Jahresrückblick 1999
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* Mittwoch 29. Dezember 1999

Ein Rößl macht´s

Die Kultursensation des Jahres 1999 war es allemal: Die Singener »Färbe« zieht in die »Basilika« ein und landet mit dem »Weißen Rößl« im Jahr des Stadtjubiläums den Publikumserfolg schlechthin. Zusatzaufführungen mussten wegen dem Publikumsinteresse eingeschoben werden, doch auch die waren gleich ausverkauft. 21 Jahre alt musste die &quotl;Färbe&quotl; werden, um diesen Erfolg zu haben. Und mit »Hadwig, Herzog von Schwaben« legte Peter Simon nach. Der Singener Rechtsanwalt Gerd Zahner erlebte hier die erste Aufführung eines seiner Stücke. Fazit: Eine neue Spielstätte ist geboren. Was daraus wird, ist derzeit allerdings noch offen. »Die Färbe« ist ein Kneipentheater und lebt im früheren Bauernhaus vom dortigen Ambiente. Gertrud Waibel ist als Inhaberin Garantin dafür. Die Förderung der »Färbe« wird derzeit zu zwei Dritteln von der Stadt und zu einem Drittel vom Land betrieben. Wäre die »Färbe« ein Regionaltheater, gäbe es Zuschüsse im Verhältnis von eins zu eins. Das hat Oberbürgermeister Andreas Renner zuletzt beim Nachbarschaftswein dargestellt. Würden also die Hegau-Gemeinden auch einen Obolus entrichten, müsste das Land auch erheblich mehr zahlen. Die »Basilika«, früheres Umspannwerk des E-Werks Singen, ist der Stadt 1999 zum Ausstieg aus der Energieversorgung Singen geschenkt worden. Jugendmusikschule und andere haben bereits ihr Interesse an dem Raum bekundet. Stefan Fahr, der Vorsitzende des Fördervereins, hat die »Basilika« bei der letzten Premiere für die »Färbe« mutig reklamiert. Mit dieser Spielstätte würde die »Färbe« endgültig zum Singener städtischen Theater. Die Entscheidungen müssen im kommenden Jahr fallen. Die Weichen hat das Publikum selbst gestellt: Erstmals gelang es dem Theater, in beiden Spielstätten erfolgreich zugleich zu spielen!

Hans Paul Lichtwald

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