Jahresrückblick 1999
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* Mittwoch 29. Dezember 1999

Großes Kino für alle

Kultur, das ist immer kommerzielles Marktgeschehen, nicht zuletzt, weil es die Kulturfans so wollen. Und das größte Ereignis des Jahres war in diesem Bereich neben dem zehnjährigen Geburtstag der Singener Diskothek Top 10 sicherlich die Eröffnung des neuen Kinos für die Region: Das »Cineplex« eröffnete am 21. Oktober seine Pforten im Singener Postareal. Ein größeres Kino wie das in Singen gibt es im weiten Umkreis nicht. Sechs Säle mit 1100 Sitzplätzen sind entstanden mit einer großstädtisch anmutenden Kinoarchitektur. Gespielt wird in den sechs Sälen eigentlich alles, was aktuell ist.

Macher des Singener Kinos ist Detlef Rabe (31), ein Mann, dessen Familie schon seit vielen Jahren in Konstanz Kino erfolgreich umtreibt. Gutes Kino brauche Seele, sagte er im Oktober. Und Seele hat das neue Kino ohne Zweifel, ein richtiges Kinoflair sogar, das man in dieser Größe nur noch selten erleben darf. Im großen Saal ist ein Paillettenvorhang mit Millionen von handgenähten schillernden Scheibchen. Es dürfte der schönste und teuerste Vorhang der ganzen Region sein.

Die erste Bilanz von Kinoleiter Oliver Lebert vor Ort: Er ist sehr zufrieden, wie das Singener Kino angelaufen ist. Ausbauen will er noch die Nachmittagsvorstellungen. Der Kinotag am Montag und Dienstag werde sehr gut angenommen und auch die Familienmatinee am Sonntag morgen komme an.

Das eigentlich besondere im neuen Cineplex verbirgt sich in der Technik: Dreidimensionaler Digitalsound, das kennt man bislang in dieser Region nicht, ebensowenig wie eine Leinwand, die über 14 Meter breit ist.

Professionalität gewinnt eben auch in der Kultur an Bedeutung. Schön ist sie, wenn auch die kleinen mit der Kultur mit individueller Note trotzdem leben dürfen: Die Singener Gems wird mit ihrem Kinoprogramm nicht verdrängt, dazu steht Kinobetreiber Detlef Rabe und das zeigt, dass Mainstream und das Besondere, das oft weniger Umsatz zu erzeugen vermag , auch im neuen Jahrtausend nebeneinander her leben dürfen. Den Konsumenten freut`s.


Anatol Hennig

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