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* Mittwoch 27. Dezember 2001

Grüne tragen Trauer

Die Landtagswahl brachte am 25. März nur strahlende Gesichter - mit einer Ausnahme: Die Grünen hatte es erwischt und ihr Landtagsabgeordneter Dr. Günther Schäfer aus Konstanz erreichte mit 16, 02 Prozent der Stimmen 2,9 Prozent weniger als vor fünf Jahren. Schon zuvor hatte er gesagt, dass er zulegen müsse, um im schwierigen Zweitauszählungssystem im Ländle eine Chance zu haben. Die Grünen hatten ihre ganze Polit-Prominenz im Kreis aufgeboten, doch das Ergebnis war niederschmetternd.

Siegerin im Wahlkreis Singen war Veronika Netzhammer von der CDU. Sie sitzt wieder im Landtag und mit 45, 71 Prozent konnte sie ihren Stimmenanteil steigern. Das geschah bei einer miserablen Wahlbeteiligung. Doch das interessierte nach einem nervenden Wahlkampf niemand mehr. Veronika Netzhammer war nach dem Wahlerfolg überaus nachdenklich. Sie hatte mit dem Rücken zur Wand gekämpft, in der Furcht, dass die CDU im Land unter 40 Prozent bleiben könne. Die Ampel im Nacken brachte sie auch in den letzten Tagen noch Ministerpräsident Erwin Teufel nach Singen zu einer Pressekonferenz in die Georg-Fischer AG und zum Bad in der Menge sogar in die Singener Fußgängerzone. Heute ist sie Ausschuss-Vorsitzende im Landtag. Wenn es um Wirtschaft und Finanzen geht, ist sie dabei.

Mit 9,6 Prozent Zuwachs in Singen hat Claudia Weber ein ordentliches Ergebnis für die SPD eingefahren. Und die FDP war glücklich, wie in der Regierungsverantwortung zu sein. In Konstanz gab es einen Erdrutsch, denn Jürgen Puchta (SPD) schaffte gar einen Zuwachs von 10,05 Prozent im Wahlkreis. Das ging alles zu Lasten der Grünen, denn der neue Allensbacher Landtagsabgeordneter Andreas Hoffmann zog mit 39, 65 Prozent ins Landesparlament ein, wo er gesundheitspolitischer Sprecher seiner Fraktion wurde.

Das wichtigste Ergebnis war aber das Scheitern der Republikaner im Kreis. In Singen hatten sie fünf Jahre zuvor noch 9,53 Prozent erhalten! Viele ihrer Anhänger sind Nichtwähler geworden. Doch die Parteien haben für einige Augenblicke kapiert, wie dünn das Eis ist, auf dem sie sich bei Wahlen bewegen.

Hans Paul Lichtwald

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