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Schiesser
im Wandel
Radolfzell
(aj). Die Weltwirtschaft und der
Börsengang forderte auch bei Schiesser Menschenopfer. Um
überlebensfähig im hart umkämpften Textilmarkt
zu bleiben und die finanziellen und organisatorischen Voraussetzungen
für den Börsengang zu schaffen, wurden und werden bei
Schiesser in fünf Stufen 426 Vollzeitstellen abgebaut. Die
letzten 260 von rund 600 Arbeitnehmern werden im kommenden Jahr
frei gesetzt. Für die Entlassenen wurde im Oktober eine Beschäftigungs-
und Qualifizierungsgesellschaft in den Schiesser-Räumen eingerichtet.
Die Refugio soll Härten mindern und Chance zugleich sein.
Bereits im September war das Werk in Engen (Näherei) geschlossen
und mitsamt den Mitarbeiterinnen nach Radolfzell verlagert (153
Vollzeitstellen einschliesslich Auszubildende). In Radolfzell
ist eine Elitekonfektionsnäherei im Entstehen. Im Rahmen
des langfristig angelegten neuen Unternehmenskonzeptes werden
europa- und deutschlandweit fünf selbstständige Einheiten
(Kernzentren) entstehen, eine davon in Radolfzell. Vorstandsvorsitzender
Helmut Haller bekennt sich zum Standort Radolfzell: hier soll
das weltbeste Kompetenzzentrum für Wäsche und Dessous
mit höherwertigen Arbeitsplätzen aufgebaut werden. Nach
dem Stellenabbau kommt im kleineren Umfang der Stellenaufbau.
Erfolge konnte Schiesser in diesem Jahr mit »Secondscin«
feiern. Im August kam die neue Schiesser-Marke in die Geschäfte,
innerhalb kurzer Zeit war alles ausverkauft. Schiesser (wieder)
auf dem Weg nach oben! Das bewies auch die Präsentation der
neuen Kollektion am 28. Juli im Radolfzeller Milchwerk. »Blue
Magic« hieß die Show, »high tech for high touch«
heißt die Devise für die Zukunft.

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