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Kandidatenkarussell:
Radolfzell.
Das Thema des Jahres 2000 wird nicht - trotz aller Bedeutung für
die Stadt - Krankenhaus, Partnerschaftsjubel oder die großen
Bauprojekte sein; nein was die Radolfzeller in ihrem Herzen bewegt,
ist die Frage: Wer wird am 24. September neue(r ) Oberbürgermeister
der Stadt? (Falls nötig: Nachwahl ist am 8. Oktober). Günter
Neurohr, im kommenden Jahr 24 Jahre in Amt und Würden, wird
sich auf die Sonnenseite des Lebens, sprich nach Spanien in seine
zweite Heimat verabschieden. Wer aber wird den Radolfzeller Thron
erklimmen? Kandidaten werden da gar viele gehandelt. Das Karussell,
es dreht sich schon - noch ohne allzu viel Lärm zu machen.
Die Musik wird erst im nächsten Frühjahr einsetzen.
Zu früh will keiner den Handschuh in den Ring werfen, zu
(vor)schnell wären Chancen sonst vertan. Radolfzell ist eine
attraktive Stadt in toller Lage, die Finanzen sind geordnet und
Entwicklungschancen birgt die Stadt noch einige in sich, Selbstverwirklichung
ist noch möglich, noch sind nicht alle Hausaufgaben gemacht.
Wer wollte da nicht Hausherr sein? In gar nicht allzu weiter Ferne
gibt es ein ähnlich attraktives Örtchen, alles wohl
geordnet, die Hausaufgaben sind gemacht. Wird es da nicht einem
Bürgermeister langweilig auf die Dauer? Reelle Chancen hat
dieser Mann, der in der Bürgermeister-Riege schon ganz oben
steht. Kann er die Mehrheit auf sich vereinen? Frei sind die Wähler...
Wie sich´s herum spricht in der Stadt, werden SPD und CDU
ihren Mann (Männer) im Frühjahr präsentieren. Wohl
noch keine Namen kennt man bei der SPD, da wird erst noch im süddeutschen
Karteikästchen nach geeigneten Kandidaten geforscht werden
müssen. Die CDU hingegen - sagt man - kennt schon ihren Mann.
Alt eingesessenes Radolfzeller Geschlecht, von/in universitärer
Ausbildung (Stuttgart) und Papa Helmut ist durch sein (tele)kommunikatives
Wesen stadtbekannt. Wen präsentieren die Grünen, ge-lehrt
wird er allemal sein!? Ein offenes Geheimnis dagegen, wen die
FDP (und Teile der Freien Wähler) favourisiert: die schöne
Isabell. Die Radolfzeller Bürgermeisterin bewies bei den
Kreistagswahlen wie hoch sie bei der Bevölkerung im Kurs
steht. Sie ist eine Sympathieträgerin ersten Ranges (und
hat mit Günter Neurohr einen prominenten Wahlhelfer). Ob
sie es schafft, auch ohne Unterstützung der anderen Parteien,
das steht noch in den Sternen des beginnenden neuen Jahrs. Nicht
zu vergessen die vielen anderen, die hier oder andern Orts in
Rathäusern vom Chefsessel träumen.
Andrea Jagode

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