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Großes
Kino für alle
Kultur,
das ist immer kommerzielles Marktgeschehen, nicht zuletzt, weil
es die Kulturfans so wollen. Und das größte Ereignis
des Jahres war in diesem Bereich neben dem zehnjährigen Geburtstag
der Singener Diskothek Top 10 sicherlich die Eröffnung des
neuen Kinos für die Region: Das »Cineplex« eröffnete
am 21. Oktober seine Pforten im Singener Postareal. Ein größeres
Kino wie das in Singen gibt es im weiten Umkreis nicht. Sechs
Säle mit 1100 Sitzplätzen sind entstanden mit einer
großstädtisch anmutenden Kinoarchitektur. Gespielt
wird in den sechs Sälen eigentlich alles, was aktuell ist.
Macher des Singener Kinos ist Detlef Rabe (31), ein Mann, dessen
Familie schon seit vielen Jahren in Konstanz Kino erfolgreich
umtreibt. Gutes Kino brauche Seele, sagte er im Oktober. Und Seele
hat das neue Kino ohne Zweifel, ein richtiges Kinoflair sogar,
das man in dieser Größe nur noch selten erleben darf.
Im großen Saal ist ein Paillettenvorhang mit Millionen von
handgenähten schillernden Scheibchen. Es dürfte der
schönste und teuerste Vorhang der ganzen Region sein.
Die erste Bilanz von Kinoleiter Oliver Lebert vor Ort: Er ist
sehr zufrieden, wie das Singener Kino angelaufen ist. Ausbauen
will er noch die Nachmittagsvorstellungen. Der Kinotag am Montag
und Dienstag werde sehr gut angenommen und auch die Familienmatinee
am Sonntag morgen komme an.
Das eigentlich besondere im neuen Cineplex verbirgt sich in der
Technik: Dreidimensionaler Digitalsound, das kennt man bislang
in dieser Region nicht, ebensowenig wie eine Leinwand, die über
14 Meter breit ist.
Professionalität gewinnt eben auch in der Kultur an Bedeutung.
Schön ist sie, wenn auch die kleinen mit der Kultur mit individueller
Note trotzdem leben dürfen: Die Singener Gems wird mit ihrem
Kinoprogramm nicht verdrängt, dazu steht Kinobetreiber Detlef
Rabe und das zeigt, dass Mainstream und das Besondere, das oft
weniger Umsatz zu erzeugen vermag , auch im neuen Jahrtausend
nebeneinander her leben dürfen. Den Konsumenten freut`s.
Anatol Hennig

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