1999 zugetragen, vom Schreibwarenhändler
über den Apotheker, sie gehen runter vom Berg in die Breitestraße.
An die Optionen, die ein Fahrstuhl am Felsenmarkt bietet, vor
fünf Jahren noch eine kühne Vision für die Stadt,
mag man als Faktor für eine lebendige Altstadt nicht mehr
so recht glauben. Um den Standort im Gesamten mit einem guten
Angebot vor Ort halten zu können, und damit eine Begrenzung
der immensen Kaufkraftabwanderung zu erreichen, hat Engen seine
Altstadt im gewissen Sinne »aufgegeben«. Großflächiger
Einzelhandel soll seine Flächen nun entlang der Bundesstraße
bekommen können. Wird er kommen? Schon jetzt zeigt das Angebot
Lücken. Zum Jahresende endet die Kaufhaus-Ära hier mit
der Schließung des »Brigau«. Die Familie Plagemann
hatte sich hier ins Zeug gelegt, doch unter dem Strich konnte
dieses Engagement nicht fortgesetzt werden. Doch es gab auch eine
andere Seite. Die Aktionsgemeinschaft »Impuls Engen«
der Einzelhändler lief im Sommer zu Hochform auf. Mit einem
verkaufsoffenen Sonntag wurde eine Französische Woche gekrönt,
die ein besonders Lebensgefühl für diese Altstadt vermitteln
konnte. Engen strengt sich an, keine Frage. Die Mühen um
die Schaffung des Existensgründerzentrums in Welschingen
- für das der Betreiberverein in diesem Jahr gegründet
werden konnte - sind dafür ein gutes Beispiel. Und auch die
Tischmesse im November, die auf einfachste Weise Unternehmen die
Gelegenheit bot, sich kennen zu lernen und sich zu präsentieren,
könnte eine Initialzündung für die Zukunft sein.
Doch auch andere Standorte in der Region erleben die Krise dieses
ausgehenden Jahrtausends. Da geht es um Leben oder Sterben. Wieviel
Kraft wird Engen für den weiteren Kampf für die Erhaltung
der Bedeutung dieses Standorts als Zentrum der Region oberer Hegau
aufbringen können? Das wird sich im kommenden Jahr beantworten
lassen. Da ist mehr gefordert als Stadtmarketing.
-of-

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