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Poker
um Krankenbetten
Im
Herbst sollte entschieden sein! Doch bei den strittigen Krankenhaus-Fragen
im Kreis gibt es weiter keine Einigungen oder Lösungen. Fakten
setzt derzeit nur das Singener Hegau-Klinikum. Erst die Fusion
mit Engen, dann der Schritt in die Rehabilitationsebene. Das Jugendwerk
Gailingen gehört nun als Tochter zum Verbund. Oberbürgermeister
Andreas Renner geht weiter: Wenn es im Jahr 2000 keine weiteren
Fusionen im Kreis gebe, werde er Kooperationen über die Grenzen
des Kreises hinaus suchen. Schaffhausen als Partner? Denkbar!
Der Poker um Krankenbetten zwischen Singen und Konstanz ist inzwischen
völlig unübersichtlich. Beide Häuser der Zentralversorgung
können so nicht weiter bestehen. Eine klare Arbeitsteilung
verlangt das Land. Einigkeit besteht inzwischen darin, dass Singen
die Urologie schwerpunktmäßig vertritt, beide Kinderkliniken
bleiben, Singen würde später die Unfallchirurgie nach
Konstanz abgeben, Professor Dieter Rühland würde Chefarzt
für beide Chirurgiebereiche. Das letzte scheint zum Knackpunkt
zu werden. Dabei setzen die Singener ganz andere Fakten: Das Hegau-Klinikum
ist derzeit das einzige Krankenhaus im Kreis mit schwarzen Zahlen!
Einflußreiche Konstanzer Kreise wollen den Apfel und das
Ei: eines davon ist die Herzklinik, das der Stuttgarter Sozialminister
Dr. Friedhelm Repnik nicht akzeptieren will. Problem: Die Herzklinik
steht auf einem städtischen Erbbaurecht-Grundstück.
Scheitert das Projekt, dann müsste es die Stadt zu zwei Dritteln
des Baupreises zurückkaufen! So sind offenbar die Verträge.
Die roten Zahlen führten in Radolfzell im Sommer zu schnellem
Handeln: Heiko Hülsebusch wird von Helios nun für Wolfgang
Hamerlak ins Rennen geschickt. Bürgermeisterin Isabel Fezer
kämpft verbissen um das Krankenhaus der Grundversorgung,
das derzeit aber die Wirtschaftlichkeit nicht nachweisen kann.
Eingeständnis der Träger: Wäre die Rechtsform eine
GmbH statt einer Stiftung hätte man längst den Konkurs
anmelden müssen. Still versorgt das Stockacher Krankenhaus
die Patienten aus der Verwaltungsgemeinschaft. Klein und notwendig,
ist die Devise. Klar ist auch, dass ohne politische Unterstützung
auch das Stockacher Krankenhaus schon »platt« wäre.
Deshalb die Frage: Wer wird als nächster fusioniert?
Hans Paul Lichtwald

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